FH OberösterreichUniversity of Applied Sciences Upper Austria

Diversity Glossar

Viele Begriffe werden zwar im Diversity Management oft verwendet, sind aber nicht allen geläufig. Hier eine alphabetisch sortierte Defintionsliste. Falls ein wichtiger Begriff noch fehlt - bitte um Kontaktaufnahme unter diversity@fh-ooe.at!

Accessibility

Die Zugänglichkeit von Internetseiten wird als Accessibility oder barrierefreies Web bezeichnet. Auf Hürden im Internet stoßen all jene Nutzer*innen, die vom so genannten Standard abweichen. Das sind Menschen, die im Sehen, Hören, in ihrer Bewegungsfreiheit, der Bedienung der Maus oder im intellektuellen Bereich beeinträchtigt sind. Betroffene sind also Menschen mit Behinderungen, aber auch Personen, die beispielsweise einen Computer im Auto benützen.

Ageismus

Als Ageismus (Altersdiskriminierung) wird die Altersfeindlichkeit als Form sozialer Diskriminierung, die negative Wahrnehmung des Alterns und die damit zusammenhängende Stigmatisierung der davon betroffenen Gruppe von Menschen bezeichnet.

Anti-Bias

Der Anti-Bias-Ansatz ist ein Ansatz der antidiskriminierenden Arbeit. „Bias“ bedeutet Voreingenommenheit oder Schieflage. Neben dem Fokus auf individuelle Vorurteile und Haltungen einzelner Menschen, nimmt der Anti-Bias-Ansatz insbesondere gesellschaftliche Schieflagen, Macht- und Herrschaftsverhältnisse in den Blick.

Barrierefreiheit

Der Begriff umfasst Verkehrsmittel, Systeme der Informationsverarbeitung, bauliche und sonstige Anlagen, technische Gebrauchsgegenstände, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltende Lebensbereiche. Primär handelt es sich um den Zugang zu Informationen für alle, u. a. über barrierefreie Gebäude, Websites, Broschüren, aber auch zu und über den Arbeitsplatz, Inhalte des Studiums, in erster Linie für körperlich, psychisch und geistig beeinträchtigte Menschen. Sekundär kann die Barrierefreiheit aber auch auf alle anderen benachteiligten Gruppen und den problemlosen Zugang zu allen o. g. Bereichen erweitert werden.

Behinderung

 „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von der Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist“ (§ 2 des SGB IX).

Beeinträchtigung

Der Begriff Beeinträchtigung bezieht sich neben den anerkannten Behinderungen auch auf alle weiteren Beeinträchtigungen, Gesundheitszustände und Krankheiten, die sich auf den Zugang zu Hochschule und auf das Studier- & Arbeitsleben negativ auswirken können.

Bildungschancen

Dieser Begriff bezeichnet die Möglichkeiten, welche die einzelnen Personen oder Personengruppen besitzen, durch Teilnahme am Bildungssystem Bildung zu erlangen. In westlichen Industriegesellschaften werden die ungleichen Bildungschancen einzelner oft mit ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht begründet. In anderen Gesellschaftssystemen ist der Grund dafür häufig das Geschlecht oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Ethnizität.

Chancengleichheit

Der Grundsatz, der für alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrer sozialen Herkunft das Recht auf gleiche Lebens- und Sozialchancen in Ausbildung und Beruf fordert. Die Maxime fordert für alle zumindest gleiche Startchancen, d.h. Zugang zu allen Bildungs- und Ausbildungsgängen.

Demografische Diversität

Demografische Diversität nimmt personenimmanente und scheinbar unveränderbare soziale Ordnungsgefüge wie Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierungen, physische und psychische Beeinträchtigungen, ethnische Herkunft sowie Religion und Weltanschauung in den Blick.

Diskriminierung

Diskriminierung bezeichnet eine Ungleichbehandlung oder Benachteiligung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale wie Geschlecht, sozialer Herkunft, Religion, Alter, Ethnizität oder Aussehen und damit verbundener gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Diskriminierung lässt sich in strukturelle, institutionelle und individuelle Diskriminierung unterscheiden. Sowohl gesellschaftliche Minderheiten und Personengruppen als auch ganze Gesellschaften können Zielgruppen von Diskriminierung sein.

