FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

Mutig. Innovativ. Erfolgreich. Spotlights

FH-Förderverein Wels prämiert Masterarbeiten, ForschungsassistentInnen und Studentenprojekte

Vor mehr als 300 Gästen wurde im Minoritenkloster der „INNOVATIONaward FH Wels“ vergeben. Mit dem vom FH-Förderverein Wels gestifteten Preis wurden bereits zum 14. Mal Diplom- und Masterarbeiten, die konkrete industrielle Problemstellungen mit besonders innovativen Ideen lösen, ausgezeichnet. Verliehen wurden die Preise von Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer, dem Welser Bürgermeister Andreas Rabl, der die Räumlichkeiten in den Minoriten zur Verfügung stellte, dem Fördervereins-Obmann Günter Rübig, dem Sparkassen-Generaldirektor Michael Rockenschaub, dem IV-Präsident Axel Greiner und dem WK OÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger.


Der Automatisierungstechnik-Absolvent David Hrubicek gewann den Award in der Kategorie Technik / Automatisierungstechnik & Mechatronik mit einer Optimierung der Feuchtigkeitsmessung in der Papierindustrie. Michael Thor ist Absolvent des Studiengangs Mechatronik/Wirtschaft und beschäftigte sich in seiner Masterarbeit mit der virtuellen Produktentwicklung mit Faserverbundwerkstoffen. Er gewann damit die Kategorie Technik / Maschinenbau & Werkstofftechnik. Die Kategorie Wirtschaft & Innovation entschied der Mechatronik/Wirtschaft-Absolvent Ronald Holzleitner mit einem strategischen Modell zur Markteinführung radikaler Innovationen für sich. Der Öko Energietechnik-Absolvent David Engelmann hat an der Optimierung von neuartigen, zweiseitigen Solarzellen geforscht und damit die Kategorie Umwelt & Naturwissenschaften gewonnen. Forschungsassistent des Jahres wurde Jürgen Gruber, der im Forschungsbereich Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung erfolgreich tätig ist. Zum besten Studentenprojekt wurde das RoboRescue-Team mit einem neu entwickelten Rettungsroboter gewählt. Den Publikumspreis, der erstmals mittels Online-Voting ermittelt wurde, erhielt schließlich Michael Thor.

11.500 Euro Preisgeld ausgeschüttet

Die hochdotierten Zuwendungen für die 12 prämierten Diplom- und Masterarbeiten wurden vom FH-Förderverein Wels gesponsert. Der/die jeweilige Kategorie-GewinnerIn kann sich über einen Scheck in der Höhe von 1.500 Euro freuen, der/die Zweite und der/die Dritte erhalten je 500 Euro. Der Forschungsassitent des Jahres erhielt eine von Uhrmachermeister Hübner gesponserte Uhr im Wert von 1.500 Euro.

„Ich bin stolz auf die Leistungen der Absolvent/innen, die beim INNOVATIONaward der FH OÖ in Wels ausgezeichnet werden. Diese jungen Köpfe haben mit ihrem technischen Know-how und ihrer Kreativität innovative Ideen und Lösungen für und mit heimischen Unternehmen entwickelt. Die AbsolventInnen der FH OÖ sind ein wichtiger Innovationsmotor für Oberösterreich. Dazu möchte ich ihnen ganz herzlich gratulieren“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer. „Es freut mich besonders, dass bei den Studien- und Forschungsprogrammen in Wels jene Themen im Mittelpunkt stehen, die seitens des Landes Oberösterreich im Wirtschafts- und Forschungsprogramm 'Innovatives OÖ 2020' Priorität haben“, so Stelzer weiter.

Qualität der Ausbildung weiter steigern

„Damit Oberösterreich im internationalen Wettbewerb auch weiterhin erfolgreich besteht, ist es notwendig, verstärkt in Bildung und Forschung zu investieren. Die Qualität der Ausbildung ist entscheidend für die Wertigkeit der erworbenen Titel. Daher bekommt Wels im Jahr 2017 nicht nur einen zusätzlichen Master-Studiengang Bauingenieurwesen im Hochbau. Zusätzlich investiert das Land OÖ in die Infrastruktur um die bestehenden Laborausstattungen wieder auf den letzten Stand der Technik an der Fakultät Wels zu bringen. Außerdem befindet sich ein neues Laborgebäude in der Roseggerstraße in Planung, deren Spatenstich steht kurz bevor“, berichtet Stelzer.

