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Chef der Beamtengewerkschaft bei angehenden Public Managern

„Wenn ein Brief von Vorarlberg nach Wien zwei Tage braucht und im Bundeskanzleramt drei Wochen vom ersten in den dritten Stock, dann müssen wir was tun - das ist Verwaltungsreform!“ – mit dieser bildhaften Geschichte begann der Gastvortrag von Beamtengewerkschafter Dr. Norbert Schnedl vor Studierenden von Public Managment

 


Um die Arbeit des öffentlichen Dienstes und die Zusammenhänge zur Politik besser verstehen zu können, erörterte der Vorsitzende der Gewrkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Vizepräsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und FCG Bundesvorsitzender die Rolle der Sozialpartnerschaft als Ausdruck gelebter Demokratie.

 

Die Sozialpartnerschaft unterteilt sich in die große Sozialpartnerschaft mit Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer und dem österreichischen Gewerkschaftsbund und die kleine Sozialpartnerschaft mit der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, der Younion – Daseisngewerkschaft und den Gebietskörperschaften. Sie ergibt sich aus der faktischen politischen Relevanz und ist mit über 250.000 Mitglieder ein politischer Faktor in Österreich. Bei Gehaltsverhandlungen sitzen die Gewerkschaft öffentlicher Dienst und die Younion – Daseinsgewerkschaft dem Finanzminister gegenüber und handeln für Berufsgruppen die Gehälter aus. Sie verhandeln auch mit der Bundesregierung und gestalten Regierungsvorlagen für das Parlament mit.

 

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) ist überparteilich und umfasst sieben Gewerkschaften, die gemeinsam in diesem Bund politischen Druck aufbauen können, was einen positiven, aber auch aufwendigen Punkt darstellt. Zusätzlich muss der ÖGB immer präsent sein und seine Funktionäre auch überzeugen. Die Fraktionen im ÖGB gewährleisten demokratische Willensbildung, weltanschauliche Bandbreite, einheitliche Gewerkschaftsorganisation und einen gesamtgesellschaftlichen Einfluss. Druckmittel sind die Gewerkschaftsmitglieder, die hinter den Verhandlern stehen.

 

Mit den Worten „Das Pensionssystem ist sicher!“ antwortete Norbert Schnedl auf eine Frage der Studierenden und erörterte die Finanzierung von Pensionen genauer. In Österreich liegt der Schwerpunkt auf der Umlagefinanzierung für Pensionen. Im Jahr 2004 wurde auf eine Drittelfinanzierung (je 1/3 AG, AN und Steuermittel) umgestellt. Die Sozialpartner haben sich darauf verständigt, dass das faktische Pensionsantrittsalter (61J.) an das Gesetzliche (65J.) angepasst wird. Die Berechnungen wurden in der Finanzkrise berechnet und mit Annahmen gefüttert, um die Finanzierbarkeit darzustellen. Beim Gesetzesbeschluss vor der Wahl wurden Frauen und der Präsenzdienst nicht berücksichtigt, was unverantwortlich ist und das Gegenteil bewirkt – eine erneute Reform des Pensionssystems.

„Erzählen Sie weiter, dass ohne der guten Arbeit des öffentlichen Dienstes, die Gesellschaft nicht so funktionieren würde.“ – mit diesen Abschlussworten motivierte Herr Schnedl die Studierenden für ihren Abschluss und eine positive Zukunft im öffentlichen Dienst.

 

 

Verfasst von Studierenden von Public Management (PUMA), Jg. 2017 – Edtmayer, Stockinger, Peterbauer, Kurdic, Hagendorf, Lux, Sonntag