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Unternehmen profitieren von neuem Institut für agile Transformation

Wels, 09.06.2021. Das Umfeld vieler Unternehmen ist heute geprägt von zunehmender Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Phänomene wie Digitalisierung, Klimawandel oder Hyperwettbewerb führen dazu, dass bisher eingesetzte Managementmethoden nicht mehr zum gewünschten Erfolg führen. Agile Ansätze versprechen hier Abhilfe und eine erfolgreiche Zukunft für Unternehmen. Die Fachhochschule Oberösterreich hat an der Fakultät in Wels ein neues, auf Forschung und Praxistransfer ausgerichtetes Institut für agile Transformation gegründet. Heimische Unternehmen werden so bei ihrer agilen Reise unterstützt und zukunftsfit gemacht.


Die Corona-Pandemie zeigt eindrucksvoll, wie volatil und unsicher die Welt und damit auch das Umfeld vieler Organisationen geworden ist. „Externe Einflüsse aus der globalen Umwelt, dem Markt oder durch den Wettbewerb machen eine langfristige Unternehmensplanung zunehmend unmöglich und erfordern schnelle Reaktionen auf sich ändernde Gegebenheiten. Dazu kommen interne Umbrüche in Unternehmen, nicht selten ausgelöst durch Vertreter*innen der Generationen Y und Z, die sich flexibles, selbstbestimmtes und sinnerfülltes Arbeiten wünschen“, erklärt Kristiana Roth MSc, Forscherin am neuen Institut. 

Größtmögliche Flexibilität und Schnelligkeit
All diese Faktoren führen dazu, dass klassische Methoden der Unternehmensführung ausgedient haben. Erfolg versprechen dagegen agile Ansätze, die ursprünglich aus der Softwareentwicklung stammen. „Sie richten den Fokus nicht nur auf die kompromisslose Wertschaffung für den Kunden, sondern erlauben durch iteratives Vorgehen größtmögliche Flexibilität und schnelle Reaktionen auf Veränderungen“, sagt Roth und weiter: „Darüber hinaus verzichten sie weitgehend auf Hierarchien. Sie stellen Teams in den Mittelpunkt, die sich allein organisieren und selbstbestimmt ihrer Arbeit nachgehen.“ 

Namhafte Unternehmen wie Bosch, Tesla oder Spotify haben das Potential agiler Ansätze erkannt und erzielen damit nicht nur kürzere Entwicklungszeiten und bessere Renditen, sondern auch eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen.  

Institut für die heimische Industrie und Wirtschaft
Um auch heimische Unternehmen bei ihrer agilen Reise wissenschaftlich fundiert zu unterstützen, hat die Fachhochschule Oberösterreich an der Fakultät in Wels das Institut für agile Transformation gegründet. Neben exzellenter Forschung mit internationalen Partnern in ausgewählten Schwerpunkten wie „Agile Führung“, „Agile Geschäftsmodellentwicklung“ oder „Agile Produktentwicklung” ist auch der Praxistransfer über verschiedene Formate wie Fortbildungsprogramme, Unternehmens-Workshops oder Symposien ein erklärtes Ziel des Instituts. Darüber hinaus fließen agile Prinzipien und Methoden auch in die Ausbildung der Studierenden ein, so können sich diese heute bereits in Kooperation mit dem TÜV zum Agile Coach zertifizieren lassen. 

Großes Interesse von Unternehmen
Das Interesse der Wirtschaft am neuen Institut ist bereits groß, wie erste Kooperationspartner bestätigen. „Das Institut für agile Transformation ist eine großartige Initiative der FH OÖ, deren Schwerpunkte und Angebote für uns brandaktuell sind“, sagt etwa Markus Gaggl, CTO vom Linzer Maschinenbauer Rubblemaster. „Es ist seit jeher eine zentrale Stärke der FH OÖ, relevante Themen wissenschaftlich aufzuarbeiten und in Ergebnisse und Formate zu verwandeln, von denen die Industrie einen praktischen Nutzen hat“, so FH OÖ-Präsident Dr. Gerald Reisinger. „Das Institut für agile Transformation wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.“ 

Die wissenschaftliche Leitung des Instituts teilen sich die drei FH-Professoren Dr. Christiane Rau, Priv.-Doz. DI Dr. Peter Hehenberger und Dr. Alexander Brendel-Schauberger nach ihren jeweiligen Tätigkeits-Schwerpunkten, um zielgerichtet Forschung betreiben und maßgeschneiderte Transferleistungen für die Industrie anbieten zu können. 

Entscheidend für Erfolg
„Ob und wie Unternehmen in Zukunft agile Prinzipien integrieren, wird vielfach entscheidend für deren Erfolg sein“, ist Roth überzeugt. „Unsere Vision ist es, eine führende Institution im Feld der agilen Transformation zu sein und Unternehmen bestmöglich auf ihrem Weg zu unterstützen.“ 

Online-Eröffnung am 15.06.
Corona-bedingt wird die offizielle Eröffnung des Instituts für agile Transformation im Rahmen eines Symposiums mit Präsentation der Arbeitsschwerpunkte voraussichtlich im Herbst stattfinden. Interessierte können sich aber schon vorab beim Online Opening am 15.06.2021 um 17 Uhr informieren, Details und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Homepage https://www.fh-ooe.at/campus-wels/institut-fuer-agile-transformation möglich. 

v.li.n.re.: FH-Prof. Dr. Christiane Rau, FH-Prof. Priv.-Doz. DI Dr. Peter Hehenberger, FH-Prof. Dr. Alexander Brendel-Schauberger, Dr. Gerald Reisinger, Kristiana Roth MSc | Bildquelle: FH OÖ