Internationalisierung der Ausbildung

„Internationalisierung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Industriebundesland Oberösterreich. Oberösterreichische Unternehmen exportieren ihre Produkte weltweit. Damit sie international erfolgreich sein können, sind sie angewiesen auf hochqualifizierte Fachkräfte. Der Welser Studiengang Innovations- und Produktmanagement wurde kürzlich als erster 6-semestrige Bachelor-Studiengang weltweit mit der international anerkannten ABET-Akkreditierung ausgezeichnet. Das unterstreicht die hohe Qualität der FH OÖ-Studiengänge“, so Thomas Stelzer weiter.

Industrie und FH-Förderverein Wels bemüht sich um Nachwuchs

„Wir wollen mehr technische Studierende nach Wels holen. Die FH Oberösterreich in Wels erbringt Spitzenleistungen in Lehre und Forschung. Mit dem INNOVATIONaward FH Wels wollen wir – der FH-Förderverein Wels – die innovativsten Diplom- und Masterarbeiten und ForschungsassistentInnen der Welser FH vor den Vorhang holen und so der Öffentlichkeit zeigen, wie spannend ein technisch-naturwissenschaftliches Studium sein kann“, sagt FH-Fördervereins-Obmann Günter Rübig.

Leistbarer Wohnraum für FH-Studierende

Mit dem Ausbau der FH OÖ in Wels muss natürlich auch die Schaffung adäquater, und vor allem leistbarer Wohnmöglichkeiten für Studierende einhergehen. „Derzeit befindet sich ein neues Studentenheim für 100 Studierende in der Obermüllerstraße im Bau. Das Georg Oberhaidinger-Haus wird im September 2017 eröffnet. Gemeinsam mit dem Kolpingheim Wels, den zahlreichen Wohngemeinschaften und dem neuen FH-Bauteil in der Karl-Loy-Straße trägt dieses neue Heim zur Belebung der Innenstadt bei“, so Bürgermeister Andreas Rabl.

Innovative Köpfe vor den Vorhang holen

„Unsere Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften in Wels ist mit der Wirtschaft eng vernetzt und trägt durch praxisrelevante Masterarbeiten auf wissenschaftlichem Niveau zu Innovationen sehr viel bei. Der Innovation Award gibt uns die Möglichkeit, diese Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mein Dank gilt den Hauptsponsoren dieser Veranstaltung: dem FH-Förderverein Wels, der Sparkasse OÖ, dem Alumniclub FH OÖ, dem Land OÖ, Uhrmachermeister Hübner und der Stadt Wels“, sagt Dekan Günther Hendorfer.

PREISTRÄGER / -INNEN INNOVATIONaward FH Wels 2017 

Kategorie: „Technik / Automatisierung & Mechatronik“

  1. David Hrubicek BSc MSc: "Optimierte Feuchtemessung in der Papierindustrie" https://youtu.be/czKu42tpV70
  2. Sebastian Mandl BSc MSc: "autoBAHN: Präzise Lokalisierung von Schienenfahrzeugen" https://youtu.be/G8Rg9jiJjRo
  3. Richard Grasböck BSc MSc: "Funktionalität von PV-Wechselrichter verbessert" https://youtu.be/4XFLqKSqkAU

Kategorie: „Technik / Maschinenbau & Werkstofftechnik“

  1. DI Michael Thor BSc MSc: "Virtuelle Produktentwicklung mit Faserverbundwerkstoffe" https://youtu.be/RYjUsmJ1jZ0
  2. DI Rudolf Schwaha BSc: "Optimierung des LD-Stahlproduktionsverfahrens" https://youtu.be/3c687nuE_Pg
  3. Klaus Jax BSc MSc: "Auswirkungen von Blechbeschichtungen auf das Punktschweißen" https://youtu.be/A3Dd0NCv2_o

