FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

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FH OÖ-Forscherin mit drittem Platz beim Inklusionspreis WINTEC ausgezeichnet

Heuer vergab das Sozialministerium erstmals den Wissenschaftspreis für Inklusion durch Naturwissenschaften und Technik, kurz „WINTEC“. Mit diesem werden Projekte ausgezeichnet, die zum Abbau von Barrieren und zur Stärkung des Inklusionsgedankens beitragen. Einen dieser Preise erhielt Dr. Mirjam Augstein, Lehrende und Forscherin am FH OÖ Campus Hagenberg, für „Interaction Analysis for Automated Adaptation“. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden Programme für mobile Geräte und Computer entwickelt, die Rücksicht auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen nehmen.


Mirjam Augstein, Professorin am FH OÖ-Studiengang Kommunikation, Wissen, Medien in Hagenberg weiß, dass Technik uns das Leben erleichtern soll, aber Menschen aufgrund fehlender motorischer oder kognitiven Fähigkeiten Computer, Tablet und Smartphone oft nicht steuern können. „Maus und Tastatur oder Touchscreen sind nicht für jede Person so einfach zu bedienen und die Alternativen für Menschen mit Beeinträchtigung sind oft teuer", sagt Augstein.

Deswegen entwickelt die Informatikerin mit ihrem Team Software, die für die Nutzer automatisch die richtige, für sie maßgeschneiderte Eingabemethode herausfinden soll. Gemeinsam mit ihren FH-KollegInnen erforscht sie auch kreativere Eingabemethoden: zum Beispiel berührungslose Eingabe oder sogar herkömmliche Locher im Umgang mit Smartphones.

Dabei arbeitet Augstein neben dem gemeinnützigen Unternehmen LIFEtool auch mit der EDV- und Mediengruppe des Diakoniewerks Gallneukirchen zusammen, wo rund ein Dutzend Menschen mit Beeinträchtigung ihren Arbeitsplatz haben.

Von Expertenjury ausgewählt

Die für den WINTEC-Wissenschaftspreis eingereichten Projekte wurden von einer aus Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Wissenschaft und der Inklusion von Menschen mit Behinderung zusammengesetzten Fachjury bewertet. Zu dieser zählten auch Angehörige des Austrian Institute of Technology (AIT), der TU Wien und der Johannes Kepler Universität Linz (JKU).

Das von Mirjam Augstein geleitete Forschungsprojekt „Interaction Analysis for Automated Adaptation“, kurz IAAA, wurde mit dem 1.000 Euro dotierten dritten Preis ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgt am 22. September im Rahmen eines Festakts in den Räumlichkeiten des Sozialministeriumsdurch Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

„Es freut mich besonders für IAAA mit dem WINTEC-Preis ausgezeichnet worden zu sein, für den Innovationen gesucht werden, die zukunftsweisend für die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung in der Gesellschaft sind“, sagt Augstein. „Man merkt vor allem bei diesem Projekt, dass unsere Arbeit einen tieferen Sinn hat. Die Menschen freuen sich, wenn wir kommen und etwas Neues mit ihnen ausprobieren“, so die 32-Jährige weiter.

Nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigung

Menschen mit motorischen und kognitiven Einschränkungen stehen zwar im Fokus der Forschungsarbeit, die Ergebnisse lassen sich aber auch für andere Zielgruppen nutzen. “Die adaptiven Systeme können auch in der Industrie zum Einsatz kommen, etwa für unterschiedlich gut geschulte Arbeiter. Senioren sind ebenfalls eine mögliche Zielgruppe”, erklärt Augstein.

Das Forschungsprojekt läuft seit Oktober 2015 und soll Ende September 2016 abgeschlossen werden. Bis dahin soll es den Prototypen eines anpassungsfähigen Systems mit Fokus auf Benutzerinteraktion geben.

v. l. Juror Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger (Direktor, Haus der Barmherzigkeit, Lehrkrankenhaus der Medizinuniversität Wien, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Dr. Mirjam Augstein, Moderator Werner Gruber. (©BKA/Andy Wenzel)