Campus WelsTechnik & Angewandte Naturwissenschaften

Verfahrenstechnik-Studierende optimieren das Produktionslabor für Katalysatoren

Im Zuge der Kooperation besuchten die Studierenden der FH OÖ Wels Borealis‘ Innovation Headquarters in Linz. Bildquelle: Borealis

Studierende des Welser FH OÖ-Studienganges „Verfahrenstechnische Produktion“ haben in einem Projekt an der effizienten Gestaltung einer neuen Katalysatoranlage der Borealis Polyolefine GmbH erfolgreich mitgewirkt. Um die Prozessabläufe in dieser neuen Anlage entwickeln und testen zu können, mussten die Studierenden Vorschläge für eine Erneuerung und Optimierung der bestehenden Laboreinrichtung einbringen. Die Ergebnisse werden nun geprüft und in die Praxis umgesetzt.

Borealis produziert Polypropylen und Polyethylen als Rohstoff für die kunststoffverarbeitende Industrie. Dabei werden für viele chemische Prozesse sogenannte Katalysatoren benötigt, die bei Borealis verstärkt selbst produziert werden. Ein Katalysator ist ein Stoff, der eine chemische Reaktion beeinflusst, ohne selbst dabei verbraucht zu werden.

„Wir haben nun in einem studentischen Praxisprojekt für Borealis Vorschläge erarbeitet, wie ein neues Labor zur Katalysatorenproduktion gestaltet werden könnte“, erklärt FH-Prof. DI Dr. Albert Angerbauer. „Dabei haben wir unterschiedliche Glove-Box-Anbieter analysiert und eine optimale Ausrüstung für Borealis vorgeschlagen. Weiters haben wir auch Inputs für die ordnungsgemäße Lagerung der chemischen Ausgangsstoffe und deren optimale Belüftung geliefert.“

Erfolgreiche Kooperation mit Borealis

Seit Jahren führt der Welser FH OÖ-Studiengang „Verfahrenstechnische Produktion“ Praxisprojekte bei Borealis Polyolefine GmbH erfolgreich durch. „Die Projekte mit dem Welser Fachbereich Verfahrens- und Umwelttechnik bringen uns immer wertvollen Nutzen: Einerseits wird das jeweilige verfahrenstechnische Anlagenbauprojekt vorangetrieben und andererseits lernen wir mögliche zukünftige MitarbeiterInnen kennen“, bestätigt der zuständige Fachbereichsleiter bei Borealis Dipl.-Ing. Markus Machherndl.

Nicht nur Welser FH OÖ-AbsolventInnen finden den Weg nach einem erfolgreichen Studienabschluss in die Borealis. Es studieren auch viele Borealis-Mitarbeiter berufsbegleitend Verfahrenstechnische Produktion, um sich einerseits höher zu qualifizieren und um andererseits weitere Karriereschritte im Konzern machen zu können.

Welser FH-Studierende optimieren den Energieverbrauch der Blutzentrale Linz

v.l. M. Buemberger, R. Preining (Facility Management Blutzentrale), Holzinger, Brunner, Kleiner, Ing. Mag. Werner Watzinger (Direktor Blutzentrale Linz), Stöger, Fraberger, Bley, DI Dr. A. Angerbauer (Prof. FH Oberösterreich, Studiengang Verfahrenstechnische Produktion), DI H. Riepl, Steiner, A. Mayer (Leiter Einkauf Blutzentrale Linz), Quelle: OOERK

Studierende des Welser FH-Studienganges Verfahrenstechnische Produktion beschäftigten sich im Sommersemester mit den Energieoptimierungsmöglichkeiten in der Blutzentrale Linz. In dieser medizinischen Einrichtung werden jährlich ca. 50.000 Blutkonserven hochwertig verarbeitet und bereitgestellt. Dabei ist auf eine kontinuierlich laufende Kühlung und Temperierung zu achten, wofür hohe Mengen an Energie benötigt werden. Die von den Studierenden vorgeschlagenen Maßnahmen werden die Energiekosten nun um ca. 10.000 € pro Jahr reduzieren. Weitere Projekte zur Energieoptimierung in der Blutzentrale Linz sind für den Herbst vorgesehen.

Der Neubau der Blutzentrale wurde im Jahr 2006 in Betrieb genommen und umfasst ca. 10.000 m². Die Kühlung und Temperierung der 50.000 Blutkonserven erfolgt zum Großteil mit elektrischem Strom oder Fernwärme. In den Anfangsjahren wurden bereits erfolgreich Adaptierungen an der Betriebsweise und an der Anlagenkonfiguration implementiert. „Ziel dieses Projektes war es, weitere Einsparungspotentiale zu finden und Konzepte für die Umsetzung zu erstellen“, erklärt Ing. Mag. Werner Watzinger, Direktor der Blutzentrale Linz.

1000 Arbeitsstunden investiert
„Durch die Ausnutzung der optimalen thermodynamischen Betriebspunkte können nun die Kältemaschinen effizienter betrieben werden. Ausserdem kann die Abwärme der permanent betriebenen Kühlaggregate für die Erwärmung des Wasserbedarfs genutzt werden. Schließlich haben wir auch noch ein Konzept für die Realisierung eines Notkühlsystems im Falle einer Störung der Kühlanlage entwickelt“, berichtet FH-Prof. DI Dr. Albert Angerbauer, der das sieben-köpfige Studententeam betreute, das insgesamt 1000 Arbeitsstunden in diese Arbeit investierte.