Kategorie: „Wirtschaft & Innovation“

  1. Ing. DI (FH) Ronald Holzleitner MSc: "Strategisches Modell zur Markteinführung radikaler Innovationen" https://youtu.be/rYwp7kD6yWs
  2. Kristina Pavlova B. MSc: "Externe Experten in Innovations-Workshops" https://youtu.be/BSdZm5cO1Y8
  3. Ing. DI (FH) Roman Wiesinger MSc: "Monetäre und ökologische Vorteile durch alternativen Antrieb" https://youtu.be/A3Dd0NCv2_o

Kategorie: „Umwelt & Naturwissenschaften“

  1. Ing. David Engelmann BSc MSc: "Effizienzsteigerung von Bifacial CIGS Solarzellen" https://youtu.be/oNeL1IlyA4w
  2. Johannes Leitner BSc MSc: "Kinderwunsch von Leukämie-Patientinnen" https://youtu.be/nu72aGJ9CDM
  3. Bianca Wallner BSc MSc: "Relevanz geringer Alkoholdosen bei Kindern" https://youtu.be/UUGL-51qovg

Kategorie: „Forschungsassistent/in des Jahres“

  1. DI (FH) Jürgen Gruber: "Optimierung einer zerstörungsfreien Bauteilprüfung" https://youtu.be/A-8qNvjkByw

 

14. INNOVATION AWARD FH WELS:
Prämierung der besten FH-Diplom- und Masterarbeiten

Mit dem INNOVATIONaward FH Wels holt der FH-Förderverein Wels bereits zum 14. Mal die innovativsten Masterarbeiten sowie Forschungsassistent/innen der Welser FH vor den Vorhang und zeigt so der Öffentlichkeit, wie spannend ein technisch-naturwissenschaftliches Studium sein kann.

Die eingereichten Masterarbeiten aus drei Kategorien „Technik / Automatisierung & Mechatronik“, „Technik / Maschinenbau & Werkstofftechnik“, „Wirtschaft & Innovation“ und „Umwelt & Naturwissenschaften“ wurden von einer hochkarätigen Jury nach wissenschaftlichen, praxisrelevanten und innovativen Aspekten beurteilt. Bewertet wurden Abschlussarbeiten der Studiengänge Anlagenbau, Automatisierungstechnik, Bio- und Umwelttechnik, Maschinenbau, Metall und Kunststofftechnik, Innovation and Product Management, Mechatronik/Wirtschaft, Sustainable Energy Systems und Öko-Energietechnik.

Die hochdotierten Zuwendungen für die 12 prämierten Diplom- und Masterarbeiten wurden vom FH-Förderverein Wels gesponsert. Der/die jeweilige Kategorie-GewinnerIn kann sich über einen Scheck in der Höhe von 1.500 Euro freuen, der/die Zweite und der/die Dritte erhalten je 500 Euro. Der Forschungsassitent des Jahres erhielt eine von Uhrmachermeister Hübner gesponserte Uhr im Wert von 1.500 Euro.

Der FH-Förderverein Wels bedankt sich bei den Sponsoren dieser Veranstaltung: Dem Land Oberösterreich mit LH-Stv. Mag. Thomas Stelzer, der Stadt Wels mit Bgm. Dr. Andreas Rabl LL.M., bei der Sparkasse OÖ, Dr. Michael Rockenschaub und Prok. Walter Wiesmair, beim AlumniClub FH OÖ, bei der Wirtschaftskammer OÖ Bezirksstelle Wels und bei Uhrmachermeister Hübner.

 

1. Platz Kategorie Technik / Automatisierung & Mechatronik

David Hrubicek BSc MSc, Studiengang: Automatisierungstechnik
Wohnhaft: 3300 Winklarn, Alter:  25 Jahre
Auftraggeber: Senmicro GmbH

Optimierte Feuchtemessung in der Papierindustrie

Der Feuchtegehalt ist ein wichtiger Prozessparameter und auch ein ausschlaggebendes Qualitätsmerkmal bei der Papierherstellung. Durch die Messung des Feuchtegehalts an bestimmten Positionen, kann der Vorgang der Papiertrocknung optimal geregelt und dadurch Energie sowie Ressourcen eingespart werden. Bislang wurden die Papierbahnen berührungslos mittels Infrarot-Strahlung auf ihren Wassergehalt überprüft.

