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Automatisierungstechniker gewinnt mit neuem Parkleitsystem den List-Preis 2012

Ein großer Teil des innerstädtischen Verkehrsaufkommens wird durch Parkplatzsuchende verursacht. Deshalb hat der Automatisierungstechnik-Absolvent Rainer Köck MSc (26) in seiner Bachelorarbeit ein Parkleitsystem entwickelt, das mittels Beschilderung bereits bei Stadteinfahrten auf die Anzahl der noch freien Parkplätze im Zentrum hinweist. Herkömmliche Leitsysteme waren bisher kostenaufwendig verkabelt. Mit der dynamischen Lösung des Welser FH-Studenten funktioniert die Datenübertragung nun mittels Mobilfunk-Signal. Das spart Kosten und ist top-aktuell. Für diese Arbeit wurde der Hörschinger kürzlich mit dem List-Preis 2012 ausgezeichnet.

Je knapper der zur Verfügung stehende Parkraum in den Städten wird, umso wichtiger ist es für Autofahrer, rechtzeitig zu wissen, wo sie „ihren“ freien Parkplatz finden. Verkehrswissenschafter beschäftigen sich daher damit, das perfekte elektronische Parkraum-Management zu entwickeln. Grundlage dieser neuen Systeme sind digitale Straßenkarten, Satelliten, die freien Parkraum anzeigen und intelligente Anzeigetafeln, die Autofahrern den Weg zum freien Parkplatz weisen.

Zwei wissenschaftliche Arbeiten zu diesen Themen hat die List Group, ein führender österreichischer Parkgaragenbetreiber, nun aufgrund der Entscheidung der Fachjury mit dem List Preis 2012 ausgezeichnet. Der Welser Automatisierungstechniker Rainer Köck ist einer der Preisträger und darf sich über einen Siegerscheck in der Höhe von 1.000 Euro freuen.

Er hat in seiner Bachelorarbeit die datentechnischen Voraussetzungen analysiert, um Daten über freie Stellplätze direkt und drahtlos an die auf Autobahnen und Einfahrten aufgestellten Anzeigeschilder zu leiten. Das GPRS-System bietet eine kostengünstige Alternative zur Datenübertragung über Kabel. C# ist die Programmiersprache, mit der die Daten-Kommunikation realisiert wurde. „Bisher wurde jede einzelne LCD- bzw. LED-Anzeigen aufwendig verkabelt. Mit Hilfe der direkten, drahtlosen Übertragung fallen diese Kosten weg und die Daten sind immer top-aktuell“, streicht die FH-Betreuerin Prof. (FH) Jean Hallewell-Haslwanter MSc BS heraus und fügt hinzu: „Ein weiterer Vorteil ist die mögliche Verwendung der bereits vorhandenen Infrastruktur und die leichte Erweiterbarkeit der Anlagen.“

SmartPhone-Tauglichkeit entwickelt
In der Masterarbeit hat Köck das Projekt weiterentwickelt und ein Webinterface dazugebaut, auf dem zukünftig die verfügbaren Parkplätze auf einer Karte angezeigt werden und via SmartPhone abgerufen werden können.

Bereits in der Praxis
„12 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens im Zentrum einer jeden Großstadt werden durch die Parkplatzsuche verursacht. Die Folge sind neben dem Stress und Zeitaufwand für die Autofahrer natürlich erhöhte Lärmbelastung, Luftverschmutzung und Energieverbrauch. Diesen hohen Anteil an Parksuchverkehr wollen wir minimieren“, erklärt Köck die Beweggründe für die Bachelorarbeit. Das für das Linzer Unternehmen GESIG entwickelte neue System wird nun bereits eingesetzt und versorgt in den Städten Feldbach (Stmk.) und Bad Gastein (Sbg.) die Autofahrer mit wertvollen Parkinformationen.

Nähere Infos
Weitere Informationen zum FH-Studiengang Automatisierungstechnik erhalten Sie unter Tel. 050804/43010, sekretariat.at@fh-wels.at, www.fh-ooe.at/at

v.li.n.re.: die Preisträger Rainer Köck MSc (FH OÖ Campus Wels), Petrina Papazek MSc, Arch. Hansjörg Mikesch.