FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

Events/Messen FH Oberösterreich

Public Lecture: Deeskalation im sozialpädagogischen Handlungsfeld

 18:00 - 20:00
 Campus Linz

Aggressive Wutausbrüche, Provokation, Verweigerung sind
Situationen, welche zum sozialpädagogischen Alltag
gehören. Doch wie damit umgehen?


In der Public Lecture wird anhand eines präzisen
neurobiologischen Vorgehens gezeigt, wie man Aggression
verstehen und diese beantworten kann. Dabei spielt unsere
evolutionspsychologische Entstehungsgeschichte die
wesentliche Rolle. Im Rahmen von Millisekunden werden
Vorgänge aktiviert und entschieden. Kampf, Flucht und
Erstarrung sind jene Reaktionen, welche dem Entkommen
vor Raubtieren funktional waren. Auch heute noch reagieren
wir auf alle Situationen, in denen wir uns gestresst fühlen, in
diesen drei Mustern. Höhere Primaten wie Gorillas,
Schimpansen und Menschen orientieren sich vor jeder
Stressreaktion aneinander und das genau ist unsere Chance
in der Deeskalation.


Aber auch Eskalationen können Chancen darstellen:
Gelingt es uns, Menschen sicher durch diese Situationen zu
führen, entsteht eine Vertrauensbeziehung, wie sie davor
noch nicht erreichbar war. Deshalb können wir Eskalationen
nutzen, um eskalierende Menschen aus ihrer Bedrohtheit zu
führen. Misslingt jedoch die Situation, dann kann Vertrauen
auch zerstört oder deutlich eingeengt sein.

Gerade bei bindungstraumatisierten Menschen ergeben sich
aus der Bindungsbeziehung Reaktivierung ihrer Bindungstraumata
und damit oft auch aggressive Eskalationen.
Das Wissen um diese Vorgänge führt zu einem anderen
Verstehen dieser Menschen und zu neuen
Handlungsspielräumen.

 

Referent: Dr. Christoph Göttl