„In meiner Masterarbeit testete ich ein neu auf dem Markt erschienenes, auf Mikrosystemtechnologie basiertes Interferometer für den Einsatz als Feuchtemessung in der Papierindustrie. Bislang war dieses Messgerät nur im Labor im Einsatz. Erstmals erfüllt es nun auch die Robustheit, für den Einsatz in industrieller Umgebung. Es zeichnet gesamte Spektren der Infrarotwellen auf. Dazu entwickelte ich komplexe mathematische Modelle, um die vielen, mehrdimensional gemessenen Daten verarbeiten zu können“, erklärt Hrubicek.

„Zuerst wurden die Modelle im Labor entwickelt, anschließend haben wir die Ergebnisse aber in der realen Papierproduktion bestätigen lassen. Alle Tests verliefen vielversprechend. Die NIR-Spektroskopie liefert viel genauere Daten – und das auch unter widrigen Umgebungsbedingungen. Sie hält hohen Temperaturen und einem hohen Verschmutzungsgrad stand und liefert verlässliche Daten. Das Messsystem ist darüber hinaus viel günstiger und flexibler einsetzbar“, so Hrubicek weiter, der nach seinem erfolgreichen Studienabschluss eine fixe Anstellung bei Magna Powertrain im Engineering Center Steyr erhalten hat.

 

1. Platz Kategorie Technik / Maschinenbau & Werkstofftechnik

DI Michael Thor BSc, Studiengang: Mechatronik/Wirtschaft
Wohnhaft: 4600 Wels, Alter:  29 Jahre
Auftraggeber: Transfercenter für Kunststofftechnik

Virtuelle Produktentwicklung mit Faserverbundwerkstoffe

Faserverbundwerkstoffe werden nicht nur im Flugzeugbau, sondern immer mehr auch im Automobilbereich eingesetzt. Die große Herausforderung in der Automobilindustrie ist die hohe Stückzahl im Vergleich zur Luftfahrt. Welser Wissenschaftler der Fachhochschule und des Transfercenters für Kunststofftechnik forschen derzeit intensiv an Entwicklungsmethoden und innovativen Fertigungsverfahren für CFK-Bauteile.

„Mit Hilfe der virtuellen Produktentwicklung erhalten wir ein tieferes Verständnis für die Produktionsverfahren und das CFK-Material an sich. Ich habe dazu ein Demonstratorbauteil – einen Leichtbauhocker – mit Hilfe von virtueller Produktentwicklungsmethoden entwickelt. Besonders herausfordernd waren dabei die zusätzlichen Freiheitsgrade die Faserverbundwerkstoffe ermöglichen, wie zB die Faserorientierung, da diese sowohl das Imprägnierverhalten als auch die mechanischen Eigenschaften beeinflussen. Neben der virtuellen Produktentwicklung habe ich auch die jeweils zugehörigen Materialdaten und deren Charakterisierungsmethoden berücksichtigt und weiter erforscht, da die Qualität und Aussagekraft einer Berechnung in hohem Maße von den benötigten Materialdaten abhängt. Ich habe dazu die umfangreichen Möglichkeiten im Transfercenter für Kunststofftechnik nutzen können.“, so Michael Thor.

„Meine Arbeit hat gezeigt, dass mit modernen CAE-Methoden in allen Bereichen der Produktentwicklungskette die Risken minimiert, Entwicklungszeiten verkürzt und reale Prototypen auf ein Minimum reduziert werden können. Die Ergebnisse habe ich auch schon auf internationalen Fachtagungen einem breiten Publikum vorgestellt  und auch in renommierten internationalen Fachzeitschriften publiziert“, berichtet der Maschinenbau-Absolvent, der jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter am FH OÖ Campus Wels ist.

