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Welser Vorzeigestudentin optimiert Hybrid-Antriebsstrang eines BRP-Freizeitfahrzeugs

Die Welser Automatisierungstechnik-Studentin Verena Leitner entwickelt im Rahmen ihres Masterprojekts eine hochdynamische Regelung für einen neuen Hybrid-Antrieb für das BRP-Freizeitfahrzeug Can-Am Spyder. Neben einer konventionellen Verbrennungskraftmaschine verfügt der in Oberösterreich entwickelte Antriebsstrang zusätzlich über einen Elektroantrieb. Die Aufgabe der 23-jährigen Vorzeigestudentin ist es, die beiden Antriebsysteme so zu regeln, dass sich für den Fahrer der Übergang von Elektro- auf Verbrennerbetrieb nicht negativ bemerkbar macht.

BRP-Powertrain entwickelt und produziert Fahrzeuge und Antriebsstränge für Freizeitfahrzeuge. Durch ein neues Hybridkonzept soll der Kraftstoffverbrauch gegenüber einem Modell mit reinem Verbrennungsmotor bei gleicher Fahrleistung um 50 Prozent gesenkt werden.

Forschung für umweltfreundlichere Antriebe

Im Rahmen des K-Forschungsprojektes ECO-PowerDrive arbeitet das Gunskirchner Unternehmen BRP-Powertrain eng mit dem Konsortium Leader TU Graz und der FH Oberösterreich in Wels zusammen. Ziel ist es, einen bedeutenden Beitrag zur „Ökologisierung“ von Antriebssystemen für Freizeitfahrzeuge sowie verwandter Produkte zu leisten. „Wir wollen den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen halbieren – aber dabei die Fahrleistung nicht einschränken“, erklärt BRP-Powertrain-Geschäftsführer DI Gerd Ohrnberger.

FH-Regelungstechnik für Hybrid-Antrieb

Das Konzept des neuen Hybrid-Antriebsstranges beinhaltet eine moderne Schaltautomatik. „Um einen gleitenden Gangwechsel ohne merkbaren Antriebsverlust gewährleisten zu können, nehmen wir den Elektroantrieb zu Hilfe. Die entwickelten Algorithmen beruhen auf modernster Regelungstheorie für nichtlineare Systeme. Besonders spannend ist dabei die Umsetzung automotiver Entwicklungsprozesse, da beim Projektpartner nur ein Bruchteil der Entwicklungsressourcen eines Automobilkonzerns eingesetzt werden kann“, erklärt Prof. (FH) Dr. Gernot Grabmair und fügt hinzu: „Verena Leitner hat ein komplexes Regelungskonzept mitentwickelt. Diese entscheidet in welchem Verhältnis der Elektro- und Verbrennungsmotor während eines Schaltvorganges zum Einsatz kommt.“ Die Vorzeigestudentin – sie ist eine der Jahrgangsbesten – verfeinert nun dieses Regelungskonzept in ihrer Masterarbeit.

„Es ist sehr interessant, Konzepte im Bereich der Hybridantriebe zu entwickeln, da aufgrund der Neuheit dieser Technologie noch viel Entwicklungsbedarf besteht. Es tut gut, zu wissen, mit der Arbeit einen kleinen Beitrag in Richtung nachhaltige und umweltschonende Mobilität zu liefern“, freut sich die Traunkirchnerin Verena Leitner.

ÖKO-Technik in der Automatisierung

AbsolventInnen des Welser FH-Studiums Automatisierungstechnik sprechen die Sprache der Maschinenbauer, Elektrotechniker und Informatiker. Aber Herbst wird dieser Studiengang mit zwei Berufsbildern angeboten: Wie im Falle von Verena Leitner werden sich „ÖKO-TechnikerInnen“ mit öko- und umwelttechnischen Problemstellungen beschäftigen. „MechatronikerInnen“ widmen sich der Lösung von Aufgaben im Bereich der klassischen Automatisierungstechnik.

v.li.n.re.: Prof. (FH) Dr. Gernot Grabmair, Verena Leitner, DI Gerd Ohrnberger, DI (FH) Walter Hinterberger. Bildquelle: FH OÖ Campus Wels, Abdruck honorarfrei