Diversitätsorientierte Gleichstellung

Die Erfahrungen und Erkenntnisse der Initiativen der letzten Jahre im Bereich Gleichstellung und Diversität legen eine diversitätsorientierte Gleichstellungspolitik nahe, die nicht nur auf Geschlecht zur Festlegung von Gemeinsamkeiten oder Unterschieden ausgerichtet ist, sondern auf soziale Gruppen in spezifischen Lebenssituationen abstellt wie z.B. Studierende mit Kindern oder Wissenschafter/innen in der PhD-Phase. Es werden daher stets mehrere relevante Merkmale – insbesondere im soziokulturellen Kontext – evidenzbasiert und forschungsgeleitet miteinander verknüpft, um effektive Gleichstellungsmaßnahmen zu entwickeln.

Frauenförderung: Frauenförderung zielt auf die Erhöhung der Chancen von Frauen in bestimmten Bereichen, in denen sie gegenüber Männern noch immer unterrepräsentiert sind oder diskriminiert werden. Diskriminierung auf Grund des Geschlechtes bedeutet eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung bzw. Benachteiligung. Eine vorübergehende Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts ist nur dann zulässig, wenn sie dem Ziel dient, endlich eine gendergerechte Ausgangssituation herbeizuführen. Konkrete Vorgaben für den Bundesbereich finden sich u.a. im Bundes-Gleichbehandlungsgesetz und in den Frauenförderungsplänen der Bundesministerien.

Diversity

Diversity ist ein organisatorisches und gesellschaftspolitisches Konzept, das auf einen wertschätzenden, bewussten und respektvollen Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft setzt.

Diversity Management

Als multidimensionaler Ansatz zur bewussten Wahrnehmung, Nutzung und Förderung von Vielfalt in sozialen Systemen fördert Diversity Management Chancengleichheit, um Kompetenzen, Ressourcen und Innovationen in Organisationen bestmöglich zu nutzen.

Ethnozentrismus

Ethnozentrismus bezeichnet eine Sichtweise oder Einstellung, welche die Eigengruppe und ihr Wertesystem einer Fremdgruppe und deren Wertesystem als überlegen ansieht.

Empowerment

Empowerment bezeichnet sowohl den Prozess der Selbstbemächtigung als auch die professionelle Unterstützung der Menschen, ihre Ressourcen wahrzunehmen und zu nutzen. Empowerment als Konzept, das sich durch eine Abwendung von einer defizitorientierten hin zu einer stärkenorientierten Wahrnehmung auszeichnet, findet sich zunehmend auch in Managementkonzepten.

Ethnizität

Ethnizität bezeichnet eine empfundene Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Diese Zugehörigkeit wird von einem Kollektiv geteilt und begründet sich durch den Glauben an eine gemeinsame Kultur. Zu den gemeinsamen Kulturmerkmalen gehören u. a. Sprache, Religion und Traditionen.

Fachliche Diversität

Fachliche Diversität ergibt sich an Hochschulen durch Interdisziplinarität (Kooperation von verschiedenen Disziplinen) und Transdisziplinarität (Bearbeitung realer gesellschaftlicher Herausforderungen durch die Einbindung von Wissens- und Praxisformen diverser Stakeholder aus unterschiedlichen Lebenswelten).

Familie

Unter diesem Begriff wird primär eine soziale Gruppe verstanden, die v. a. folgende Merkmale aufweist: Zusammenleben von Personen in einem Haushalt in Verbindung mit gemeinsamer Elternschaft und das Vorliegen von Personenkonstellationen, die in einem bestimmten verwandtschaftlichen Abstammungsverhältnis zueinanderstehen.

Frauenförderung

Dieser Begriff bezeichnet eine gezielte Förderung von Frauen in Unternehmen und Organisationen. Es betrifft vor allem eine gemeinsame Karriereplanung von Beschäftigten- und Unternehmensvertretern, das Angebot von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und die Beachtung von Familienpflichten der Frauen.

Funktionale Diversität

Funktionale Diversität ergibt sich an Hochschulen durch eine multiprofessionelle Orientierung von Mitarbeitenden und Studierenden. Dabei werden sie befähigt mit unterschiedlichen Abteilungs- und Professionskulturen zu interagieren, spezifische Perspektiven unterschiedlicher professioneller Akteur/innen zusammenzuführen und bereichsübergreifend innovative Lösungsansätze zu generieren.

Gender

soziales Geschlecht – es entsteht durch die Zuschreibung von geschlechtsspezifischen Fähigkeiten und Erwartungen an Menschen, egal welcher Geschlechtsidentität. Das soziale Geschlecht gründet auf gesellschaftlichen Dynamiken und ist veränderbar und variabel innerhalb und zwischen den Kulturen und dementsprechend nicht nur auf zwei Optionen beschränkt. Es definiert Rollen, Pflichten, Zwänge, Chancen und Privilegien.

