FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

Agender (auch: Genderneutral, Neutrois)

sind Personen, die sich mit keinem Geschlecht identifizieren oder gar keine Geschlechtsidentität haben (wollen).

 

Asexualität

Asexualität beschreibt Personen, die wenig bis gar keine sexuelle Anziehung verspüren.

 

Aromantik

Als aromantisch sind Personen zu verstehen, die keine romantische Anziehung gegenüber anderen Menschen empfinden. Das heißt jedoch nicht, dass aromatische Personen zu keinen Empfindungen fähig sind. Auch Individuen, die sich als aromantisch bezeichnen, können ebenfalls enge emotionale Verbringungen eingehen. Sie erleben diese jedoch auf eine stark freundschaftliche und platonische Weise.

 

Biologisches Geschlecht (engl. Sex)

Das biologische Geschlecht beschreibt das bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht – geprägt durch Anatomie (Körper) und Physiologie (hormonelle Aktivität, Organfunktion) – und ist nicht oder nur mit größerem Aufwand veränderbar.

 

Bisexualität

Frauen und Männer die sich als bisexuell definieren, fühlen sich emotional und/oder sexuell zu beiden Geschlechtern hingezogen und gehen sowohl mit Frauen als auch mit Männern sexuelle und/oder nicht-sexuelle Beziehungen ein.

 

Cisgender

Als „Cis“ werden jene Personen bezeichnet, die in Übereinstimmung mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht leben.

 

Coming-out

Coming-out beschreibt die öffentliche Positionierung als homosexuell, bisexuell, trans*, inter*, queer, gendernonconforming oder genderqueer.

 

Demisexuell

Eine demisexuelle Person erfährt keine sexuelle Anziehung, bis sie eine starke emotionale Verbindung zu einem zukünftigen Partner aufgebaut hat. Demisexualität ist Teil des asexuellen Spektrums.

 

Demografische Diversität

Demografische Diversität nimmt personenimmanente und scheinbar unveränderbare soziale Ordnungsgefüge wie Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierungen, physische und psychische Beeinträchtigungen, ethnische Herkunft sowie Religion und Weltanschauung in den Blick.

 

Diskriminierung

Der Begriff Diskriminierung definiert einen benachteiligenden, herabsetzenden und/oder abwertenden Umgang mit einer oder mehreren Personen oder einer gesellschaftlich zugeordneten Gruppe.

 

Diversity / Diversität

Diversity (dt.: Vielfalt) ist ein organisatorisches und gesellschaftspolitisches Konzept, das auf einen wertschätzenden, bewussten und respektvollen Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft setzt.

 

Diversity Management

Als multidimensionaler Ansatz zur bewussten Wahrnehmung, Nutzung und Förderung von Vielfalt in sozialen Systemen fördert Diversity Management Chancengleichheit, um Kompetenzen, Ressourcen und Innovationen in Organisationen bestmöglich zu nutzen.

 

Doing Gender

Doing Gender, als zentraler Begriff der integrationistischen Geschlechterforschung, fasst Geschlecht als das Ergebnis einer Vielzahl alltäglicher, situationsspezifischer Unterscheidungen und Handlungen auf und untersucht, wie Menschen im Alltag Geschlecht beobachten, relevant machen und inszenieren.

 

Feminismus

Feminismus definiert das Engagement für soziale, ökonomische und politische Gleichstellung von Frauen und Männern mit dem Ziel, Frauen und Männer aus den gesellschaftlich aufgezwungen Rollen und Stereotypen zu befreien. Feminismus hinterfragt und analysiert soziale Strukturen und patriarchalische Werte, welche die Unterordnung der Frauen und die Dominanz der Männer behaupten. 

 

Gender

wird im Deutschen als "soziales Geschlecht" bezeichnet, das durch die Zuschreibung von geschlechtsspezifischen Fähigkeiten und Erwartungen an Menschen, egal welcher Geschlechtsidentität, entsteht. Das soziale Geschlecht gründet auf gesellschaftlichen Dynamiken und ist veränderbar und variabel innerhalb und zwischen den Kulturen und dementsprechend nicht nur auf zwei Optionen beschränkt. Es definiert Rollen, Pflichten, Zwänge, Chancen und Privilegien.

