Campus WelsTechnik & Angewandte Naturwissenschaften

Berufspraktika

Ein Fachhochschul-Studium zeichnet sich durch die praktische Anwendung der Lehrinhalte im künftigen Berufsumfeld aus. Wichtiger Teil ist das Berufspraktikum, das in Bachelor- und Diplom-Studiengängen verpflichtend vorgesehen ist (tlw. Sonderregelung bei berufsbegleitenden Studiengängen). Während des Praktikums wird der/die Studierende durch je eine/n VertreterIn des Lehrkörpers und der Firma bzw. der Organisation, in der das Praktikum absolviert wird, betreut. Ein Auslandspraktikum ist möglich. 

Entwicklung einer Montagesimulation bei Audi Hungaria

Student: Michael Eder
Unternehmen: Audi Hungaria AHM

Michael Eder absolvierte sein Berufspraktikum in der weltweit größten Motorenfabrik für PKW-Motoren Audi Hungaria (AHM) in Györ (Ungarn). Er arbeitete im Motoranlaufcenter- an der Schnittstelle zwischen technischer Entwicklung, Planung, Qualitätssicherung und der Produktion. Die Aufgabe des 26-jährigen Bachelorstudenten war es, eine innovative Montagesimulation für Audi-Motoren zu erstellen. „Mein Ziel ist es, mit Hilfe dieser Simulation mögliche Montagefehler schon entdecken zu können, bevor sie überhaupt passieren“, so Michael Eder, der von diesem Berufspraktikum begeistert ist. 

2014 hat Audi Hungaria 1.973.734 Motoren für verschiedene Modelle des VW-Konzerns produziert und ist damit der größte Motorenbauer weltweit. Das Motoranlaufcenter bei Audi Hungaria analysiert, montiert und optimiert Versuchs- und Vorserienmotoren, Serienmotoren und deren Fertigungs- und Montageprozesse. Frühzeitig und systematisch sollen bereits die Erfahrungen der Produktion in die Gestaltung von neuen Motoren eingebracht werden.

„Meine Eindrücke, die ich an diesem Audi-Standort sammeln durfte, sind enorm. Wir arbeiten mit Motoren, die erst in ein bis drei Jahren auf dem Markt sein werden. Diese werden in Hinsicht auf das Produkt und die Prozesse analysiert und optimiert“, berichtete der Welser Automatisierungstechniker. Das Team, in dem Michael Eder arbeitet, besteht aus 200 IngenieurInnen und MitarbeiterInnen, die alle Koryphäen in ihrem Gebiet sind.

„Als ich früher an Motoren gedacht habe, habe ich an Öl und Schmutz gedacht. Stattdessen  gleicht die Motorproduktion einem riesigen Operationsbereich. Der Boden glänzt, überall wird auf höchste Sauberkeit und Präzision geachtet“, so Eder weiter. „Die Arbeit bei AHM ist unheimlich spannend, abwechslungsreich und selbstverständlich fordernd. Dass ich diese Möglichkeit bekommen habe, ist der perfekte Abschluss zu meinem tollen Bachelorstudium“, freut sich Michael Eder. Er hofft, eine fixe Anstellung in diesem Team zu bekommen.

Michael Absenger

Getriebeentwicklung Porsche RS Spyder

Student: Michael Absenger
Unternehmen: Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG

Um den Baustand des Porsche RS Spyder abzusichern, wurde eine Le Mans Simulation mit befeuertem Motor und Getriebe am Prüfstand durchgeführt. Das Laufzeitziel betrug 30 h bzw. 6000 km. Die Schadenkorrelation zwischen Prüfstand und Rennstrecke ist generell extrem hoch, sodass Freigabeläufe wie dieser vornehmlich am Prüfstand stattfinden und zu erheblichen Einsparungen führen.

Abgesehen vom Prüfstandsdauerlauf waren unter anderem das Verfassen von Präsentationen, technischen Informationen und Anweisungen als Hilfestellung für andere Motorsportbereiche, das Werksteam oder Kundenteams Teil der Arbeit.

Mario Binder

Aufbau einer getakteten Produktionslinie

Student: Mario Binder
Unternehmen: Trumpf Maschinen Austria GmbH & Co KG

Zentrale Aufgabe war der Aufbau eines synchron getakteten Produktionssystems mit kurzen Durchlaufzeiten und einer hohen Produktivität. Weiters sollte eine steile Anlaufkurve, welche nach der Vorstellung des Produktes im Oktober bei der Messe "Blech" in Hannover erwartet wird, bewältigt werden. Ein weiteres Ziel war der Transfer des Know-Hows der Entwicklung in die Produktion sowie die Kostenoptimierung und Konzepterstellung für Montagevorrichtungen während der Entwicklungsphase.

Markus Kammerhofer

Valve cladding machine

Student: Markus Kammerhofer
Unternehmen: Bernecker + Rainer Industrial Automation Ltd.

Ziel des Praktikums war es, ein Konzept für die Automatisierung des Prozesses der Ventilkörperbeschichtung in Form von Schweißnahtringen zu entwickeln und umzusetzen. Im Wesentlichen waren folgende Punkte zu lösen:
- Ermittlung und Ausarbeitung der Anforderung mit dem Kunden
- Auswahl der Steuerungstechnikhardware sowie Integration der vorhandenen Antriebstechnik
- Entwicklung des Softwarekonzeptes
- Einbindung des Schweißroboterinterfaces
- Programmierung der Software
- Implementieren und Testen an der Demohardware

Christoph Reiter

Shearografie als Werkzeug für die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung

Student: Christoph Reiter
Unternehmen: FH OÖ Forschung- und Entwicklungs GmbH

Die Aufgabenstellung bestand darin, die Stärken und Grenzen der Shearografie festzustellen und mögliche neue Methodiken für bestimmte Messreihen zu entwickeln. Weiters sollte eine Unterdruckkammer für die Messungen mit Unterdruckanregung entworfen und gefertigt werden.
Zusätzlich wurde eine Methode entwickelt, welche es ermöglicht, auf die Fehlertiefe und Fehlergröße in verschiedenen Materialien rückschließen zu können. Ein weiterer Punkt war die Durchführung von Messungen an Bauteilen für Firmen, die Interesse an der Messmethodik zeigen.

Jürgen Traxler

Entwicklung eines autonomen Shuttlefahrzeuges

Student: Jürgen Traxler
Unternehmen: TGW Mechanics GmbH

Die Fa. TGW ist als Hersteller von automatischen Regalbediengeräten für den Einsatz in automatischen Kleinteilelagern Marktführer in Europa. Nach einer Wettbewerbsanalyse wurde ein für TGW zu favorisierender Systemansatz identifiziert, welcher als Kernelement ein autonomes Shuttlefahrzeug umfasst. Um hier eine Innovation zu starten, waren jedoch noch einige Detailausarbeitungen notwendig:- Projektrecherche für den Einsatz möglicher Shuttlesysteme- Detailanalyse der Anforderungen an eine neue Lagerlogistiklösung- Adaptierung realisierter Lösungen der Vergangenheit mit diesem neuartigen Konzept- Ermittlung der Kostentargets- Ausarbeitung verschiedener, möglicher Lösungskonzepte- Wirtschaftlichkeitsbetrachtung