FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

News/AktuellesFH Oberösterreich

Hagenberger Medizininformatiker erzielten Spitzenplätze bei österreichweiter FH-Leistungsschau

Forscher aus Hagenberg machen auf sich aufmerksam. Bei der FFH2007 Konferenz in Puch bei Salzburg, der ersten österreichweiten Leistungsschau der Forschungs­tätigkeiten an den Fachhochschulen, landeten die Medizininformatiker aus Hagen­berg an der absoluten Spitze. Unter 52 eingereichten Arbeiten in der Kategorie „Poster“ erreichte DI (FH) Gerald Zwettler den ersten Platz. Sein Kollege DI (FH) Franz Pfeifer wurde vierter.

Im Zentrum der Arbeiten von Gerald Zwettler steht die computergestützte Diagnostik in der modernen Multi-Slice Computertomographie. Mit dem ersten Preis wurde die Arbeit „Automatische Klassifizierung der Leber aus hochauflösenden Multi-Slice-CT“ zur Diagnostik und Operationsplanung von Leber-Tumoren prämiert. Mit der entwickelten Software wird die Leber aus einer Vielzahl von Schichtbildern virtuell und vollkommen automatisiert herausgeschnitten. Tumor und Gefäße werden erkannt und zusammen mit den Leberlappen dreidimensional dargestellt.

Nach Klassifikation der Leber in ihre acht Leberlappen kann der operative Eingriff virtuell durchgeführt werden. Dabei fällt die Entscheidung, welcher Leberlappen resektiert werden muss, um den Tumor im Gesunden entfernen zu können. Damit wird ein leistungsfähiges Werkzeug zur Visualisierung und Planung komplizierter Operationen zur Verfügung gestellt.

Exakte Bilder zur besseren Operationsplanung

Die Forschungsarbeit von Franz Pfeifer mit dem Titel „Rapid Prototyping in Surgery“ hat zum Ziel, Ärzten ein Softwaresystem zur Verfügung zu stellen, um kieferortho­pädische Operationen anhand von realen Modellen anstatt am Computer zu planen. Die Multi-Slice-CT ist mit einer Auflösung von höchstens 0,5 Millimeter eine ideale Technologie, um die Knochen des Gesichtsschädels dreidimensional abzubilden. Durch Plomben und Implantate werden jedoch im Mund- und Kieferbereich massive Abbildungsfehler hervorgerufen.

Die Hagenberger Forscher beseitigen diese Fehler, indem sie am Computer diesen Teil durch das Bild des Zahnabgusses ersetzen. So werden exakte Bilder für die nachfolgende Operationsplanung bereitgestellt.

Die Forschungsprojekte werden gemeinsam mit dem Zentralen Röntgeninstitut und der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie des AKh Linz durchgeführt.