 

Gender Budgeting

Finanzpolitisches Analyse- und Steuerungsinstrument durch eine veränderte Haushaltsführung bzw. -politik im Sinne des Gender Mainstreaming zur Förderung der Gleichstellung. Der (Staats)Haushalt ist die in Zahlen gegossene (Gesellschafts-)Politik und kann Geschlechterungleichheiten verstärken oder abbauen. Geschlechterspezifische Auswirkungen von Budgetentscheidungen, sowohl einnahmenseitig (Steuern, Abgaben etc.) als auch ausgabenseitig (Förderungen, Zuteilung von Mitteln etc.) werden beim Gender Budgeting analysiert und bewusst gestaltet.
Gesetzliche Grundlagen: Artikel 13 Absatz 3 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG): Bund, Länder und Gemeinden haben bei der Haushaltsführung die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern anzustreben; Artikel 51 Absatz 8 B-VG: Bei der Haushaltsführung des Bundes sind die Grundsätze der Wirkungsorientierung insbesondere auch unter Berücksichtigung des Ziels der tatsächlichen Gleichstellung (….) zu beachten; Bundeshaushaltsgesetz 2013 - § 2: Die Wirkungsorientierung ist insbesondere auch unter Berücksichtigung des Ziels der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern als integraler Bestandteil der Haushaltsführung von allen Organen der Haushaltsführung auf jeder Gliederungsebene des BVA Rechnung zu tragen.

 

Genderfluid

Genderfluide Personen ziehen es vor, ihre Geschlechtsidentität anhaltend veränderbar zu halten („fließend“). Es sind also Personen, deren Geschlechtsidentität sich verschiebt oder die mehrere Geschlechter zum Ausdruck bringen.

 

Genderkompetenz

Genderkompetenz umfasst das grundsätzliche Erkennen der Relevanz von Geschlechterzuschreibungen im eigenen Arbeits- und Wirkungskontext (Wissen). Dieses Erkennen ist mit der Bereitschaft (Wollen) und der Fähigkeit verbunden, sich damit im Arbeits- und Studienalltag – gegebenenfalls unterstützt durch Genderexpert*innen und mit dem Wissen aus Geschlechtertheorien – auseinander zu setzen und daraus abgeleitet Handlungen zu setzen (Können). Sowohl Erkennen, Auseinandersetzen und Handeln unterliegen einem stetigen Reflexionsprozess

 

Gender Mainstreaming

(Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten Akteur*innen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen selbstverständlich einnehmen.
Gesetzliche Grundlagen: Vertrag von Amsterdam 1997: Aufnahme von GM in das Primärrecht und Verpflichtung aller EU-Mitgliedsstaaten, GM in ihrer Politik anzuwenden; in der Folge Aufnahme in die österreichische Bundesverfassung und in das Bundeshaushaltsgesetz: „Gender Budgeting“.

 

Gendergerechte Sprache

Die Sichtbarmachung von Frauen, Männern und nicht-binären Personen in Wort und Schrift.

 

Gender-Pay-Gap

Der Gender-Pay-Gap ist eine statistische Kennzahl zur Messung der Ungleichheit beim Verdienst zwischen Männern und Frauen.

 

Geschlecht

Der Begriff Geschlecht wird im Deutschen sowohl für das biologische Geschlecht (engl.: sex) als auch das soziale Geschlecht (engl.: gender) verwendet. Biologisches und soziales Geschlecht sind zwar nicht ident, jedoch eng miteinander verbunden. Dennoch ist es wesentlich, biologische Fakten und soziale Zuschreibungen differenziert zu betrachten.

 

Geschlechtervielfalt

Der Begriff Geschlechtervielfalt verweist darauf, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und Geschlechtsidentitäten, geschlechtliche Ausdrucksweisen und Körper vielfältig sind.

 

Geschlechtsidentität

In der Geschlechtsidentität drückt sich aus, welchem Geschlecht sich eine Person zugehörig fühlt. Dies muss nicht immer mit den angeborenen körperlichen Merkmalen und dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmen.

