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„Ausgezeichnete“ Medizintechnik-Studierende arbeiteten zu Sturzprävention, Geräte-Lokalisierung und Signalverarbeitung bei Cochlea-Implantaten

Im Rahmen des 14. Linzer Forums Medizintechnik am FH OÖ Campus Linz wurden die besten Abschlussarbeiten von der Gesellschaft für Sicherheit in der Medizintechnik (GSM) ausgezeichnet. Die Medizintechnik-Studierenden Rebekka Hager, Klaus Weissenböck und Florian Prammer konnten die Jury mit ihren Arbeiten überzeugen.


„Ich habe gar nicht damit gerechnet, freue mich aber sehr über die Auszeichnung“, sagt Klaus Weissenböck. Er erhielt für seine Masterarbeit, die in Kooperation mit der Universität in Pavia/Italien entstand, den GSM-Award und belegte Platz eins. „Pavia ist eine sehr alte Universitätsstadt, primär bekannt für das Medizin-Studium. Ebenfalls gibt es auf der Uni ein Institut für Medizintechnik, wo ich mit dem Team um Stefano Ramat zusammengearbeitet habe “, so Weissenböck. „Dort zu studieren, hat für mich nicht nur kultureller Austausch, sondern auch faszinierende technische Forschung bedeutet“, sagt er. 
Eine bewegliche Platte in Tischgröße, die zu Simulation von Erdbeben dient, weckte das Interesse des 26-Jährigen besonders. „Wir kamen dann auf die Idee, die Simulation mit Menschen zu testen und zu schauen, wie sie reagieren“, erzählt Weissenböck. Ergebnis: Menschen sind dieser Art von Bewegung selten ausgesetzt, diese sind aber ein gutes Training zur Sturzprävention.
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Erasmus+ Traineeships in Italien und seines Studiums an der FH OÖ, ist Klaus Weissenböck auf Arbeitssuche um Chirurgen und OP-Teams für Geräte und Implantate zu schulen.

Auf Geräte-Suche im Krankenhaus

„Technische Möglichkeiten bei der Indoor-Lokalisierung von Objekten im Krankenhaus“ lautete der Titel der Bachelorarbeit von Rebekka Hager. Die 23-Jährige hatte die Idee für das Projekt während eines Praktikums im Krankenhaus. „Mir ist aufgefallen, dass immer wieder Geräte verschwinden  und nicht mehr so einfach wiederzufinden sind“, erzählt Hager. Mit Bluetooth, W-Lan und anderen Funktechnologien testete die FH OÖ Studierende die Lokalisierung der Geräte. „Die Lokalisierung soll die Suche erleichtern und möglich machen, dass man sich in der Zeit auf die Patienten konzentriert“, sagt Hager. Ergebnis der Bachelorarbeit: Die Funktechnologien weisen noch verschiedene Lücken auf, sind deshalb noch nicht optimal für die Lokalisierung. Für die Arbeit wurde die 23-Jährige mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Frühdiagnose dank Medizintechnik

Der dritte Platz des „GSM“-Awards ging an Florian Prammer. Der 27-Jährige widmete sich in seiner Bachelorarbeit der Signalverarbeitung von Cochlea-Implantaten. „Es ist darum gegangen, einen Cochlea-Implantant-Simulator zu entwickeln. Cochlea-Implantate sind ja elektronische Prothesen für Gehörlose, mit denen der Gehörnerv stimuliert wird. Der Sinn meiner Arbeit war, die  Stärken und Schwächen dieser Implantate zu zeigen“, erklärt Prammer. Ergebnis: Sprachen wie Englisch und Deutsch können sehr gut wahrgenommen werden, bei Musik-Wiedergabe oder Sprachen wie Chinesisch funktioniert es nicht so gut. Prammer selbst ist seit sieben Jahren in einem Medizintechnik-Unternehmen tätig und kam dadurch auch zum Studium. Was ihn daran begeistert: „Es ist für mich eine spannende Schnittstelle zwischen Technik und Medizin, das heißt man hat die Möglichkeit, den Patienten wirklich zu helfen und ich sehe auch in meinem Job, wie die Patienten von der Technologie profitieren – etwa dadurch, dass man diagnostisch Dinge früher feststellen kann“, erzählt er.

 

GSM-Award

Seit 2010 wird der GSM-Award für die besten Abschlussarbeiten in der Medizintechnik an der FH OÖ vergeben. GSM-Geschäftsführer Lukas Dolesch ist es ein Anliegen, junge Talente zu fördern und damit das Netzwerk  des Unternehmens zu erweitern und zu pflegen. Das Unternehmen „Gesellschaft für Sicherheit in der  Medizintechnik“ ist in der Medizintechnik-Planung, Beratung und Sicherheits- und messtechnische Kontrolle von Medizintechnik und Elektroanlagen tätig , fünf AbsolventInnen der FH OÖ sind bereits bei GSM angestellt.

 

Medizintechnik an der FH OÖ

Ziel des Medizintechnik-Studiums an der FH OÖ ist die Vermittlung fundierter Fachkenntnisse in der medizinischen Gerätetechnik- und Rehabilitationstechnik. Diese werden durch umfassende Grundlagen der Medizin, des Medizinprodukterechtes wie auch der ökonomischen Strukturen des Gesundheitswesens ergänzt. Unsere Studierenden lernen die Sprache und Probleme der Medizin kennen und erwerben die Fachkenntnisse zur Lösung konkreter technischer Problemstellungen im Gesundheitswesen. Das Ausbildungskonzept umfasst die Grundlagenausbildung, Vertiefungen, praktisches Arbeiten in technischen Labors und im Krankenhaus sowie ein Studienprojekt und das Berufspraktikum. www.fh-ooe.at/mt

https://www.fh-ooe.at/campus-linz/studiengaenge/bachelor/medizintechnik/forum-medizintechnik/14-linzer-forum-medizintechnik/

Klaus Weissenböck (Mitte) mit zwei Freunden vor seinem Studierendenwohnheim in Pavia/Italien.

Klaus Weissenböck beschäftigte sich in seiner Arbeit mit Sturzprävention, am Bild einer seiner Probanden.

Die Preisträger Klaus Weissenböck (ganz links), Rebekka Hager und Florian Prammer (2. v. re.)mit gsm-Geschäftsführer Lukas Dolesch (Mitte) und Medizintechnik-Studiengangsleiter Martin Zauner (ganz rechts).