Gender Budgeting

Finanzpolitisches Analyse- und Steuerungsinstrument durch eine veränderte Haushaltsführung bzw. -politik im Sinne des Gender Mainstreaming zur Förderung der Gleichstellung. Haushalt = in Zahlen gegossene (Gesellschafts-)Politik und kann Geschlechterungleichheiten verstärken oder abbauen. Geschlechterspezifische Auswirkungen von Budgetentscheidungen, sowohl einnahmenseitig (Steuern, Abgaben etc.) als auch ausgabenseitig (Förderungen, Zuteilung von Mitteln etc.) werden analysiert und bewusst gestaltet. Gesetzliche Grundlagen: Artikel 13 Absatz 3 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG): Bund, Länder und Gemeinden haben bei der Haushaltsführung die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern anzustreben; Artikel 51 Absatz 8 B-VG: Bei der Haushaltsführung des Bundes sind die Grundsätze der Wirkungsorientierung insbesondere auch unter Berücksichtigung des Ziels der tatsächlichen Gleichstellung (….) zu beachten; Bundeshaushaltsgesetz 2013 - § 2: Die Wirkungsorientierung ist insbesondere auch unter Berücksichtigung des Ziels der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern als integraler Bestandteil der Haushaltsführung von allen Organen der Haushaltsführung auf jeder Gliederungsebene des BVA Rechnung zu tragen.

Genderkompetenz

Genderkompetenz umfasst das grundsätzliche Erkennen der Relevanz von Geschlechterzuschreibungen im eigenen Arbeits- und Wirkungskontext (Wissen). Dieses Erkennen ist mit der Bereitschaft (Wollen) und der Fähigkeit verbunden, sich damit im Arbeits- und Studienalltag – gegebenenfalls unterstützt durch Genderexpert/innen und mit dem Wissen aus Geschlechtertheorien – auseinander zu setzen und daraus abgeleitet Handlungen zu setzen (Können). Sowohl Erkennen, Auseinandersetzen und Handeln unterliegen einem stetigen Reflexionsprozess (Reflexion) – Definition: Hochschulkonferenz (HSK)-Empfehlungen.

Gender Mainstreaming

(Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten Akteure und Akteurinnen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen selbstverständlich einnehmen. Gesetzliche Grundlagen: Vertrag von Amsterdam 1997: Aufnahme von GM in das Primärrecht und Verpflichtung aller EU-Mitgliedsstaaten, GM in ihrer Politik anzuwenden; in der Folge Aufnahme in die österreichische Bundesverfassung und in das Bundeshaushaltsgesetz: „Gender Budgeting“.

Geschlechtervielfalt

Die Geschlechter-Binarität von weiblich und männlich trifft nicht auf alle zu. Es gibt auch Trans-, Inter- und Nicht-binäre Personen, die sich nicht als Frau oder Mann einordnen lassen, sondern ihre Geschlechtsidentität außerhalb dieses Zweiersystems verorten. Nicht-Binarität ist nicht mit Intergeschlechtlichkeit, welche die nicht eindeutig mögliche körperliche Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht bezeichnet, zu verwechseln. Intergeschlechtliche Menschen können als Männer, Frauen oder nicht-binär idente Menschen leben. Transpersonen wiederum fühlen sich dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht zugehörig.

Geschlechtsidentität

In der Geschlechtsidentität drückt sich aus, welchem Geschlecht sich eine Person zugehörig fühlt. Dies muss nicht immer mit den angeborenen körperlichen Merkmalen und dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmen.

Gleichbehandlung und Antidiskriminierung

Vermeidung von direkter oder indirekter Diskriminierung von Personen ohne Unterschied des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung in allen Lebensbereichen; Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GBG) seit 1993, das auch ein Frauenförderungsgebot beinhaltet.

Gleichberechtigung 

bezeichnet die rechtliche und formale Gleichbehandlung von Individuen oder Gruppen, die aufgrund von Glauben, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozialer Herkunft benachteiligt oder sogar ausgeschlossen werden.

Gleichstellung 

bezieht sich auf eine gleichberechtigte Behandlung aller Menschen im Hinblick auf ihr Geschlecht, ethnische und soziale Herkunft oder sexuelle Orientierung und auf die Bemühungen, tatsächlich gleiche Möglichkeiten für sie zu schaffen. In diesem Zusammenhang sind oft Maßnahmen zu treffen, die sich nicht auf die formale Gleichbehandlung beschränken. Um die Gleichstellung tatsächlich zu erreichen, wird oft eine gezielte Ungleichbehandlung in Form von Bevorzugung benachteiligter Bevölkerungsgruppen vorübergehend erforderlich. Erst danach kann zur Gleichbehandlung übergegangen werden.