 

1. Platz Kategorie Wirtschaft & Innovation

Ing. DI (FH) Ronald Holzleitner MSc, Studiengang: Mechatronik / Wirtschaft
Wohnhaft: 4644 Scharnstein, Alter:  32 Jahre
Auftraggeber:  Fronius International GmbH

Strategisches Modell zur Markteinführung radikaler Innovationen

Die Automobilindustrie zählt zu den dynamischsten Märkten in der heutigen Wirtschaft. Obwohl diese Industrie als technologiegetrieben und innovativ wahrgenommen wird, gestaltet sich die Einführung neuer Produkte und Radikaler Innovationen sehr langwierig und zeitintensiv.

„In meiner Masterarbeit habe ich ein strategisches Modell zur Markteinführung von radikalen Innovation in der Automobil-Zulieferindustrie entwickelt. Durch radikale Innovation entstehen neuartige Produkte und bisher unbekannte Geschäftsmodelle. Dabei ist wichtig einerseits die Unternehmen selbst aber auch den Markt auf die Einführung solcher Innovationen vorzubereiten“, so Holzleitner.

„Im ersten Teil habe ich ein grundlegendes theoretisches Fundament gelegt. Relevante Faktoren, welche die Produkteinführung, die Akzeptanz bzw. das Käuferverhalten in Industriegütermärkte beeinflussen, habe ich erarbeitet und anschließend bei 7 Auto-Zulieferbetrieben in einer qualitativen Marktstudien abgefragt. Aus der Kombination aus theoretischen und empirischen Ergebnissen habe ich dann das strategische Prozessmodell abgeleitet, welches die Planung und die Produkteinführung beschreibt. Die einzelnen Prozessschritte werden mit praxisrelevanten Aktivitäten und Werkzeugen ergänzt“, erklärt der Mechatronik/Wirtschaft-Absolvent weiter.

Das Prozessmodell wird bei Fronius International bereits im Rahmen von zwei Pilotprojekten angewendet. Bei der TPS/i Schweißgeräteserie und vor allem bei der Oberflächenbehandlung mit Atmosphärendruckplasma, welche sich parallel zur Produktentwicklung derzeit in einer frühen Markttestphase und Geschäftsmodellentwicklung befindet.

Ronald Holzleitner arbeitet bei Fronius International und leitet die Vertriebs- und Marktentwicklung für unsere neue Atmosphärendruckplasma-Technologie.

 

1. Platz Kategorie Umwelt & Naturwissenschaften

Ing. David Engelmann BSc MSc / Studiengang: Öko Energietechnik
Wohnhaft:  Sarmingstein, OÖ / Alter:  26 Jahre
Auftraggeber:  Tokyo University of Science, Japan

Effizienzsteigerung von Bifacial CIGS Solarzellen

An der Weiterentwicklung von Photovoltaik-Zellen wird weltweit intensiv geforscht. Ein zukunftsversprechendes Konzept ist die sogenannte Bifacial Solar Cell. Bei dieser Technologie wird die Rückseite durch ein transparentes, leitfähiges Material, ein sogenanntes TCO, ersetzt. Das ermöglicht die zusätzliche Energieaufnahme über die Rückseite und erhöht damit die Leistungsdichte der Solarzelle. Speziell im Bereich der Dünnschichttechnologie erwartet man sich dadurch neue Einsatzmöglichkeiten und verringerte Kosten.

Ein Schwerpunkt der Forschung am Optoelectronic Laboratory in Tokyo ist die Weiterentwicklung von CIGS Solarzellen

„Meine Aufgabe war es, den Molybdenum Rückkontakt dieser Zellen durch Titanium dotiertes Indium Oxid zu ersetzen und die Interface-Rekombination, also die Verlustmechanismen zwischen den einzelnen Schichten, zu minimieren“, berichtet Engelmann und weiter: „Ich hab dann unterschiedliche Behandlungsverfahren  ausprobiert und untersucht. Bei einem Verfahren wo ich mit erhitztem Ammoniak gearbeitet habe, ist es mir gelungen den Wirkungsgrad der Zelle deutlich zu steigern.“

Durch den Einsatz dieser Behandlung ist es Engelmann gelungen den Wirkungsgrad für ITiO/CIGS Solarzellen von ca. 11% auf 17,15% zu erhöhen.

