FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

Mutig. Innovativ. Erfolgreich.Spotlights

Erstmals in Österreich: FH OÖ-Studierende rendern Animation mit preisgekrönter Pixar Software

Einmal CGI-Effekte zaubern wie dies große Studios bei Star Wars oder Herr der Ringe getan haben – dieser Traum wurde für ein Studierenden-Team der FH OÖ Campus Hagenberg wahr. Sie durften als eine der ersten an einer österreichischen Hochschule die Pixar Software RenderMan für ihren Abschlussfilm verwenden.


Insgesamt 9.934 Einzelbilder, 3,7 Terabyte an Rohdaten und ein Jahr Produktionszeit für acht Minuten: Das verbirgt sich hinter der Animation „Pakan“, die acht Studierende aus dem Bachelorstudiengang Medientechnik und -design im Rahmen eines Studienprojekts produziert haben.

Das besondere Etwas bei der Fertigstellung, dem sogenannten Rendering, erhielt ihr Abschlussfilm durch eine Software der bekannten Pixar Animation Studios namens RenderMan. Diese wurde bereits für eindrucksvolle CGI-Effekte in preisgekrönten Filme wie Finding Dory, Star Wars: Das Erwachen der Macht, Frozen oder Der Herr der Ringe-Trilogie eingesetzt.

„Im letzten Frühjahr hat Pixar seine ausgezeichnete Rendering-Suite erstmals nichtkommerziellen Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt, bisher kam dies im universitären Bereich allerdings hauptsächlich US-amerikanischen Hochschulen zugute“, erklärt Dr. Jürgen Hagler, der das „Pakan“-Team betreut hat. „Wir haben also direkt bei Pixar angefragt und die Zusage für die Nutzung der Software für eine Renderfarm bekommen“, so der FH OÖ-Professor weiter.

Als erste Studierende an einer österreichischen Hochschule hatte das Team hinter „Pakan“ somit die Gelegenheit, RenderMan für das Rendern von fotorealistischen 3D-Szenen einzusetzen. Unterstützt wurden die Studierenden dabei auch tatkräftig von den IT-Fachleuten der FH OÖ, die für den professionellen Aufbau der Renderfarm sorgten.

„Es war wirklich toll mit dem brandneuen Engine Renderman RIS zu arbeiten. Es ist ein großartiges Tool, weil man in Echtzeit Feedback zu den Eingaben bekommt, was bei anderen Engines nicht immer der Fall ist. Am Ende hatten wir schöne, physikalisch richtige aber dennoch stilisierte Ergebnisse“, sagt Elmar Glaubauf, einer der beteiligten Studierenden und Hauptverantwortlicher für das Rendering.

Ein Jahr Produktionszeit

Ganz ohne Schwierigkeiten und sogenannte „Bugs“ ging der Produktionsprozesse zwar nicht vonstatten, aber mit dem finalen Werk sind alle acht Beteiligten sehr zufrieden. „Den Film konnten wir erstmals bei der Projektpräsentation Anfang Februar an der FH vorstellen. Das Rendering haben wir ca. 2 Tage davor abgeschlossen. Dabei wurden auf 80 PCs ca. 15 Stunden pro Tag insgesamt 9.934 Einzelbilder gerendert“, erzählt Glaubauf.

Insgesamt ein Jahr hat die Arbeit an „Pakan“ gedauert. Die Animation erzählt wie einer von zwei Überlebenden einer großen Dürre auf eine gefährliche, lange Reise geschickt wird, um sein sterbendes Dorf zu retten und dabei großen Gefahren ausgesetzt ist.

Ideen für die Story wurden im Februar 2015 gesammelt, danach fokussierten sich die Studierenden im Laufe des Sommersemesters auf Story Development, Konzeption und Evaluierung der technischen Machbarkeit, Soundstimmung sowie ein erstes Modelling und Rigging der Charaktere. Im Sommer und Herbst wurde dann an die Szenerie entwickelt und der Protagonist animiert. Im Wintersemester wurde fertig animiert, letzte Änderung an der Story gemacht und viel Zeit in die Komposition, Lichtsetzung, Ton und schließlich ins Rendering investiert.

Nächste Station: Filmfestival

„Die Zusammenarbeit in einem so großen Team war eine Herausforderung, aber wir haben die Talente der einzelnen Teammitglieder optimal eingesetzt und alle waren bzw. sind noch immer sehr engagiert dabei“, sagt Glaubauf nicht ohne Stolz. Jetzt wird Pakan nochmals überarbeitet und dann auf Filmfestival eingereicht werden. Anschließend planen die Studierenden ihr Werk im Internet auch der Allgemeinheit öffentlich zugänglich zu machen.

Link zum Trailer: https://youtu.be/0QCbx-uS53A

Die kreativen Köpfe hinter “Pakan” (v.l.): Elmar Glaubauf, Matthias Patscheider, Christoph Lendenfeld, Markus Hadinger, Imanuel Thallinger, Andreas Weiß, Doris Rastinger und Christoph Würzlhuber. Bildquelle: FH OÖ