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Innovative Unternehmen sind attraktiver für Investoren

Jedes Jahr schließen Unternehmen, weil sie keinen Nachfolger oder Investor finden. Bereits im Vorfeld entsteht deshalb aufgrund der unsicheren Zukunftsperspektive ein Innovationsstau, der wiederum die Attraktivität schwächt. Das Forschungsteam Global Business Management der FH Oberösterreich Campus Steyr arbeitet derzeit an einem Projekt, gemeinsam mit Partnern aus Österreich, Kroatien, Tschechien, Polen und der Slowakei, um Unternehmensübergaben zu erleichtern.


In Oberösterreich wurden 2018 zwischen 600 und 700 Unternehmen übergeben – entweder innerhalb einer Familie oder an Investoren. Dieses Thema sei zugunsten von Start-Ups etwas in den Hintergrund geraten: „90 Prozent aller Start-Ups verschwinden innerhalb der ersten fünf Betriebsjahre, während die Übernahme eines bestehenden Unternehmens eine viel sichere Sache ist“, sagt Jasmin Schiefer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH OÖ und beim transnationalen Forschungsprojekt „ENTER-transfer“. Dessen Ziel: Das Bewusstsein für Unternehmensübergaben wieder zu stärken, aber auch neue Instrumente für Unternehmensnachfolgen auf nationaler sowie transnationaler Ebene zu schaffen. „Mit einer unsicheren Zukunft vor Augen halten sich viele Unternehmer mit Innovationen zurück“, so Margarethe Überwimmer, Studiengangsleiterin Global Sales and Marketing der FH OÖ. Das sei kontraproduktiv, wenn man einen Nachfolger sucht. Attraktiv sei ein Unternehmen vor allem dann, wenn es permanent an seiner Entwicklung arbeite. 

Angewandte Forschung in der Lehre
Margarethe Überwimmer erklärt: „Wir forschen daran, wie man Innovationsstau vor Übergaben verhindert beziehungsweise nach der Übergabe rasch überwinden kann und wie KMUs die Chancen der Internationalisierung dabei nutzen können. Dies geschieht vor allem durch die internationale Zusammenarbeit im Forschungsprojekt hinsichtlich Hilfestellungen bei internationalen Übergaben.“ Eine solche Hilfestellung ist die Installation einer mehrsprachigen transnationale Matchmaking-Börse wo sich Unternehmen, Interessenten und Investoren finden können. Außerdem wurde ein neues akademisches Modell zur Unternehmensnachfolge entwickelt, welches in Zukunft auch in der Lehre im Studiengang Global Sales and Marketing eingesetzt wird, um Studierendenj praxisnahe Forschung näher zu bringen. 

Auch der ehemalige Absolvent der FH OÖ und erfolgreiche Geschäftsführer Mario Haidlmair der Haidlmair GmbH, und sein Vater unterstützen durch „Best Practice“-Beispiele das Forschungsteam: „Seit 6 Jahren führe ich nun als Geschäftsführer unsere Firmengruppe mit Sitz in Nußbach. Das Wesentlichste für eine erfolgreiche Übergabe eines Familienunternehmens ist das Loslassen der Vorgängergeneration. Ich hätte nicht als Nachfolger ein paar Jahre unter meinem Vater gearbeitet. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber grundsätzlich bringt der Prinz-Charles-Effekt für keinen etwas. Die Richtung, in die man gemeinsam geht, sollte eine Person vorgeben und diese lautet bei uns: Vorwärts“. 

Interreg-Förderung der EU bis 2020
Für das Projekt „ENTER-transfer“ stehen 1,7 Millionen EURO aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung der EU im Rahmen der Interreg-Programme Mitteleuropa zur Verfügung. Die Forschungskooperation der FH Oberösterreich mit Projektpartnern aus Kroatien, Tschechien, Polen und der Slowakei endet im Mai 2020.

Forschungsprojekt „ENTER- transfer“, FH OÖ Campus Steyr
Budget für 3 Forschungsjahre: 2,03 Mio. Euro. (Laufzeit 1.6.2017 – 31.05.2020)
Finanzierung: rund 1,7 Mio. Euro aus dem europäischen Fond für regionale Entwicklung der EU im Rahmen des Interreg Central Europe Programmes
Forschungsteam: FH-Prof. DI Dr. Margarethe Überwimmer, DI Dr. Jasmin Schiefer, FH-Prof. Ing. Mag. Robert Füreder, MMag. Sophie Wiesinger
Forschungspartner: Business Upper Austria (Linz), Wirtschaftsuniversität Bratislava, Innovation Partnership Centre Slowakei, Wirtschaftsuniversität Prag (VSE), South Bohemian Science and Technology Park(JVTP- Tschechien),  Institute for Sustainable Technologies (Poland) und Regional Agency of Dubrovnik and Neretva County (Kroatien).

Das Projekt wird im Rahmen des Programmes "Interreg Central Europe" aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwickung (EFRE) sowie aus Mitteln des Landes OÖ gefördert.

Ein Forschungsteam der FH OÖ am Campus Steyr, unter der Leitung von Margarethe Überwimmer, gibt Einblicke wie Unternehmensübergaben erfolgreich gestaltet werden können. Bildquelle: FH OÖ