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FH OÖ Forscher sagen Nachstar im Auge den Kampf an

Wird Patienten infolge einer Kataraktes – also einer Trübung der Augenlinse - im Rahmen einer Operation eine Kunstlinse eingesetzt, so kommt es in fast 20 Prozent der Fälle zu einem sog. „Nachstar“. Ursache dieser Komplikation sind unter anderem Linsenepithel- und Entzündungszellen, die zu einer Verdichtung der Hinterkapsel führen. Verschiedene Faktoren, darunter auch eine aufgeraute Linsenoberfläche begünstigen diesen Umstand. Es scheint, dass es während der Chirurgie zu einer Aufrauung der Kunstlinsenoberfläche kommt. Am Linzer Studiengang Medizintechnik der FH OÖ erforscht man gemeinsam mit Augenärzten des Linzer AKH diesen Sachverhalt und sucht nach Verbesserungspotenzialen.

„Die Nachstarentstehung ist noch immer die häufigste Komplikation, die im weiteren postoperativen Verlauf nach erfolgreicher Kataraktoperation auftritt und zu einer erneuten Minderung der Sehschärfe führen kann“, erläutert OA Dr. Rupert Strauß vom AKH Linz das Problem aus der Sicht der medizinischen Praxis.

Mit dem Atomkraftmikroskop Veränderungen aufspüren

Professor Dr. Kurt Schilcher vom Department Medizintechnik der FH OÖ setzt zum Nachweis morphologischer und struktureller Veränderungen an den Implantaten ein hochauflösendes Atomkraftmikroskop (AFM) ein. Nach der Applikation unter Testbedingungen, die einen realen chirurgischen Eingriff simulieren, beträgt die Rauigkeit der Linsenoberfläche nach den bisherigen Untersuchungen teils das Doppelte als vor dem Eingriff.

Zur weiteren Vorgangsweise meint Schilcher: „Wir sind gerade dabei, die Innenseite der Applikatoren genauer zu analysieren. Ziel ist es, Ursachen zu erkennen und zu verstehen, warum Intraokularlinsenoberflächen nach der Implantation verändert sind.“

Das AKH der Stadt Linz und der Studiengang Medizintechnik der FH OÖ pflegen seit Jahren eine intensive Kooperation. Diese umfasst die Ausbildung von Studierenden ebenso wie Projekte in der Angewandten Forschung und den Wissenstransfer.

„Die FH OÖ zeigt mit diesem Forschungsprojekt, dass sie in innovativen Zukunftsfeldern wie der Medizintechnik ganz vorne mit dabei ist. Ein besonderes Anliegen ist mir, noch mehr Frauen für die Forschung zu begeistern. Mit dem ersten OÖ Forscherinnen-Award holen wir heuer erstmals die hervorragende Leistung der oberösterreichischen Forscherinnen vor den Vorhang. Mit 69 Einreichungen können wir bereits eine erste erfolgreiche Bilanz ziehen“, sagt Forschungslandesrätin Mag.a Doris Hummer.

Professor Kurt Schilcher vom Linzer FH-Studiengang Medizintechnik analysiert Kunstlinsen mittels Atomkraftmikroskop (AFM). Bildquelle: FH OÖ (Abdruck honorarfrei)