Campus HagenbergInformatik, Kommunikation, Medien

Studierendenprojekt Think Twice

THINK ² (Think Twice): eine Awareness-Kampagne zur Klimadebatte der Klasse “Analoge Animation” (2019)

28 Studierende im 5. Semester des Bachelorstudiengangs Medientechnik und -design entwickelten und produzierten 10 Denkanstöße in Form von animierten Teaservideos, die gängige Mythen rund um den Klimawandel beleuchten.

Die entstandenen Stopmotion-Clips stehen der Öffentlichkeit und insbesondere Umweltorganisationen als mediale Stütze zur Aufklärung diverser Kernthemen zur freien Verfügung. 

Im Rahmen der Integrierten Lehrveranstaltung "Analoge Animation" an der Fachhochschule Oberösterreich wurde am Campus Hagenberg an insgesamt seches Tagen an den StopTrick-Arbeiten photographiert. Dieser kreative Prozess umfasste das Wintersemester 2019 und wurde von FH-Professor Dr. Jürgen Hagler und Lektor und MTD-Absolvent Remo Rauscher geleitet.

www.fh-ooe.at/thinktwice

Die Filme

Die Lehrveranstaltungsleiter im Kurz-Interview

Wie ist die Idee zu Think2  und diesen Filme eigentlich entstanden?

Remo Rauscher/ Jürgen Hagler:"In der Anlaufphase zum Projekt wurden verschiedene Themen mit der gesamten Klasse der 28 Studierenden besprochen und demokratisch abgestimmt. Aufgrund der hohen Aktualität und Dringlichkeit der Debatte konnte man sich relativ schnell auf das Thema Klimawandel einigen. Danach galt es einen geeigneten medialen Zugang zu finden. Mehrere Brainstorming-Diskussionen und Präsentations-Schleifen führten zu den finalen Ideen, Storyboards und Umsetzungen. 

Dies geschah in Eigeninitiative der Klasse “Analoge Animation” und wurde auf Anfrage an die Linzer Regionalgruppe für “Fridays For Future” sehr kompetent unterstützt. Eine ausführliche Vorlesung mit vielen wertvollen Informationen zu aktuellen Problemstellungen führte schnell auf die Fährte der ‘Klima-Mythen’, die im weiteren Verlauf konzeptionell verfolgt wurde. 

Nicht zuletzt aufgrund der heiklen Handhabe der Informations- und Quellenbelegung wurden die Clips bewusst frei von konkreten Ziffern bzw. statistischen Fakten gehalten und durften als Denkanstöße in Richtung Mythen bzw. Irrglauben zur Klimadebatte konzipiert werden. 

Wichtigen Informationen dazu lieferte die dreiköpfige Linzer Expertengruppe der bekannten Klimabewegung. Allen voran Helwin Prohaska, seines Zeichens Physik Student an der JKU und seine Kollegen Georg Winkler und Lisa Ackerl führten die Klasse in die Thematik ein und lieferten eine Unzahl wertvoller Quellen und Ansätze."

Wie viele Filme wurden realisiert und zu welchen Themen? Wie lange wurde an den Filmen gearbeitet? Welche Techniken eingesetzt (nur Stop-Motion)?

Remo Rauscher/ Jürgen Hagler: "In Bewegung gesetzt wurden die Ideen gänzlich analog und zwar mittels bewegter Photographie. Genauer gesagt mittels “Stop-Trick” oder “Stop-Motion”. Eine heutzutage beinahe antike Technik der Animation, die einen sehr niederschwelligen Zugang zum Bewegtbild liefert und aufgrund ihrer innenwohnenden Limitationen heutige Digital Natives vor besondere Herausforderungen stellt. So durften Materialien, wie Watte CO2-Wolken darstellen oder Collagen aus Tonpapier einen leidenden Planeten in Szene setzen. Charaktere wie z.B: Papier- und Stoffsackerl im Boxring, Pinguine auf schmelzenden Eisschollen und grinsende Tofus auf Transatlantik-Überquerung durften somit Protagonisten der Aufklärung-Kampagne werden." 

