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Der "Innovation Award FH Wels 2012" ist vergeben!

€ 12.000 Euro Preisgeld für die besten Diplomarbeiten des „Innovation Awards FH Wels 2012“

 

WELS. Bereits zum neunten Mal wurde vor rund 300 Gästen im Minoritenkloster der „Innovation Award FH Wels“ vergeben. Mit dem vom FH-Förderverein Wels gestifteten Preis werden Diplomarbeiten, die konkrete industrielle Problemstellungen mit besonders innovativen Ideen lösen, ausgezeichnet. Der Maschinenbau-Absolvent Manuel Wenny gewann den Innovation Award in der Kategorie Technik mit einer neu entwickelten Methode der Akustiksimulation für KFZ-Karosserien. Thomas Gruber (Innovations- und Produktmanagement-Absolvent) beschäftigte sich in seiner Diplomarbeit mit den frühen Phasen des Innovationsprozesses und war damit in der Kategorie „Wirtschaft & Innovation“ erfolgreich. Der Öko-Energietechnik-Absolvent Johann Brandmayr hat basierend auf einer neuen ÖNORM ein neues Messverfahren für thermische Solarkollektoren entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Forschungsassistent des Jahres wurde Bernhard Plank. Der Publikumspreis, der vom Publikum mit Hilfe von Laserstrahlen ermittelt wurde, ging schlussendlich an Johann Brandmayr.

Verliehen wurden die Preise von Landesrätin Doris Hummer, dem Welser Bürgermeister Peter Koits, der die Räumlichkeiten in den Minoriten zur Verfügung stellte, dem Fördervereins-Obmann Günter Rübig und dem Sparkassen-Generaldirektor Markus Limberger.

Die hochdotierten Zuwendungen für die 9 prämierten Diplomarbeiten und die 3 nominierten ForschungsassistentInnen wurden vom FH-Förderverein Wels gesponsert. Der/die jeweilige Kategorie-GewinnerIn kann sich über einen Scheck in der Höhe von 1.500 Euro freuen, der/die Zweite über 1000 Euro und der/die Dritte erhält 500 Euro.

Technisches Know-how ist Speerspitze für Wohlstand

„Ohne unseren wichtigsten „Rohstoff“ helle Köpfe werden Investitionen in Forschung und Produktionskapazitäten zukünftig nicht mehr in Oberösterreich stattfinden. Das wäre für unser Land ein volkswirtschaftlicher Supergau, den es unbedingt zu vermeiden gilt. Technische AbsolventInnen sind daher auch in Zukunft stark gefragt. Der „Innovation Award FH Wels“ soll jungen Leuten zeigen, dass das Entwickeln von Innovationen eine spannende Herausforderung darstellt. Die Industrie unterstützt die Führungskräfte von morgen dabei“, freut sich der FH-Fördervereinsobmann Günter Rübig über die gelungene Veranstaltung.

„Wie sehr sich unsere Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung für alle Oberöster-reicherInnen bezahlt machen, zeigen die Beschäftigungszahlen: Oberösterreich ist das Bundes-land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote, 2011 war das Jahr der absoluten Rekordbeschäftigung,“ so die Landesrätin Doris Hummer und fügt hinzu: „Ganz besonders möchte ich auf die hervorragenden Jobaussichten von technischen Ausbildungen hinweisen! Der weitere Ausbau der FH Oberösterreich ist uns ein zentrales Anliegen. Ohne unsere bestens ausgebildeten FH-Absolvent/innen, die einer der wesentlichen Innovationsmotoren für die heimische Wirtschaft sind, wäre Oberösterreich nicht als Wirtschaftsstandort derart erfolgreich.“

1. Platz Kategorie Umwelt & Naturwissenschaften:

Entwicklung eines neuartigen Prüfstandes für thermische Solarkolletoren

Oberösterreich zählt zu den stärksten Bundesländern Österreichs in Sachen Solarthermie. Der internationale Konkurrenzdruck wird jedoch immer stärker.

 

Die offizielle Qualitätsprüfung eines thermischen Sonnenkollektors unterliegt der ÖNORM. Die Prüfungen sind mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Sie können indoor oder outdoor im Freien durchgeführt werden.

 

Die den Prüfungen zugrundeliegende ÖNORM wurde nun kürzlich erneuert. Daraus entstanden neue Anforderungen für die Freifeldprüfung. Der 31jährige Johann Brandmayr hat basierend auf dieser neuen Norm für das Wiener Austrian Institute of Technology ein neues Messverfahren zur besseren Charakterisierung von thermischen Solarkollektoren entwickelt und in die Praxis umgesetzt.

 

„Trotz des hohen Aufwandes war es bisher bei einer herkömmlichen Überprüfung eines Kol-lektors nicht möglich, ein vollständiges Berechnungsmodell zur Qualitätsbestimmung eines Kollektors zu erstellen. Die neue ÖNORM erforderte nun die Entwicklung eines solchen Pro-grammes zur Erfassung, Sicherung und Auswertung der anfallenden Messdaten. Ich habe diese Software entwickelt und am Austrian Institute of Technology in Betrieb genommen. Das neue Prüfverfahren spart Zeit und ist viel genauer!“, freut sich Brandmayr.

