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Studie: Einsatz von Virtual Reality in der Architekturbranche

Viele Häuslbauer können sich unter dem vom Architekten vorgelegten Plan ihres zukünftigen Hauses wenig vorstellen. Virtuelle Begehungen der künftigen eigenen vier Wände bieten einen höheren Spaß- und Coolnessfaktor, erhöhen die Informationsqualität und fördern so die Kaufabsicht der Kunden. Diese Befunde zeigt eine, von Martin Moravec durchgeführte Studie im Zuge seiner Masterarbeit für den Studiengang Digital Business Management an der FH OÖ Fakultät für Management.


„Architekten und Bauunternehmer die Virtual Reality zur Präsentation ihrer Hauspläne nützen, bieten dem Kunden dadurch einen Mehrwert. Und das erhöht ihre Wirtschaftlichkeit und macht sie wettbewerbsfähiger,“ ist Martin Moravec, Student des Studiengangs Digital Business Management am FH OÖ Campus Steyr überzeugt.

Diese Ergebnisse konnte Moravec mittels einer Stichprobenuntersuchung, welche er bei der Hausbaumesse „Bauen & Energie“ in Wien durchführte, gewinnen: „Ich konnte bei rund 80 Probanden die Informationsqualität von Hausplänen in 3D, im Vergleich zur virtuellen Visualisierung überprüfen“, erläutert der 24-jährige aus Seewalchen am Attersee stammende Student.

Spaß und Verständnis erhöhen Kaufabsicht

Neben der Qualität der Darstellungsform spielen außerdem noch Spaßfaktor und Verständnis für die Technologie eine entscheidende Rolle. So konnte Moravec feststellen, dass sich die Technologieaffinität einer Person, auf das Verständnis und somit letztendlich auch auf die Kaufentscheidung auswirke: „Diese Aussage kann für beide Darstellungsformen (3D und VR) getroffen werden. Jedoch konnte bei der virtuellen Begehung eines Hauses tendenziell ein besseres Verständnis und eine bessere Benutzerfreundlichkeit als bei der 3D-Variante festgestellt werden.“

Einen besonders hohen Stellenwert, nehme vor allem anderen, jedoch einer ein: Der Spaß! Je cooler und je lustiger die Technologie, desto geneigter seien die Probanden einen Kauf zu tätigen. „Diese Erkenntnis trifft nicht nur auf den Sektor Hausbau zu, sondern kann viele Unternehmen in unterschiedlichen Sparten sensibilisieren“, resümiert der baldige Steyrer Absolvent und erläutert weiter: „Mithilfe von Virtual Reality kann der Spaßfaktor für die Anwender in jedem Fall verstärkt werden.“

Forschungsmethodik

Das Forschungsdesign basierte auf einem Experiment mit dem „Between-Subject Design“, bei welchem Testpersonen jeweils eine Variante des Plans – also entweder in 3D oder VR (Virtual Reality) – vorgelegt wurde. „Neben der quantitativen Befragung mittels Fragebogen, konnte ich zudem noch Gründe für die Nutzung der jeweiligen Technologie erfragen“, erklärt Moravec, welcher so seine zuvor aufgestellten Hypothesen zur Thematik überprüfen konnte. Bei der Auswahl der Testpersonen wurde auf eine Gleichverteilung bezüglich Alter, Geschlecht und Technologieaffinität geachtet.

Zukunftspläne

Mit Ende dieses Semesters sagt Moravec dem Leben als Student erstmals Lebewohl. Und jetzt? „Wenn ich auf die Frage nach den Vorstellungen für meine Zukunft eine Antwort geben würde, dann müsste ich sagen, dass ich mir einen Job im Bereich des modernen Projektmanagements, vorzugsweise in der Sportbranche, wünsche“, gestattet sich der Steyrer Absolvent einen Blick in die Zukunft.

Wenn das nicht klappt, könne er immer noch ein „Digitaler Nomade mit Beratungsleistungen für Firmen weltweit“ werden, scherzt Moravec angesichts der erst kürzlich bestandenen Abschlussprüfung.

Bei der Hausbaumesse „Bauen & Energie“ untersuchte Martin Moravec, Student am FH OÖ Campus Steyr, die Informationsqualität von virtuellen Hausbauplänen. Foto: FH OÖ

Erste Ergebnisse seiner Untersuchung zum Einsatz von virtuellen Hausbauplänen präsentierte Martin Moravec bei der Hausbaumesse „Bauen & Energie". Foto: FH OÖ