Gleichstellungspolitik

Dieser Begriff umfasst alle Maßnahmen zur institutionellen Verankerung von Gleichstellung auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene. Ziel dieser Maßnahmen ist der Abbau von Diskriminierungen und die Förderung von Chancengleichheit.

Heteronormativität

Der Begriff Heteronormativität bezeichnet ein gesellschaftlich verankertes Machtverhältnis im Umgang mit Geschlecht und Sexualität, das als vermeintlich normal oder natürlich gilt. Es wird angenommen, dass die Gesellschaft eine zweigeschlechtliche Ordnung sei, in der es nur Männer und Frauen gibt und zudem nur gegengeschlechtliches Begehren (Heterosexualität) existiert. Menschen und Lebensformen, die von dieser Idee abweichen, werden benachteiligt. So werden intersexuelle Menschen oder Homosexualität immer wieder als Abweichung von einer vermeintlichen Normalität konstruiert.

Inklusion

Als bildungspolitscher Leitgedanke meint Inklusion in einem umfassenden Verständnis die Reflexion und den Abbau von Barrieren, Diskriminierung und Exklusion unterschiedlicher Gruppen und entsprechend die individuell notwendige Unterstützung jedes Einzelnen im Bildungsverlauf. Eine inklusive Lehre geht dementsprechend über die gleichberechtigte Teilhabe von Studierenden mit Behinderung hinaus und berücksichtigt explizit die individuellen Bedarfe jeder einzelnen studierenden Person.

Institutionelle Diversität

Institutionelle Diversität wird an Hochschulen erzielt, wenn unterschiedliche Funktionssysteme der Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Politik aufeinandertreffen.

Integration

Dieser Begriff stammt aus der Sozialwissenschaft und bezieht sich auf die Eingliederung von Gruppen oder Personen in ein bestehendes soziales Gebilde (Gesellschaft, Gemeinschaft, soziale Gruppe bzw. Staat).

Interkulturelle Kompetenz

Vedder und Reuter (2008) definieren interkulturelle Kompetenz als „(…) das Wissen über kulturspezifische Besonderheiten anderer Kulturkreise. Sie umfasst auch die Fähigkeiten eines konstruktiven Umgangs mit der kulturellen Diversität“.

Intersektionalität

Intersection („Schnittmenge“, „Schnittpunkt“): Überschneidung bzw. Zusammenwirken mehrerer Diskriminierungsformen (z.B. Geschlecht, soziales Milieu, Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung, Behinderung, Alter,…).

LGBT

Das Akronym kommt aus dem Englischen und steht für: Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Das deutsche Pendant, LSBT (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender), wird kaum verwendet. Oftmals wird der Begriff um weitere Buchstaben ergänzt, zum Beispiel: LGBTQIA (Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex, Asexual). All diesen Begriffen ist gemeinsam, dass sie auf das Konzept der Heteronormativität aufmerksam machen.

Kognitive Diversität

Kognitive Diversität stellt auf unterschiedliche Werte- und Wissensstrukturen ab und nimmt dabei eine Vielzahl an Wahrnehmungsperspektiven, Vorhersagemodellen, Lernzugängen, Denkweisen, Problemlösestrategien und Modelle der Informationsverarbeitung in den Blick.

Kultur

Kultur, ein sehr umfassender Begriff, wird vor allem als gemeinsames Gedächtnis einer Gemeinschaft verstanden. Zum gemeinsamen (kollektiven) Gedächtnis zählen z. B. Bilder, Texte, Erlebnisse, Verhaltensnormen, die von Generation zu Generation weitergegeben bzw. wiederholt werden und somit unser Selbst‐ und Weltbild prägen (Assmann, 2006). Kultur ist jedoch lebendig und veränderbar – es ist kein starres Modell. Vor allem in unserer heutigen Zeit der Globalisierung treffen immer wieder unterschiedliche Kulturen aufeinander und arbeiten auch zusammen. Zu einer guten Zusammenarbeit tragen Toleranz, Respekt und auch gesetzliche Regelungen bei.

Partizipation

Unter diesem Begriff wird die Teilnahme von Individuen in einer Organisation, sozialen Gruppe oder Gesellschaft an Willensbildungsprozessen verstanden, deren Ziel es ist, den Einfluss auf die Entscheidungsfindung zu nehmen.

