FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

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Sieg für FH Oberösterreich-Studierende bei Ideenwettbewerb des Bundeskanzleramts

Moderne IT macht es möglich: Alle Behörden und Institutionen, die in einem Bundesland im weitesten Sinne Verwaltungsaufgaben erfüllen, sollen organisatorisch unter einem Dach zusammengefasst werden. Katharina Lorenz und Mag. Alfons Maderthaner, die berufsbegleitend Public Management (PUMA) an der FH Oberösterreich in Linz studieren, gewannen mit einem auf diesem Ansatz beruhenden Projekt den Ideenwettbewerb „ideas4future“ des Bundeskanzleramts. Projektbetreuer FH-Prof. Dr. Paul Brandl untermauert den Vorschlag seiner Studierenden: „Die heutigen Gemeindegrenzen stammen aus der Zeit der Pferdefuhrwerke, die Bedürfnisse der Bürger haben sich inzwischen jedoch massiv geändert.“


„Anstatt einer Vielzahl kleinerer Behörden und Institutionen mit örtlich und sachlich eingeschränktem Wirkungsbereich werden alle Verwaltungsaufgaben durch nur eine Verwaltung erledigt“, erläutern Lorenz und Maderthaner ihren Vorschlag. Doch wie kommen die Bürger nun mit dieser „Verwaltung neu“ in Kontakt? Telefonisch stehen Call Centers zur Verfügung, die persönliche Kontaktaufnahme erfolgt über „Shared Service Centers“. Hier werden einfache Verwaltungsaufgaben wie Meldebestätigungen, Geburtsurkunden oder Formularausgabe direkt erledigt. Eingerichtet sein sollen sie an frequentierten Orten wie Bahnhöfen, Krankenhäusern oder auch Einkaufszentren.

Die nach dem Bürgerkontakt unter Umständen erforderliche weitere Verwaltungsarbeit erledigen SpezialistInnen für alle Bereiche im Rahmen verschiedener Kompetenzzentren. „Für die Bürger, aber auch für die Gemeinden ergeben sich dadurch keine Verluste“, betont FH-Prof. Brandl und verweist darauf, dass etwa bei Eheschließungen nur die dahinterliegende Verwaltungsarbeit wie etwa die Prüfung der Ehefähigkeit in die Kompetenzzentren wandern würde. „Jeder Standesbeamte jedoch“, so Brandl weiter, „führt die eigentliche Trauungszeremonie weiterhin im Rathaus oder dem schönsten Schloss seiner Gemeinde durch“.

Nicht zum ersten Mal befassen sich PUMA-Studierende mit der Frage, wie hochgradig standardisierte Verwaltungsaufgaben zentralisiert und damit ökonomisch günstiger durchgeführt werden können. Auch Katharina Lorenz als Human Resource-Referentin der Salzburger Fachhochschule und Alfons Maderthaner als Verwaltungsjurist beim Land Oberösterreich formulierten ihre Vision auf Basis umfangreicher beruflicher Praxis.

FH-Prof. Mag. Dr. Franziska Cecon, Leiterin des Arbeitsbereiches Public Management der FH Oberösterreich freut sich, dass sich die beiden Studierenden bei ihrer Arbeit auch nicht durch die Hürden, die einer Umsetzung entgegen stehen, abschrecken ließen.

Die Wettbewerbssieger wie auch FH-Prof. Brandl heben hervor, eine Umsetzung würde lediglich die Gemeindeverwaltung, nicht aber die politischen, kulturellen und sozialen Aufgaben der Gemeinden betreffen. Hier sehen sie sogar neue Spielräume, um bürgernahe Aufgaben etwa im Sozialwesen oder in der Erwachsenenbildung neu zu organisieren.

Alfons Maderthaner und Katharina Lorenz (links) siegen beim Ideenwettbewerb „ideas4future“ des Bundeskanzleramtes. Bildquelle: Bundeskanzleramt