„Dies ist zum einen ein neuer In-House Rekord an der Tokyo University of Science, zum anderen wurde bisher noch kein höherer Wirkungsgrad für diese spezielle Art der Solarzellen veröffentlicht“, freut sich Engelmann.

David Engelmann arbeitet jetzt in einem Ingenieurbüro für die technische Gebäudeausrüstung und baut gerade das Büro in Wien auf. „Speziell bei der Planung von PV-Anlagen kommt mir das Wissen meiner Masterarbeit sehr zu Gute“, so Engelmann.

 

1. Platz Kategorie ForschungsassistentIn des Jahres

DI (FH) Jürgen Gruber, Projektname: Aktive Thermografie
Wohnhaft: 4650 Lambach, Alter:  33 Jahre
Auftraggeber: FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH
Forschungsassistent seit 2009

Optimierung einer zerstörungsfreien Bauteilprüfung

Die „Aktive Thermografie“ ist eine an der FH Wels weiterentwickelte Methode der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung, die aufgrund ihrer Schnelligkeit und Genauigkeit von hohem Interesse für Hersteller von Faserverbundbauteilen ist.

Seit 2006 ist die Forschungsgruppe in Forschungsprojekten mit namhaften Industriepartnern aus dem Flugzeugbau wie FACC und Eurocopter sowie dem Fahrzeugbau wie TeufelbergerComposite und Peak Technology tätig.

Bei Aktiver Thermografie wird das Prüfobjekt aus dem thermischen Gleichgewicht gebracht, wobei die Temperaturentwicklung mit einer Infrarotkamera aufgezeichnet wird. Aus diesen Daten können nicht nur typische Fehlstellen von Verbundwerkstoffen detektiert werden sondern anhand physikalischer Modelle auch Materialparameter, wie die Temperaturleitfähigkeit, quantitativ bestimmt werden.

Die Aktive Thermografie funktioniert bei ebenen Bauteilen bereits sehr gut. An gekrümmten Bauteilen verhält sich die Temperaturentwicklung anders, weshalb wir derzeit physikalische Modelle für den Einsatz an solchen gekrümmten Bauteilen, wie zB bei Trägerelementen im Anlagenbau oder bei Flugzeugbauteilen, entwickeln.

„In meiner Forschungsarbeit habe ich einen Prüfstand konzipiert, der es ermöglicht, neuartige Bauteile aus 3D-Flecht-Wickel-Technologie automatisiert zu prüfen. Das Bauteil wird für die Messung rotiert und verschoben. Einzelne Ergebnisbilder werden anschließend zusammengefügt um die gesamte Bauteiloberfläche abzudecken“, erklärt Gruber.

„Am Beginn unseres Forschungsprojektes sollten wir nur die grundsätzliche Machbarkeit der Fehlererkennung in Verbundwerkstoffen mittels Aktiver Thermografie untersuchen. Nach und nach stellte sich heraus, dass mit dieser neuen Prüfmethode nicht nur ausgedehnte Fehler wie Fremdmaterialeinschlüsse, Verklebungsfehler, usw. gefunden und bewertet werden können, sondern auch anhand der Temperaturleitfähigkeit die Porosität des Materials sehr genau festgestellt werden kann. Mit dieser bildgebenden und vergleichsweise raschen Prüfmethode können Kosten der Qualitätsprüfung gesenkt werden“, freut sich der wissenschaftliche Mitarbeiter aus Lambach.

 

12 Welser FH-AbsolventInnen, ein Forschungsassistent und ein Bachelor-Studentenprojekt wurden vom FH-Förderverein Wels mit dem INNOVATIONaward FH Wels ausgezeichnet. Bildquelle: Land OÖ/Grilnberger (Abdruck honorarfrei)

v.li.n.re. Dekan FH-Prof. Günther Hendorfer, Ronald Holzleitner, WK OÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger, David Hrubicek, Jürgen Gruber, David Engelmann, LH-Stv. Thomas Stelzer, Sparkasse OÖ-Generaldirektor Michael Rockenschaub, FH-Förderverein-Obmann Günter Rübig, Bürgermeister Andreas Rabl, Michael Thor. Bildquelle: Land OÖ/Grilnberger (Abdruck honorarfrei)