Campus WelsTechnik & Angewandte Naturwissenschaften

Unternehmer*innen

Robert Machtlinger, CEO der FACC AGFACC begrüßt einzigartigen Studiengang „Leichtbau und Composite-Werkstoffe“ der FH Oberösterreich

Wolfgang Rathner, Geschäftsführer Fill Gesellschaft m.b.H.

Leichtbaustudium ist ein wichtiger Baustein

Energieeffizienz und Leichtbau dominieren die Produktentwicklung in vielen Branchen. Fill Maschinenbau entwickelt und baut Produktionsanlagen für den Leichtbau. Dafür benötigen wir Mitarbeiter, welche diese Technologien von der Basis her verstehen, unabhängig davon, ob es sich um Aluminium, Leichtbau oder Composite handelt.

Auch im benachbarten Deutschland gibt es verstärkte Aktivitäten in diesem Technologiebereich. Im Leichtbau ist unter anderem der Bereich Composite ein stark steigender Markt. Daher ist es notwendig, sowohl bei der Forschung als auch bei der Entwicklung neuer Maschinen und Anlagen Akzente zu setzen. Diese Kompetenz hat Fill bereits in der Vergangenheit am Beispiel BMW i8 und i3 gezeigt und umgesetzt. Gleiches gilt für die Herstellung und Automatisierung von Komponenten für die Luftfahrtindustrie, wo neue Technologien zum Teil die manuelle Bearbeitung ersetzen.

Für die Leitbetriebe im Innviertel ist das Leichtbaustudium an der FH OÖ Wels ein wichtiger Baustein, um hier am Ball zu bleiben und Innovationen für die Industrie zu schaffen.

Robert Hütter, SGL Carbon

Wo früher Skier in Handarbeit gefertigt wurden bzw. noch grüne Wiese war, produziert die SGL Carbon heute in Zusammenarbeit mit ihren Kunden extrem leichte Bauteile aus faserverstärktem Kunststoff für die Automobilindustrie. An den österreichischen Standorten Ried und Ort im Innkreis geht alles schnell, effizient – und immer öfter in Großserie. Die einzigartigen Anlagen und Projekte sind der Grundstein für die Serienfertigung, mit der die SGL weltweit zu den Marktführern gehört.

Pro Tag produzieren die beiden Werke in Ried und Ort eine Vielzahl von Bauteilen in Serie, darunter der Heckflügel für den Porsche 911 GT3, Rückwände für den Audi R8, Bauteilsätze für den BMW i3 oder Blattfedern für verschiedene Ford und Volvo Modelle. Für die SGL Carbon sind die Werke in Österreich ein wichtiger Baustein ihrer Strategie, denn mit diesen beiden Werken konnte die Lücke in der Wertschöpfungskette für Verbundwerkstoffbauteile geschlossen werden. Der Precursor, Ausgangsstoff für die Produktion von Carbonfasern, wird in Portugal produziert, die Fasern in den USA und Schottland. Die Weiterverarbeitung erledigen Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Deutschland und die fertigen Bauteile werden in Österreich hergestellt.

Während in Ried noch viel per Hand gebaut wird, läuft die Fertigung in Ort im Innkreis oft vollautomatisch ab. In der erst 2012 gebauten Produktion laufen auf insgesamt 10.000 Quadratmetern rund 100 verschiedene, in vielen Fällen direkt ineinandergreifende, automatisierte Einzelprozesse ab.

„Wir liefern dem Kunden nicht mehr nur Bauteile, sondern bieten Lösungen und Projektbegleitung aus einer Hand. Mit diesem Ansatz haben wir es geschafft jährlich eine Million Blattfedern zu bauen“ sagt Robert Hütter.

Dieser hohe Grad an Automatisierung überzeugt auch immer mehr Kunden. Es laufen weitere Entwicklungsprojekte für maschinelle Serienfertigung im Automobilbereich und wenn es nach Herwig Fischer geht, werden hier demnächst auch noch ultraleichte und höchst stabile Bauteile für andere Industrien wie die Luftfahrt gefertigt.

Die Transformation zum Hightech-Produktionszentrum und Pionierstandort für Leichtbau in Serie wird hier weiter gehen, denn die beste Zeit für Fischer, Hütter und die insgesamt 280 Mitarbeiter in Ried und Ort bricht gerade erst an.