Campus WelsTechnik & Angewandte Naturwissenschaften

F&E Projekte

Industrielle Computertomographie: Innovative Messmethode für Auto- und Flugzeugindustrie

Sicherheit, Qualität, Material- und Technologieinnovationen sowie Kostenreduktion stehen bei der Produktion von Automobil- und Flugzeugbauteilen an oberster Stelle. Methoden wie die industrielle Computer-Röntgentomografie oder Laserultraschall ermöglichen die qualitative Charakterisierung und Prüfung eines Werkstoffes, ohne diesen zu zerstören und damit unbrauchbar zu machen.

Größtes Forschungsprojekt an der FH Oberösterreich
Die CT-Forschungsgruppe an der FH in Wels wurde bereits 2004 gegründet und besteht derzeit aus mehreren Professoren und 18 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen. Sie ist damit eine der größten Forschungsgruppen der FH Oberösterreich. Es gibt Kooperationen mit mehr als 50 Firmen und es werden diverse nationale und internationale Projekte im Umfang von etwa 1 Million Euro pro Jahr abgewickelt. Das größte Projekt ist das K-Projekt für „zerstörungsfreie Prüfung und Tomografie Plus ZPT+“ mit einem Gesamtvolumen von 5,4 Millionen Euro und drei von der EU-finanzierte Projekte. 

Aktive Thermografie für die Flugzeugindustrie

Ob Tragflächen, Rumpf oder Leitwerk - viele Flugzeugbauteile bestehen aus Verbundwerkstoffen. Die oberösterreichische Firma FACC ist sowohl mit Airbus wie mit Boeing gut im Geschäft. Hier werden selbst größere Flugzeugteile Schicht für Schicht in Handarbeit hergestellt. Der Einsatz von Robotern rentiert sich nicht - gemessen an den Stückzahlen und den komplexen Formen wäre der Aufwand zu groß.

Die Sicherheitsstandards in der Luftfahrtindustrie sind besonders hoch. Daher müssen die fertigen Verkleidungsteile einer gründlichen Endkontrolle unterzogen werden. Bisher durchleuchten Techniker die Teile Stück für Stück relativ zeit- und kostenaufwändig per Ultraschall.

An der FH in Wels wurde eine Zusammenarbeit mit FACC gestartet. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll ein neues Prüfverfahren für den routinemäßigen Einsatz in der Produktion entwickelt werden.

Bei der "Aktiven Thermografie" nutzen die Techniker Temperaturunterschiede, um Fehler in einem Bauteil aufzuspüren. "Aktiv" heißt, dass ein intensiver Lichtblitz die Oberfläche um bis zu drei Grad erwärmt. Das Verhalten beim Abkühlen verrät Unregelmäßigkeiten, denn Löcher oder Fremdkörper im Material verändern den Wärmefluss. Das Blitzlicht erwärmt das Testobjekt und die Löcher unter der Schicht werden sichtbar. Je nach Material reicht die Thermografie mehrere Millimeter tief. Diese Methode ist einerseits viel schneller und andererseits mobil einsetzbar!

Als Ergänzung zur "oberflächlichen" Thermografie liefert der industrielle Computertomograf an der FH in Wels den Welser Technikern tiefere Einblicke.

Bahnautomation und Verkehrstelematik

Regionalbahnen sind wichtige Verkehrsadern des öffentlichen Verkehrs. Wesentlicher Faktor für Akzeptanz und damit Wirtschaftlichkeit sind attraktive Zugfrequenzen. Ein Team von 7 Wissenschaftlern der FH in Wels widmet sich dieser Thematik. Im Forschungsbereich „Bahnautomatisierung und Verkehrstelematik“ befasst man sich mit computerunterstützten Zugleitungen  und satellitengestützter Zugortung für Regionalbahnen, um Sicherheit und Frequenz zu erhöhen: Fuhr etwa die Linzer Lokalbahn vor Jahren noch im Ein- oder Zwei-Stunden-Takt, so konnte ihre Frequenz auf bis zu 15 Minuten attraktiviert werden – bei gleichem Personaleinsatz für die Zugleitung. Teure computergestützte Stellwerke und Leitzentralen wie bei Hochgeschwindigkeitszügen, Güterstrecken und U-Bahnen im Einsatz, sind für Regionalbahnen unfinanzierbar.

Der Fokus der Welser Forschungsprojekte liegt in innovativen Automatisierungslösungen für den öffentlichen Personennahverkehr, um Attraktivität und Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Derzeit wird ein weiterentwickeltes System in Salzburg für die Pinzgauer Lokalbahn (Zell am See – Krimml) mit Siemens umgesetzt. So wie bei der LiLo kommt dort ein „erweitertes GPS“ (Global Position System)zum Einsatz. Mit dieser satellitengestützten Zugortung erhöht sich die Sicherheit auf den eingleisigen Regionalbahnen, der Betrieb wird kostengünstiger und flexibler.

Satellitennavigation ortet Anschlusszüge und -busse
Nichts ist ärgerlicher, als den Anschlusszug oder –bus zu versäumen! Die Welser Wissenschaftler arbeiten bereits an Technologien, um mit Hilfe der Satellitennavigation Regionalzüge und -busse zu orten und die einzelnen Fahrpläne und Zugbewegungen laufend aufeinander abzustimmen.

Im Bereich der LiLo ist das neue System in Form von dynamischen Anzeigen in den Bahnhöfen bereits im Aufbau und in ersten Stationen schon umgesetzt. Weitere Schritte sind geplant.