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Welser FH-Know-how macht Satellitenvermessung effizienter

Forscher des Welser FH-Studienganges Automatisierungstechnik können wieder einen neuen Erfolg vermelden:  Satelliten werden mit Hilfe von unterschiedlichsten Messgeräten, Sensoren und Aktoren noch am Erdboden genauestens vermessen, damit sie anschließend in der Umlaufbahn eine optimale Abstrahlungsleistung erreichen. Die dabei eingesetzten Messgeräte müssen bisher bei jeder Messung neu aufeinander abgestimmt werden. Unter der Leitung von DI(FH) Roman Froschauer wurde nun gemeinsam mit den Partnern EADS Astrium, AlpinaTec, logi.cals, Profactor und der TU Wien eine Methode entwickelt, bei der diese Abstimmung in Zukunft weitgehend automatisiert ablaufen wird. Diese neue Methode ist in der gesamten Automatisierungstechnik einsetzbar und spart Rüstzeiten und Kosten.

Nicht nur Messsysteme, alle automatisierten Anlagen bestehen aus Motoren, Sensoren und Aktoren, zwischen denen während des Betriebs ein ständiger Informationsaustausch stattfindet. Diese Kommunikation läuft bisher über Feldbusse, die von Entwicklungsingenieuren bei der Inbetriebnahme mühsam vor Ort aufeinander abgestimmt, das heißt parametriert und programmiert werden müssen. Wenn die automatisierte Anlage mit neuen Komponenten bestückt oder alte Systemkomponenten ersetzt werden, musste bisher ein Techniker die Kommunikation vor Ort neu parametrieren.

Netzwerk passt sich automatisch an
Das Forscherteam hat nun eine Methode entwickelt, diese Parametrierung in Zukunft automatisiert ablaufen zu lassen. Dabei kann schon in der Phase der Entwicklung das Netzwerk auf Funktionstüchtigkeit getestet, simuliert und mögliche Fehler im Vorfeld behoben werden. Und das im heimatlichen Büro. Damit wird die Inbetriebnahmezeit vor Ort und die dadurch entstehenden Kosten drastisch minimiert. Der größte Vorteil dieser modellbasierten Methode ist jedoch, dass beim Einbau von zusätzlichen neuen Sensoren oder Aktoren die Netzwerkkonfiguration weitgehend automatisch für die gesamte neue Anlage generiert werden kann, ohne dass dafür zusätzlicher Entwicklungsaufwand notwendig ist.

Durchbruch für die gesamte Automatisierungstechnik
Das vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) geförderte, Forschungsprojekt „FRONTICS“ (FFG-815200) wird gemeinsam mit den Partnern AlpinaTec, EADS Astrium, logi.cals, Profactor und dem Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der TU Wien durchgeführt. Das bereits in der Beantragungsphase prämierte Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Von dem Forschungsergebnis könnten in Zukunft alle Entwickler im Bereich komplexer Automatisierungssysteme profitieren.

Die neue Methode der modellbasierten Projektierung von Kommunikationsnetzwerken wird in Zukunft auch bei  Forschungspartner EADS Astrium zur Inbetriebnahme und Anpassung von Messanlagen für Satelliten zur Anwendung kommen. Eine dieser Messanlagen befindet sich im 750 m²-Hochfrequenztechnik-Labor in Ottobrunn und besteht aus vielen Messgeräten, Sensoren und Aktoren, die bei den unterschiedlichen Vermessungen jeweils individuell aufeinander abgestimmt werden müssen. Ebenso profitieren die Partner logi.cals und Alpinatec von dieser Entwicklung da mit der FRONTICS Entwicklungsmethode erstmals ein Werkzeug zur herstellerübergreifenden Spezifikation und Parametrierung von Netzwerken in automatisierten Anlagen zur Verfügung stehen wird.

„Der Zeitaufwand für Netzwerkkonfiguration wird immer höher und teurer. Mit Hilfe unserer neuen Methode werden in Zukunft die Entwicklungszeiten und auch die Vorort-Rüstzeiten drastisch reduziert werden können“, freut sich der verantwortliche wissenschaftliche Mitarbeiter DI(FH) Roman Froschauer.

Die hervorragenden Ergebnisse wurden Ende November auch dem Fachpublikum  auf der Fachmesse „SPS/IPC Drives“ in Nürnberg präsentiert und sind auch im Internet unter www.frontics.org abrufbar.

Nähere Infos zum Studiengang "Automatisierungstechnik" unter Tel. 07242/72811-3100 oder sekretariat.at@fh-wels.at