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Bauingenieurwesen-Stipendien in Höhe von jährlich 15.000 Euro schaffen wertvollen Anreiz

Mit rund 250.000 Arbeitsplätzen und einem Produktionswert von etwa 40 Milliarden Euro ist die Baubranche einer der bedeutendsten Arbeitgeber in Österreich. Sie zählt mit 6,3 Prozent der nationalen Wertschöpfung zu den Hauptaggregaten des Bruttoinlandsprodukts. Etwa ein Viertel dieser bundesweiten Bauleistungen wird am Wirtschaftsstandort Oberösterreich generiert. Um diese Bauleistung weiter erbringen zu können, werden aktuell mehr als 500 FH-AbsolventInnen im Bereich Bauingenieurwesen in Oberösterreich benötigt. Dieser Mangel an Führungskräften wird für die oberösterreichischen Unternehmen durch die demografische Entwicklung zunehmend verschärft. Die Unternehmen SWIETELSKY, HABAU, WIEHAG und SCHMID BAUGRUPPE sowie die WKOÖ möchten diesem Trend rechtzeitig entgegenwirken und unterstützen nun 15 Bauingenieurwesen-Studierende am FH OÖ Campus Wels durch die Gewährung von Stipendien.


Die Landesinnung Bau und Unternehmen der oberösterreichischen Bauwirtschaft fördern ab Herbst 2018 fünfzehn Studierende der FH OÖ-Studiengänge Bauingenieurwesen im Hochbau durch die Übernahme von Stipendien in Höhe von je 500 Euro pro Semester.

„Mit dem FH OÖ Studiengang Bauingenieurwesen im Hochbau haben wir in Oberösterreich eine hochqualitative, akademische Hochschulausbildung mit starkem Praxisbezug in diesem Bereich. Mit der Gewährung von Stipendien wollen wir dieses FH-Studium für die Maturantinnen und Maturanten noch attraktiver machen“, sagt Bmst. Ing. Norbert Hartl, MSc MBA, Innungsmeister der Landesinnung Bau Oberösterreich.

Die Vergabe der Stipendien erfolgt in einer Jury, die aus VertreterInnen der Fördergeber und ProfessorInnen des Studiengangs besteht. Die besten BewerberInnen erhalten einen Zuschlag.

Derzeit studieren knapp 100 Studierende den Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen im Hochbau am FH OÖ Campus Wels. Weitere 24 Studierende qualifizieren sich aktuell im neuen Masterstudiengang zum Diplom-Ingenieur.

Für HTL-AbsolventInnen besonders interessant

Die Ausarbeitung des Studien-Curriculums des Bachelorstudiengangs wurde in enger Abstimmung mit der HTL1 Bau und Design Linz Goethestraße durchgeführt. „Für facheinschlägige Bau-HTL-Absolvent/innen ist es möglich in das zweite Semester einzusteigen. Das bietet vor allem für die männlichen Absolventen, die nach der Matura noch den Präsenzdienst ableisten müssen, interessante Einstiegsmöglichkeiten“, so Studiengangsleiter FH-Prof. DI Dr. Werner Hochhauser. 

Die Einstiegsphase des Studiums ist aber so aufgebaut, dass nicht nur Absolvent/innen von HTLs, sondern auch von AHS, BHS, HAK und auch AbsolventInnen des Studienbefähigungslehrganges das Studium ausgezeichnet meistern können. 

Sehr gute Arbeitsmarktchancen

In einer im Jahr 2016 von der EYETT Marketingforschung & Beratung erstellten Bedarfsanalyse für den Bauingenieurwesen-Masterstudiengang in Wels wurden 92 zufällig ausgewählte Unternehmen aus der Bauwirtschaft befragt. Die Ergebnisse zeigten den großen Bedarf an HochschulabsolventInnen in diesem Bereich.

„Die Unternehmen haben Schwierigkeiten, gute HochschulabsolventInnen mit Master-Abschluss im Bereich Bauingenieurwesen zu finden. Da die Mehrheit der GesprächsteilnehmerInnen für die nächsten drei bis fünf Jahre von einer gleichbleibenden Wirtschaftslage ausgeht, wird sich die Schwierigkeit, geeignetes Fachpersonal zu finden, kaum verändern. Dies zieht einen entsprechenden Bedarf an AbsolventInnen dieses Gebiets nach sich“, berichtet Studiengangsleiter Hochhauser. 

Große Teile der Baumeister- und Ziviltechnikerprüfung angerechnet

Der weiterführende Masterstudiengang wurde in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten entwickelt. „AbsolventInnen, die sowohl den Bachelor- als auch Masterstudiengang an der Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften abgeschlossen haben, sollen die hohen Anforderungen der Prüfungsstellen für die Baumeister- bzw. Ziviltechnikerprüfung erfüllen. Die Inhalte wurden deshalb so aufeinander abgestimmt, dass große Teile der anrechenbaren Prüfungsgegenstände anerkannt werden können“, berichtet Hochhauser. „Die Studierenden erhalten während ihres Bachelor- und Masterstudiums eine Ausbildung als Sicherheitsvertrauensperson, die für Betriebe mit mehr als 10 ArbeitnehmerInnen erforderlich ist. Zusätzlich bieten wir unseren Studierenden auch weitere Fortbildungsmöglichkeiten, wie den sehr beliebten Sprengbefugtenlehrgang, am Campus Wels an.“

Höherqualifizierung im Master

Zugangsvoraussetzung für das Masterstudium ist ein facheinschlägiger Bachelor-Abschluss. „Wir haben auch viele Anfragen von Bachelor-AbsolventInnen anderer Studienrichtungen, die sich im Bauingenieurwesen höherqualifizieren möchten. Auch für diese Zielgruppe ist unser Bauingenieurwesen-Masterstudium perfekt geeignet“, freut sich Hochhauser.

Studiengangsleiter FH-Prof. DI Dr. Werner Hochhauser. Foto: FH OÖ