 

Geschlechternormen

Sind dominante Vorstellungen über Geschlecht. Wenn wir im Alltag das Geschlecht unseres Gegenübers einschätzen, dann geschieht dies auf Basis von Geschlechternormen, also von Vorstellungen darüber, wie etwa Männer oder Frauen aussehen, sich bewegen, sich verhalten sollen. Geschlechternormen sind historisch und soziokulturell bedingt, d.h. sie sind in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich und auch innerhalb von Gesellschaften veränderlich.

 

Geschlechtsdysphorie

Man spricht von Geschlechtsdysphorie, wenn der wahrgenommene Unterschied zwischen dem angeborenen Geschlecht und der gefühlten Geschlechtsidentität Leiden oder Beeinträchtigung versursacht.

 

Heteronormativität

Der Begriff Heteronormativität bezeichnet ein gesellschaftlich verankertes Machtverhältnis im Umgang mit Geschlecht und Sexualität, das als vermeintlich normal oder natürlich gilt. Es wird angenommen, dass die Gesellschaft eine zweigeschlechtliche Ordnung sei, in der es nur Männer und Frauen gibt und zudem nur gegengeschlechtliches Begehren (Heterosexualität) existiert. Menschen und Lebensformen, die von dieser Idee abweichen, werden benachteiligt. So werden zum Beispiel intersexuelle Menschen oder Homosexualität immer wieder als Abweichung von einer vermeintlichen Normalität konstruiert.

 

Heterosexualität

Der Begriff Heterosexualität steht für die Liebe und sexuelle Anziehungskraft zwischen zwei unterschiedlichen Geschlechtern, also zwischen Mann und Frau.

 

Homosexualität

Homosexualität definiert die Liebe und sexuelle Zuneigung zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen.

 

Homophobie

Die Ablehnung von und Angst vor gleichgeschlechtlich liebenden und lebenden Personen wird als Homophobie bezeichnet. Dies kann zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen.

 

Intergeschlechtlich oder inter*

sind Selbstbezeichnungen von Personen, deren Geschlechtsmerkmale (anatomisch, chromosomal und/oder hormonell) von der derzeitigen medizinischen Definition „weiblicher“ oder „männlicher“ Körper abweichen. Die Geschlechtsidentität intergeschlechtlicher Menschen kann, muss aber nicht, inter* sein. Sie können auch eine männliche, weibliche oder andere Geschlechtsidentität haben.

 

L.G.B.T.Q.I.A.+

ist eine aus dem englischen Sprachraum übernommene Abkürzung und steht für „lesbian, gay, bisexual, transgender, queer or questioning, intersex or intergender and asexual“. Das + steht für weitere Geschlechtsidentitäten. Der Begriff soll eine Vielfalt von Sexualität und Geschlechtsidentitäten hervorheben. Weiters soll er einen Sammelbegriff bieten, um auf die Marginalisierung und Ausgrenzung bestimmter Begehrens- und geschlechtlicher Lebensformen aufmerksam zu machen und um für die gesellschaftliche Anerkennung zu kämpfen.

 

Multigender

Multigender ist ein Begriff für alle, die mehr als eine Geschlechtsidentität erleben. Es kann als eigenständige Geschlechtsidentität verwendet werden oder kann ein Überbegriff für andere Identitäten sein, die dieser Beschreibung entsprechen.

 

Multisexuell

Multisexualität geht davon aus, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Multisexuelle Personen fühlen sich nicht nur zu Frauen oder Männern hingezogen, sondern auch zu Menschen, die sich dazwischen bewegen oder sich außerhalb dieser Zuteilung verstehen (z.B. trans*idente Personen). Der Fokus liegt, im Gegensatz zur Pansexualität, auf einer vielfältigen Sexualität.

 

Nicht-binär (auch: non-binary, genderqueer)

ist eine Selbstbezeichnung von Personen, die sich außerhalb der binären Geschlechterordnung verorten, die also weder (nur) weiblich, noch (nur) männlich sind. Sie können beispielsweise beides oder dazwischen sein. Oder sie haben ein anderes Geschlecht, oder eines, das sich immer wieder verändert (siehe Genderfluid).

