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Logistik-Forscher*innen gestalten Lehrmaterial für Schulen

Wissen über Binnenschifffahrt fehlt oftmals in der Ausbildung

Das Steyrer Logistik-Forschungsteam „Sustainable Transport“ hat es sich zum Ziel gesetzt, schon Schüler*innen über das „grüne“ Potential der Binnenschifffahrt zu informieren. Dazu entwickeln die österreichischen Logistik-Forscher*innen neben dem österreichischen Pilotprojekt ReWWay (www.rewway.at) nun auch Unterrichtsmaterialien für verschiedene Schultypen in Deutschland. Das Forschungsprojekt Quinwalo Plus wurde von der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V. initiiert und vom deutschen Bundesministerium für Digitales und Verkehr finanziert.


In der Ausbildung der Speditions- und Logistikkaufleute wird der LKW in Deutschland und Österreich deutlich stärker thematisiert als die Bahn oder das Binnenschiff. Interviews, die mit Lehrkräften an allgemein- und berufsbildenden Schulen im Rahmen des Projekts Quinwalo Plus geführt wurden, zeigen auf, dass das Haupthindernis mehr Binnenschifffahrtsthemen in den Unterricht aufzunehmen die mangelnde Verankerung im Lehrplan ist. Selbst in der Speditionsausbildung, wo das Binnenschiff „als ein weiterer Verkehrsträger“ neben dem LKW im Lehrplan immerhin erwähnt wird, wird es häufig vernachlässigt, weil oft nicht prüfungsrelevant. Dementsprechend setzen auch Schulbuchverlage andere Themenschwerpunkte. Wenn die Schüler*innen mit Logistik- oder Wirtschafts-Hintergrund also bis zum Eintritt in den Beruf kaum vom Binnenschiff gehört haben, geschweige denn, was es bei einem Gütertransport mit eben diesem zu beachten gilt, werden sie den LKW auch in Zukunft weiter vorziehen.

„Ziel des Projektes Quinwalo Plus ist es, die Binnenschifffahrt als nachhaltige Alternative zum Gütertransport mit dem LKW bei Lehrkräften und Schüler*innen bekannter zu machen. Denn nur wenn die Führungskräfte von morgen ausreichend Wissen über die Planung und Durchführung von Binnenschifftransporten haben, kann die Verkehrsverlagerung gelingen. Dies trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaziele im Transportsektor bei“, sagt Projektleiterin Sophie Wiesinger vom Quinwalo+ Team mit Alexandra Haller und Lisa-Maria Putz-Egger.

QuizTime: Wie ist es um das Wissen zum nachhaltigen Güterverkehr bestellt?

Können mit LKWs oder mit der Binnenschifffahrt die Klimaziele im Güterverkehr besser erreicht werden?

Wie viele LKWs passen auf einen Schubverband auf der Donau oder anderen großen Binnengewässern?

Antwort: Das Binnenschiff ist insbesondere durch seine hohe Transportkapazität deutlich umweltfreundlicher als der LKW – ein sogenannter Schubverband kann bis zu 280 LKWs ersetzen. Pro Tonnenkilometer können so die Umweltkosten, welche Klimagase, Luftschadstoffe, Lärm und Unfälle abbilden, im Vergleich zum Straßengüterverkehr auf ein Viertel reduziert werden.

Transport School Lab – Workshops für Schulen in Österreich

Um erste Schritte zur Thematisierung nachhaltiger Gütertransporte zu setzen, können Lehrkräfte in Österrreich im Rahmen von „Transport School Labs“ Interaktion und Praxisbezug in den Schulalltag bringen. Unsere Expert*innen bieten Ihnen topaktuelle Informationen zu vielfältigen Themen rund um das Thema nachhaltige Transporte mit Schwerpunkt Wasserstraße und Berufsfelder in der Logistikbranche. Verbringen Sie einen Tag mit unserem jungen, dynamischen Team und erfahren Sie mehr über die zukünftige Entwicklung nachhaltiger Gütermobilität. Durch die Zusammenarbeit mit namhaften Wirtschaftsunternehmen bietet das Team von REWWay die Möglichkeit theoretisches Wissen mit Eindrücken aus der Praxis spielerisch zu kombinieren.

Alle Infos dazu gibt’s im Transport School Lab: FH-Prof Dr. Lisa-Maria Putz-Egger BSc MA, E-Mail: lisa-maria.putz-egger@fh-steyr.at
https://www.rewway.at/de/transport-school-lab/

Die Binnenschifffahrt ist eine zu wenig bekannte und genutzte nachhaltige Alternative zum Gütertransport mit dem LKW. | Credit: Denise Beil/FH OÖ bzw. FH OÖ

Projektleiterin Sophie Wiesinger vom Logistikum am FH OÖ Campus Steyr | Credit: Stefan Weiß