Was sagt ihr zu den Ergebnissen eurer Lehrveranstaltung?

Remo Rauscher/ Jürgen Hagler: "Der Mehrwert und ein Kernmotiv der Übung besteht darin, dass nicht nur technische und gestalterische Skills geübt und erprobt werden dürfen, sondern vor allem zeitgemäße Diskurse und ‘reale’ Auftraggeber in einer Übungsaufgabe vereint werden. Der so entstehende Konnex an gesellschaftlich relevante Themen und die öffentliche Präsentation der Ergebnisse generieren im besten Fall ein intrinsisches Momentum an Identifikation und Motivation aller Beteiligten."   

Könnt ihr uns abschließend noch mehr zur Kooperation mit Klimabündnis bzw. Klimaschutzjetzt.at erzählen?

Remo Rauscher/ Jürgen Hagler: "Noch vor der Veröffentlichung der Arbeiten entstand reges Interesse seitens des Klimabündnis Österreich bzw. der Initiative ‚Klimaschutz Jetzt‘, einer Online-Petition unter Landesrat Stefan Kaineder. Die Abteilung wählte aus allen Animationsclips drei Arbeiten aus und gestaltete einen Teaserclip für den kommenden Jugendwettbewerb „Die besten Klimaschutzideen für Morgen“, der dazu aufruft in Form von Handyvideos, Animationen, Kurzfilmen oder Videobotschaften einzureichen. Die GewinnerInnen des Wettbewerbs werden als oberösterreichische KlimabotschafterInnen zu einer internationalen Klimaschutzkonferenz entsandt. Mehr Infos gibt's auf www.klimaschutzjetzt.at"

Studierenden Statements

Das sagen die Studierenden zur Arbeit an den Filmen und Herausforderungen, Highlights und Erkenntnisses im Laufe der Produktion:

Barbara Hattmannsdorfer, Sebastian Moritz, Eva Schoechert, Thomas Ecklbauer (das Produktionsteam von “CO2-What To Do”)

"Uns war wichtig aufzuzeigen, wie drastisch die Auswirkungen des durch den Menschen erzeugten Klimawandels tatsächlin sind, welche durch massive CO2 Ausstöße durch unter anderem Industrie, Transport und jedem einzelnen verursacht werden. Mit unserer Frage ‚The climate is changing - why aren't we?‛ versuchen wir an die Menschen zu appellieren, sich die aktuelle Situation vor Augen zu führen und sich gemeinsam mit allen anderen daran zu beteiligen, den Klimawandel so gut es geht abzuwenden.

Das Projekt hat uns viel Freude bereitet, speziell da wir als Ausgangsstellung ein wichtiges, uns am Herzen liegendes Thema hatten und wir damit vielleicht einen kleinen, aber feinen Anteil am Kampf gegen den Klimawandel haben.
Im Laufe des Projekts haben wir schnell bemerkt, dass es keine gute Wahl war, auf nur einer Ebene zu arbeiten. Dadurch wurde die Arbeitsfläche schnell chaotisch und wir haben beim Verschieben eines Autos unglaublich aufpassen müssen, die Elemente in unmittelbarer Nähe nicht auch zu verschieben. Durch die große Anzahl an verschiedenen Elemente, die jedes Einzelbild bewegt werden mussten, haben wir außerdem die Geschwindigkeit der Animation unterschätzt und einen Großteil viel zu schnell animiert - was dann in der Postproduktion ein paar Probleme bereitet hat." 


Peter Jäkel-Caprano & Florian Fiebiger (die kreativen Köpfe hinter „Escape the Flood“)

„Mit unserem Animationsvideo wollen wir auf das Problem aufmerksam machen, dass die Lebensräume der Menschen als auch der Tiere durch die Klimaerwärmung gefährdet sind. Wichtig war uns, dass der Clip die Zuschauer*innen vor allem auf emotionaler Ebene berührt, da wir dadurch mehr Bewusstsein für die ernste Lage in der wir uns alle befinden schaffen wollten. Die Emotionen werden durch den Gegensatz von niedlichen Figuren und Zerstörung/Tod verstärkt.”