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Der Sustainability Award der FH OÖ Fakultät Wels ist vergeben

Die FH OÖ Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften in Wels prämierte in einem Online-Event vor 270 Gästen sechs angehende Maturant*innen mit dem „Sustainability Award“. Mit diesem Preis wurden heuer erstmals Diplomarbeiten und vorwissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Nachhaltigkeit prämiert. Knapp 100 Schüler*innen sind österreichweit der Ausschreibung gefolgt und haben ihre Arbeit eingereicht. „Die Qualität der Arbeiten war sehr hoch“, freute sich der Veranstalter Dekan FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl. Über den Sustainability Award-Siegerscheck in der Höhe von 750 Euro, der von allen Gästen mittels Online-Voting ermittelt wurde, durften sich schließlich Julia Lochner und Johanna Prähauser von der HBLA Ursprung freuen. Der 500-Euro-Scheck für Platz 2 ging an Lena Böhm und Niklas Wohlmuth. Den 3. Rang belegten Maximilian Steiner und Lukas Eder. Sie durften sich über 250 Euro freuen. Alle vier kommen von der HTL Mödling Bautechnik-Umwelttechnik.


„Wir sind uns der Bedeutung von ökologischer, ökonomischer wie gesellschaftlicher Nachhaltigkeit bewusst und vermitteln diese Denk und Handlungsprämissen im Sinne eines gelebten Umweltbewusstseins im Bereich der Lehre und angewandten Forschung in vielfältiger Weise“, berichtet Dekan Rabl. Auch in der Campus-Neugestaltung wird auf Nachhaltigkeit geachtet: Studierende werden in den Planungsprozess eingebunden, der Innenhof wird an die Bedürfnisse der Studierenden mit grünen Wohlfühl-Oasen, Chill-out-Area und Lernflächen angepasst, Außenwände begrünt und die FH-Mensa ausgebaut.

Aber auch in der Lehre und Forschung gibt es viele Vorzeigebeispiele, wie etwa: Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologie, Photovoltaiktechnologie, Energiespeicher; Condition Monitoring/Predictive Maintenance – Lebensdaueroptimierung von Produktionsmaschinen; zerstörungsfreie Werkstoff-Prüfmethoden; Abwasser-, Abgasaufbereitung, Energierückgewinnung, Algenforschung; Kreislaufwirtschaft; Automatisierte Produktion von Leichtbauteilen mit geringem Verschnitt; Bahnautomatisierung; autonomes Fahren von Autos und Zügen; nachhaltige Lebensmittel- und Futtermittelproduktion; Einsatz intelligenter Robotertechnik; Smartphone-, Satellitensteuerung in der Agrartechnologie; nachhaltige Produktideen finden und diese zu erfolgreichen Produkten entwickeln; Bau- und Dämmmaterialien; Schallschutz; Luftdichtheit; Lebensmittelforschung für Lebens- und Futtermittelsicherheit und vieles mehr.

Aquaponik für den Einfamilienhaushalt

Julia Lochner und Johanna Prähauer haben sich in ihrer Diplomarbeit mit dem Thema „Aquaponik für den Einfamilienhaushalt“ beschäftigt. Bei dieser Kreislaufwirtschaft profitieren Pflanzen und Fische voneinander, da das Wasser aus der Aquakultur für die Nährstoffversorgung der Pflanzen genutzt wird und das verunreinigte Fischwasser durch die Pflanzen und das Substrat gereinigt wird.

Die beiden Schülerinnen haben ein einfaches, mit handelsüblichen Materialien aufbaubares System für den Einfamilienhaushalt konstruiert und als Selbstversuch der Diplomarbeit zu Grunde gelegt. „An zwei Standorten in Anthering und Mittersill haben wir jeweils drei Systeme mit 400 Liter Fischtank und 0,3 m³ Pflanzbeet aufgebaut. Wir verwendeten möglichst günstige und handelsübliche Materialien, da der Aufbau für jeden leistbar sein sollte. In unserer Planung sollten die Systeme mit Karpfen, Goldfischen und Barschen bestückt werden“, berichten die beiden HBLA Ursprung-Schülerinnen.

