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Welser FH-Studenten entwickeln umweltfreudlichen Kocher für die 3. Welt

In Zusammenarbeit mit Bosch & Siemens Hausgeräte GmbH haben Welser Bio- und Umwelttechnik-Studenten einen Pflanzenölkocher für die Bewohner der 3. Welt entwickelt, der sowohl die Gesundheit der Menschen, als auch die Umwelt schützt. Im kommenden Jahr sollen bereits 15.000 Stück dieser innovativen Kocher verkauft werden!

In tropischen und subtropischen Ländern steht der ländlichen Bevölkerung vor allem Holz als Energiequelle für den Kochvorgang zur Verfügung. Dies und ein stetig ansteigendes Bevölkerungswachstum führen zu einer übermäßigen Abholzung von Wäldern. Die damit einhergehenden Schäden an der Natur führen zu verstärkter Erosion und Wüstenbildung. Zusätzlich entstehen beim Abbrand von Feuerholz in traditionellen Holzöfen gefährliche Abgase. Diese führen bei Frauen und Kindern häufig zu Lungenerkrankungen.

Die Firma BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH entwickelte zusammen mit dem Institut für Agrartechnik in Tropen und Subtropen der Universität Stuttgart Hohenheim einen Pflanzenölkocher. Dieser Kocher wird mit natürlichen Fetten und Ölen wie Kokosöl, Palmöl, Sonnenblumenöl betrieben. Bereits seit 3 Jahren wird das Entwicklungsteam auch durch Berufspraktikanten und Diplomanden des Welser FH-Studienganges „Bio- und Umwelttechnik“ unterstützt. Neben dem Welser Gregor Praznik haben dieses Projekt die Diplomanden Carina Pappenreiter aus Wilhering, die Linzerin Nicole Schmöller, Iris Fernbach aus St. Marien mitentwickelt.

„Das Öl wird gecrackt, das heisst in kleine Bestandteile aufgebrochen. Dadurch wird es gasförmig und kann praktisch fast emissionsfrei verbrannt werden.“, erklärt der 29jährige Gregor Praznik, Student des Studienganges „Bio- und Umwelttechnik“. Derzeit beschäftigt sich der Student im Rahmen seines Berufspraktikums und Diplomarbeit mit verschiedenen Ölversuchen, um den Wirkungsgrad dieser Kocher noch zu verbessern. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Kochern, bei denen der Wirkungsgrad nur bei ca. 20 % liegt, kommen wir beim Pflanzenölkocher bereits auf einen Wirkungsgrad von ca. 50 %!“, ist Praznik stolz auf seine Mitentwicklung. Hinzuzufügen ist noch, dass die Einwohner der 3. Welt das Pflanzenöl günstig selbst gewinnen können.

Mit diesem neuen Bioöl-Kocher wird die Abholzung der Wälder vermieden, CO2-Emissionen reduziert, und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen (Petroleum, Ergas) verringert. Das Öl wird jeweils lokal produziert, der Kocher wird zu einem  für die Bewohner angemessenen Preis verkauft. Ein sinnvolles Projekt durch und durch!

BUT-Student Gregor Praznik (li) mit seinem FH-Betreuer Dr. Christof Lanzerstorfer