Queer

 Als queer bezeichnen sich Menschen, die ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität als quer zur vorherrschenden Norm beschreiben und die eine heteronormative Regulierung von Gender und Sexualität kritisieren. Der englische Begriff „queer“ (seltsam, sonderbar, leicht verrückt, gefälscht, fragwürdig) war ursprünglich ein Schimpfwort, mit dem Schwule abgewertet wurden, dient heute aber als gesellschaftskritische Eigenbezeichnung.

Sexuelle Orientierung 

drückt aus, von welchem Geschlecht sich eine Person sexuell und emotional angezogen fühlt. Es kann sich dabei um das andere Geschlecht, um das eigene Geschlecht oder um beide Geschlechter handeln (Homo-, Hetero-, und Bisexualität). Im englischsprachigen Raum wird oft die Bezeichnung LGBT-People, (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) verwendet, wobei darauf hinzuweisen ist, dass Transgender nicht zu dem Themenkomplex der sexuellen Orientierung gehört und sich auf die Geschlechtsidentität bezieht.

Stereotyp

Stereotyp bezeichnet kognitive Simplifizierungsmuster, welche durch Übergeneralisierung entstanden sind.

Toleranz

Toleranz ist ein zentraler Begriff in Bezug auf den Umgang mit der Diversität. Sie liegt vor, wenn Normen- und Wertesysteme, Einstellungen und Kultur anderer respektiert werden, obwohl sie nicht den eigenen soziokulturellen Anschauungen entsprechen und in einigen Fällen sogar als falsch empfunden werden.

Trans*/Transgender/Transgeschlechtlichkeit

Der Begriff Trans* ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich mit ihren körperlichen Geschlechtsmerkmalen nicht oder nur teilweise identifizieren. Trans* bezeichnet demnach den Widerspruch zwischen dem selbst erlebten und dem bei Geburt zugeschriebenen Geschlecht. Zu Trans*Personen gehören sowohl Menschen, die eine geschlechtsangleichende Behandlung anstreben – zum Beispiel „Frau-zu-Mann“-Transsexuelle oder „Mann-zu-Frau“-Transsexuelle –, als auch Personen, die sich nicht einer Geschlechterkategorie zuordnen möchten. Das Sternchen*wird als Platzhalter verwendet, um Raum für verschiedene Identitäten und Positionierungen zu geben. Dies ist gerade beim Begriff Trans* sehr wichtig, da er ein Oberbegriff für verschiedene Menschen und Selbstdefinitionen ist, die nicht immer dieselben Interessen und Erfahrungen teilen.

Durch das dominante gesellschaftliche Geschlechtermodell, das auf der Annahme von Binarität (Zweigeschlechtlichkeit) und vermeintlich unveränderbaren Geschlechtsidentitäten beruht, werden Trans*Personen strukturell benachteiligt. 

Transsexualität 

bezeichnet den Konflikt zwischen dem physischen Geburtsgeschlecht und dem subjektiv erlebten Geschlecht. "Betroffene fühlen sich trotz ihrer eindeutigen Geschlechtsmerkmale dem anderen Geschlecht zugehörig."

Vorurteile

Vorurteile stellen starre vorgefasste Meinungen über Personen, Gruppen und bestimmte Sachverhalte dar, welche aus dem Norm- und Wertesystem der Eigengruppe resultieren. Sie basieren oft auf lückenhaften oder verzerrten Informationen. Sie bestimmen das Verhalten und auch Einstellungen, ohne dass eine objektive Prüfung erfolgt.

Work-Life-Balance (WLB) 

bezeichnet ein gesundes und verträgliches Gleichgewicht des Arbeits- und Privatlebens vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Arbeitswelt, dessen Ziel es ist, die Lebensqualität des Einzelnen zu sichern

 

Referenzen

 

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: https://www.bmbwf.gv.at/Themen/HS-Uni/Gleichstellung-und-Diversit%C3%A4t/Wissenswertes/Glossar.html

Firlinger, B. (2003). Buch der Begriffe. Sprache, Behinderung, Integration. Integration: Österreich.

Vedder, G. & Reuter, J. (Hrsg.) (2008): Glossar: Diversity Management & Work-Life-Balance. Trierer Beiträge zum Diversity Management. Band 9. München und Mering.

Schambach, Gabriele: Begriffsdefinitionen (2014): Begriffsdefinitionen Sex, Gender und Diversity. Schubert, Klaus/Martina Klein (2011): Das Politiklexikon. 5., aktual. Aufl. Bonn.