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Welchen Weg wird Österreich in der Energiepolitik gehen?

Vortrag am FH OÖ Campus Wels der Reihe „Wege in die Energiezukunft“


Wie sieht eine Energiewende zur Nachhaltigkeit aus? Wie kann das Potential erneuerbarer Energien optimal erschlossen werden? Welche Konflikte werden in Österreich, in der EU und weltweit  zu diesem Thema ausgetragen? Große Auseinandersetzungen finden jetzt schon statt, weitere stehen bevor. Zu solchen und ähnlichen Fragestellungen hält Univ.-Prof. Dr. Volkmar Lauber (Universität Salzburg) im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wege in die Energiezukunft“ am Dienstag, 12.06.2007 ab 18 Uhr am FH OÖ Campus Wels einen Festvortrag zur österreichischen Energiepolitik.Anschließendberichtet Prof. (FH) DI Dr. Peter Zeller über die Forschungserfolge des Welser FH-Studienganges „Öko-Energietechnik“.

Eines der großen Menschheitsprobleme der Gegenwart besteht in der Schaffung eines Energiesystems, das auf Dauer und ohne Umweltzerstörung bestehen kann. „Das derzeitige System, das weitgehend auf fossilen Energieträgern beruht, kann das nicht“, so Lauber. Es sei nicht von Dauer (etwa die Hälfte der fossilen Ressourcen sind schon aufgebraucht), bedrohe das Weltklima und führe zudem zu Abhängigkeitsverhältnissen und großen politischen Spannungen. „Aus gegenwärtiger Sicht sind die erneuerbaren Energiequellen die beste Chance, ein nachhaltiges Energiesystem zu verwirklichen. Das erfordert nicht nur weit reichenden technischen und ökonomischen Wandel, sondern auch große politische Anstrengungen, um die Trägheit der Interessen zu überwinden“, weiß Lauber.

Die Europäische Union und einzelne Mitgliedsstaaten spielen in diesem Bereich weltweit eine gewichtige Rolle – erstens durch das Vorantreiben des Kyoto Protokolls und dessen Umsetzung im Europäischen Emissionshandelssystem (seit 2005), zweitens durch die Förderung der erneuerbaren Energien (seit der Richtlinie 2001 über Strom aus erneuerbaren Energiequellen). Im Jahr 2007 hat die EU einen weiteren Anlauf genommen: Bis 2020 sollen 20 Prozent der Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, die CO2 Emissionen im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent gesenkt werden.

„Österreich hinkt in diesen Bereichen trotz guter Leistungen in der Vergangenheit nach. Sein Treibgasausstoß liegt derzeit mehr als 30 Prozent über dem mit der EU vereinbarten Kyoto-Ziel“, sagt Lauber. „Ökostrom hatte sich nach dem Ökostromgesetz 2002 ein paar Jahre gut entwickelt, seit dem Auslaufen dieser Gesetzgebung rangiert Österreich aber an letzter Stelle von 20 EU-Ländern bei der Attraktivität der Ökostromförderung.“ Die EU Kommission hat deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eingeleitet.