 

Patriarchat

Als Patriarchat werden die sozialen Arrangements und Strukturen bezeichnet, innerhalb derer die Unterdrückung von Frauen und Andersgeschlechtlichen durch Männer gelebt wird.

 

Pansexualität

Der Begriff Pansexualität beschreibt eine sexuelle Orientierung, die die Offenheit in der Partner*innenwahl beinhaltet. Es wird also keine Vorauswahl nach Geschlecht oder Geschlechtsidentität getroffen.

 

Personenstand

Ist eine Erhebung von „weiblich“, „männlich“ oder von anderen Kategorien (sofern vorhanden) in amtlichen Dokumenten. Der Personenstand bezeichnet also jenes Geschlecht, welches Personen rechtlich zugeordnet wird (nicht zu verwechseln mit dem Familienstand, wie z.B. verheiratet, in eingetragener Partnerschaft lebend, ledig…).

 

Polyamorös

Personen, die in mehr als einer (Liebes-)Beziehung zur gleichen Zeit leben und monogame Beziehungsformen in Frage stellen werden als polyamorös bezeichnet.

 

Queer

Als queer bezeichnen sich Menschen, die ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität als quer zur vorherrschenden Norm beschreiben und die eine heteronormative Regulierung von Gender und Sexualität kritisieren. Der englische Begriff „queer“ (seltsam, sonderbar, leicht verrückt, gefälscht, fragwürdig) war ursprünglich ein Schimpfwort, mit dem Schwule abgewertet wurden, dient heute aber als gesellschaftskritische Eigenbezeichnung.

 

Sexismus

Unter Sexismus versteht man die positive und negative Diskriminierung von Personen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechtes und/oder der gesellschaftlich zugewiesenen Geschlechterrollen und Stereotype. Sowohl Männer als auch Frauen können von Sexismus betroffen sein.

 

Sexuelle Orientierung 

drückt aus, von welchem Geschlecht sich eine Person sexuell und emotional angezogen fühlt. Es kann sich dabei um das andere Geschlecht, um das eigene Geschlecht oder um beide Geschlechter handeln (Homo-, Hetero-, und Bisexualität). Im englischsprachigen Raum wird oft die Bezeichnung LGBT-People, (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) verwendet, wobei darauf hinzuweisen ist, dass Transgender nicht zu dem Themenkomplex der sexuellen Orientierung gehört und sich auf die Geschlechtsidentität bezieht.

 

Soziales Geschlecht (engl. "gender")

siehe Gender

 

Trans, trans*, transgender oder transident

sind Selbstbezeichnungen von Menschen, deren Geschlecht nicht oder nur teilweise dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Trans Personen können eine weibliche, männliche oder jede andere Geschlechtsidentität haben.

 

Transsexualität 

bezeichnet den Konflikt zwischen dem physischen Geburtsgeschlecht und dem subjektiv erlebten Geschlecht. "Betroffene fühlen sich trotz ihrer eindeutigen Geschlechtsmerkmale dem anderen Geschlecht zugehörig."

Transsexuell und intersexuell sind Begriffe, die kritisiert werden, weil sie pathologisierend verwendet werden und die Endung „-sexuell“ irreführend ist, da es um Geschlecht und nicht um sexuelle Orientierung geht. Manche Personen verwenden die Begriffe aber als Selbstbezeichnung

 

Transition

Als Transition wird der Prozess bezeichnet, in dem eine trans Person soziale, körperliche und/oder juristische Änderungen vornimmt, um die eigene Geschlechtsidentität auszudrücken.

 

Transvestitismus

Unter Transvestitismus versteht man das Tragen „gegengeschlechtlicher“ Kleidung (engl. Cross-Dressing). Dabei kann eine zeitweilige Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht erlebt werden, ohne den Wunsch nach dauerhaften Geschlechtswechsel.

 

Unerwünschtes Outing

Bezeichnet das Öffentlichmachen der Geschlechtsidentität einer Person gegen ihren Willen und durch andere. Ein selbstbestimmter Outingprozess wird meist als „Coming out“ bezeichnet. Ein unerwünschtes Outing ist respektlos und kann negative und gewaltvolle Konsequenzen für die geoutete Person haben.