Der Test verlief sehr erfolgreich und sie konnten damit beweisen, dass die Aquaponik auch im kleinen Stil für den Einfamilienhaushalt funktioniert. Sie kann somit in Zukunft eine wichtige Rolle in der Versorgung der urbanen Weltbevölkerung spielen.

Nachhaltig, praktisch, gut - das „grüne Grätzel“ der Zukunft

Lena Böhm und Niklas Wohlmuth wollen mit ihrer Diplomarbeit in Zeiten der globalen Erwärmung und Naturkatastrophen etwas verändern. Ziel ihres Projektes war es, eine Stadt zu planen, in der man ein Leben im Einklang mit der Natur führen kann. Um dies zu erreichen, wurde zum einen ein Energiekonzept erstellt, das Siedlungen autark mittels Photovoltaikzellen auf Hausdächern und Fassaden versorgt. Zur Deckung des Heizwärmebedarfs wurde ein Wärmepumpenkraftwerk geplant. Weiters wurde ein Verkehrskonzept erstellt, das den motorisierten Individualverkehr in der Siedlung reduziert und verlangsamt. Die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern wird dadurch attraktiver.

Um die Luftqualität in der Siedlung zu verbessern, wurden großzügige Grün- und Parkflächen mit vielen Pflanzen und Bäumen geplant. Weiters besitzen alle Straßen einen Grünstreifen, der mit Bäumen bepflanzt ist. Viele Gebäude haben zusätzlich begrünte Dächer oder Fassaden.

Neben den umwelttechnischen Schwerpunkten des Projektes wurde auch großes Augenmerk auf das soziale Leben im „grünen Grätzel“ gelegt. Der große Park zum Beispiel soll ein Ort sein, an dem man zusammen spielt, badet oder gemütlich im Kaffeehaus eine Tasse Kaffee trinkt.

Regulation städtischer Wärmeinseln

Maximilian Steiner und Lukas Eder haben sich in ihrer Diplomarbeit mit dem Stadtklima beschäftigt und versucht, städtische Wärmeinseln durch bauliche Adaptierungen und Nutzung von Niederschlagswässern in Mödling zu regulieren.

In Städten ist es wesentlich wärmer als im Umland. Das verursacht einen Hitzestress für die Einwohner. Die Vielzahl an versiegelten Flächen stört den natürlichen Wasserkreislauf und führt zu unerwünschten Abflussspitzen im Kanalnetz.

Die beiden Schüler haben mit der ZAMG eine Niederschlags- und Stadtklimaanalyse für Mödling erstellt. Damit die in Zukunft punktuell ansteigenden Regenmengen bewältigt werden und die Hitze- und Sommertag reduziert werden können, stellen die beiden Möglichkeiten der Urban Heat Island-Regulierung und ein positives Regenwassermanagement vor.

Entsiegelung, Versickerungsanlagen und die Errichtung von Grünflächen helfen, den Wasserkreislauf der Stadt zur Natur zurückzuführen. Gründächer dienen als Puffer für Starkregenereignisse und bekämpfen gleichermaßen durch ihre Verdunstungsleistung eine Überhitzung. Regenwasserzisternen ermöglichen die Nutzung der Niederschlagswässer zum Einsparen von kostbarem Trinkwasser. Mit Hilfe der Verwendung von Baumaterialien mit einem hohen Albedo-Wert lässt sich verhindern, dass ein Großteil der Wärmestrahlung die Stadt gar nicht erst aufheizt.

Julia Lochner und Johanna Prähauser gewinnen den ersten Sustainability Award der FH OÖ Fakultät Wels.

Julia Lochner und Johanna Prähauser gewinnen den ersten Sustainability Award der FH OÖ Fakultät Wels.

Lena Böhm und Niklas Wohlmuth erreichten beim Sustainability Award der FH OÖ Fakultät Wels den zweiten Platz.

Lena Böhm und Niklas Wohlmuth erreichten beim Sustainability Award der FH OÖ Fakultät Wels den zweiten Platz.

Maximilian Steiner und Lukas Eder belegten den 3. Platz beim Sustainability Award der FH OÖ Fakultät Wels.