Campus WelsTechnik & Angewandte Naturwissenschaften

NewsVerfahrenstechnische Produktion

Welser FH-Student gewinnt bei Aeronautics Days in Wien

Günther Mayr, „Sensorik&Mikrosysteme“-Student am FH-Campus Wels wurde kürzlich für die Präsentation neuester Ergebnisse aus dem Welser Forscherteam „Aktive Thermografie“ aus 150 eingereichten Projekten beim europaweiten Studenten-Wettbewerb der Aeronautics Days 2006 in Wien zum Sieger gekürt. Diese internationale Fachtagung der führenden europäischen Flugzeugindustrie fand dieses Jahr anlässlich der EU-Präsidentschaft Österreichs in Wien statt. Die 10köpfige Fachjury würdigte mit dieser Entscheidung neben der Qualität des eingereichten Beitrages auch die Bedeutung der in Wels entwickelten Prüfmethode.

im Bild: Günther Mayr und Dr. Günther Hendorfer

Der 25jährige Student aus Altenberg bei Linz studiert seit 2002 am FH-Campus Wels „Sensorik und Mikrosysteme“. Im Rahmen seines Berufspraktikums und der Diplomarbeit arbeitete Mayr in Kooperation mit dem Flugzeugteilehersteller FACC AG am Forschungsprojekt „Aktive Thermografie“, das zur Qualitätskontrolle von Flugzeugkomponenten eingesetzt werden kann.

Günther Mayr präsentierte dieses Siegerprojekt vor einem interessierten Publikum und einer zehnköpfigen Fachjury. Bei der Abschlussveranstaltung der „Aeronautics Days 2006“ konnte der FH – Student vor etwa 500 hochkarätigen Fachtagungsteilnehmern aus der europäischen Flugzeugindustrie den ersten Preis in seiner Kategorie entgegennehmen. Diese Konferenz bietet eine Leistungsschau über die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften im Bereich Luftfahrt des Europäischen Forschungsrahmenprogramms und schafft so eine Übersicht über den aktuellen Stand der Luftfahrtindustrie und –forschung in den Mitgliedsstaaten.

Sparsame Flugzeuge sind angesichts teurer Treibstoffe gefragt. Bei den modernen Passagierjets der Firmen Boeing und Airbus setzen die Konstrukteure daher verstärkt auf leichten Kunststoff.  Die Sicherheitsstandards in der Luftfahrtindustrie sind besonders hoch. Daher müssen die fertigen Verkleidungsteile einer gründlichen Endkontrolle unterzogen werden. Zurzeit werden die Teile Stück für Stück relativ zeitaufwändig per Ultraschall untersucht.

Aktive Thermografie
Am FH-Campus Wels wurde nun in Zusammenarbeit mit FACC ein neues Prüfverfahren „Aktive Thermografie“ entwickelt. Dabei nutzen die Techniker Temperaturunterschiede, um Fehler in einem Bauteil feststellen zu können. "Aktiv" heißt, dass die Probenoberfläche entweder durch einen intensiven Lichtblitz oder eine Halogenlampe um einige Grad erwärmt wird. Durch die Ausbreitung der Wärmewellen, die mit einer Infrarot-Thermokamera sichtbar gemacht werden, lassen sich im Schadensfall des Bauteils Unregelmäßigkeiten erkennen, denn Hohlräume oder Fremdkörper im Material verändern den Wärmefluss.


"Einerseits ist dieses Prüfverfahren um ein vielfaches schneller. Während Ultraschall eine Fläche Punkt für Punkt abscannen muss, kann die aktive Thermografie eine gleich große Fläche mit einer einzigen Aufnahme erfassen. Die Auswertung dauert nur wenige Sekunden und spart dadurch teure Prüfkosten. Der zweite Vorteil liegt im mobilen Einsatz vor Ort: Die Methode kann direkt in die Fertigung integriert werden.", erklärt der junge Forscher Günther Mayr stolz.


Günther Mayr wird heuer sein Studium erfolgreich abschließen und anschließend im Team von Projektleiter Dr. Günther Hendorfer als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Weiterentwicklung der „Aktiven Thermografie“ am FH-Campus Wels vorantreiben.

im Bild: Günther Mayr, Michael Haselhofer (beide FH-Studenten), Dr. Günther Hendorfer (Leiter Forschung Fh Wels), Dr. Gerald Zauner (Forschungskoordinator Fh Wels)