 

1. Platz Kategorie Technik:

Neuentwicklung in der Akustiksimulation für Automobilindustrie

Bei vielen Entwicklungen im Maschinenbau spielen die akustischen Eigenschaften von Bauteilen eine große Rolle. In der Fahrzeugtechnik muss zum Beispiel die Schallausbreitung in der Karosserie genau berechnet werden, um die Lärmentwicklung durch das Fahrzeug zu minimieren.

 

Bisher wurden die Akustiksimulationen durch sogenannte Spektralzerlegung der Bauteilschwingungen auf der Basis der Finite-Elemente-Methode durchgeführt. Sie ist aufwendig und funktioniert bei hochfrequenten Anregungen nicht.

 

Der Maschinenbau-Absolvent Manuel Wenny hat in seiner Diplomarbeit für die Firma dTech Steyr eine neue mathematische Methode entwickelt, die die Schallausbreitung als Energiefluss betrachtet. Dadurch können viel genauere Ergebnisse auch im hochfrequenten Bereich erzielt und die Rechenzeiten wesentlich verkürzt werden. Diese Akustiksimulation kann man nun auch für viele andere Bereiche einsetzen.

 

Das wissenschaftliche Niveau der Arbeit ist außergewöhnlich hoch. Der 24jährige Manuel Wenny aus Schardenberg wird diese Arbeit als Dissertation an der TU Wien weiterentwickeln.

 

1. Platz Kategorie Wirtschaft & Innovation:

Die frühen Phasen des Innovationsmanagements

Die Entscheidungen in den frühen Phasen des Innovationsprozesses bilden die Basis für alle weiteren Entscheidungen im Innovationsprozess. Verbesserungen in diesem Bereich führen zu viel größerer Zeitersparnis und geringeren Kosten als dies in jeder anderen Phase des Innovationsprozesses erreicht werden kann.

 

Der 26jährige Thomas Gruber aus Pettenbach hat in seiner Diplomarbeit für die Alois Pöttinger Maschinenfabrik GmbH die führen Phasen der technischen Produktentwicklung strukturiert und effizient organisiert. „Für die Chancenerkennung und das Ideenmanagement habe ich passende Methoden und sogenannte Tools für Pöttinger recherchiert. Mit diesem neuartigen Modell können sowohl Zeitvorsprünge als auch Qualitäts- und Kostenvorteile generiert werden“, erklärt Gruber.

 

Das Modell wurde bei Pöttinger bereits in die Praxis umgesetzt und sichert dem Unternehmen technologische Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Es kann natürlich auch als wertvolles Referenzmodell für andere Industriegüterunternehmen herangezogen werden.

 

1. Platz Kategorie ForschungsassistentIn des Jahres:

Mit dem Computertomographen bis ins kleinste Detail

Die beiden Welser Computertomographen bieten einen Blick ins Innere von Werkstoffen. So können Bauteile dreidimensional vermessen werden, Strukturen erfasst, versteckte Fehler wie etwa Lunker, Risse oder Verunreinigungen detektiert oder Veränderungen während eines Prozesses beobachtet werden. Der große Vorteil dabei: Der Werkstoff muss – im Gegensatz zu anderen Methoden - dazu nicht zerstört werden.

 

„Um die Methode CT gezielt anwenden zu können, ist es wichtig, die Möglichkeiten und Grenzen von einem möglichst großen Materialspektrum zu kennen. Daher testen wir die Anwendungsgrenzen unseres sub-µCT-Systems aus. Örtliche Auflösungen von bis zu 0,5 µm sind in unserem Computertomographen möglich“, erklärt der 27jährige Bernhard Plank. Er sicherte sich mit seiner Arbeit den Sonderpreis „Forschungsassistent des Jahres“.

 

Dieses erforschte Wissen setzen die Welser Wissenschaftler für die Werkstoffcharakterisierung ein. Konkrete Aufgabenstellungen kommen z. B. von Borealis, TCKT, FACC oder von der Lenzing AG.

Die Ehrengäste mit den vier Kategoriegewinnern: v.li.n.re.: FH-Fördervereins-Obmann Günter Rübig, LR Doris Hummer, Johann Brandmayr, FH OÖ-Geschäftsführer Gerald Reisinger, Manuel Wenny, Stadtrat Peter Lehner, Bernhard Plank, Bgm. Peter Koits, Sparkassen-GD Markus Limberger, Thomas Gruber, FH-Fördervereinsobmann-Stv. Harald Plöckinger, Stadtrat Andreas Rabl

Alle Preisträger des Innovation Awards FH Wels 2012: v.li.n.re.: Gerhard Prechtl, Johann Brandmayr, Bernhard Prielinger, Wolfgang Hauer, Thomas Gruber, Peter Lanzerstorfer, Birgit Henning, Martin Schöllhammer, Manuel Wenny, Christine Neumüller, Christian Kneidinger, Bernhard Plank