FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

News/AktuellesFH Oberösterreich

Kunst am Campus Steyr: Karl Mostböck Ausstellung

24 Bilder des Steyrer Ehrenbürgers sind am FH OÖ Campus Steyr bis Ende März 2020 zu sehen. Karl Mostböck gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Malerei des Informell in Österreich, seine Werke befinden sich in zahlreichen in- und ausländischen Sammlungen.


"Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele, sagte Maxim Gorki. Die Disziplinen Wissenschaft und Kunst sind schon immer eng verbunden. In diesem Sinne wollen wir am Campus Steyr nun regelmäßig unseren Studierenden und allen Interessierten die Werke junger wie bereits arrivierter KünstlerInnen vorstellen. Mit dem international anerkannten Künstler Karl Mostböck, dessen Werke etwa in der Albertina, dem Museum Leopold oder der Kunstsammlung Liechtenstein zu finden sind, machen wir den Anfang. Vielen Dank an das Karl Mostböck Archiv für die Gestaltung dieser Ausstellung", so Dekan Heimo Losbichler.

Initiator der Karl Mostböck Ausstellung ist Franz Freudhofer, langjähriger Förderer und Ehrenringerträger der FH Oberösterreich. Kuratiert wurde die Ausstellung vom Steyrer Galeristen Erich Fröschl. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Siegfried Wichmann beschreibt das Werk Karl Mostböcks wie folgt: "Der Ausdruckscharakter der Pinselimprovisationen sind geniale Zuordnungen der gelenkten Impulse, - denn der Strich des Künstlers zeiget eine Art autonome Bewegungsspur, die immer mehr aussagt, als der portraitierte Realismus. Mostböck erhebt sein Alterswerk nochmals in eine Steigerung, - indem er seinen Wesensausdruck zu einer Ganzheitsbetrachtung führt. Mostböck sieht seine Welt in raumsymbolischen Gegensätzen, die mit der Gegenwart und dem Unbewussten verbunden sind...  Fern jeglicher Begrenztheit ist Mostböck einer der europäischen Künstler, die über den Zeitgeist hinaus die Fraktur des Pinsels in ihrer unmittelbaren Erscheinung bereichern und damit neue Räume erschließen."

Über Karl Mostböck
Am 12. April 1921 in Grein an der Donau geboren, war er im Wesentlichen  Autodidakt. Lediglich bei Prof. Gerhardinger an der Münchner Kunstakademie sowie bei dem englischen Gebirgsmaler Harrison Compton erhielt er etwas Schulung für seine künstlerische Tätigkeit. 1946 tritt Mostböck der Berufsvereinigung der Oberösterreichischen Künstler bei. 1949 Übersiedlung nach Steyr und Beginn einer Tätigkeit im technischen Schrifttum der Steyr-Werke als technischer  Grafiker. Ab 1954 Teilnahme am österreichischen Grafikwettbewerb und Aufnahme für die Ausstellung gemeinsam mit Künstlern wie Alfred Kubin, Alfred Hrdlicka . . . . 1955 erste Reise nach Paris. Prägende Begegnungen durch Werke von Jean Dubuffet, Jean Fautrier und von Francois Desnoyer . Dieser maßgebliche Einfluss der „Ecole de Paris“, speziell der Werke von Alfred Manessier erweckte in Mostböck eine große Begeisterung für die Kunst des Informel. Mitte der 1960iger Jahre Hinwendung zur asiatischen Kunst und Philosophie. 1968 Teilnahme an einer Ausstellung mit japanischen und chinesischen Künstlern in Dubrovnik. In der Folge eine rege internationale Ausstellungstätigkeit unter anderem mit der Teilnahme an der Art Basel und Art Washington. Beschäftigung mit Art Brut und Versuch einer Synthese der asiatischen Kaligraphie mit dem europäischen Informel. In den 1990er Jahren Rückkehr zu einer reduktionistisch-skriptualen Formensprache. 2008 wurde Mostböck eine besondere Anerkennung seiner Kunst zuteil durch die Teilnahme an einer Präsentation mit seinen ehemaligen Vorbildern: Jean Fautrier, Emil Schuhmacher, Henri Michaux, Cy Twombly und Mark Tobey in der Ausstellung „Vom Aufruhr zur Struktur – Schriftwerte im Informel“, das deutsche und französischen Informel aus dem Bestand des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm. Karl Mostböck war auch ein hervorragender  Akkordeonspieler, wobei seine große Leidenschaft dem Jazz gehörte. Er wurde mit dem Titel „Professor“ und dem „Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ ausgezeichnet, war Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Grein und seiner Heimatstadt Steyr wo er am 19. Oktober 2013 starb.

Vernissage am Campus Steyr Bildquelle: FH OÖ