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Welser FH-Studenten entwickeln biologischen Kunststoff

Kunststoffe wurden bisher aus fossilen Rohstoffen produziert. Seit kurzem gibt es statt Erdöl einen nachwachsenden Rohstoff: Milchsäure. Die Weiterentwicklung dieses neuen, qualitativ hochwertigen „Biokunststoffes“ aus Milchsäure war die Hauptaufgabe von zwei Studenten des FH-Campus Wels in ihrem Berufspraktikum und in ihrer Diplomarbeit beim Welser Forschungsinstitut TCKT.

Bei den Materialeigenschaften des biogenen Kunststoffes gibt es noch großes Entwickungs-Potential. Dieser Aufgabe widmete sich der Material- und Verarbeitungstechnik-Student Richard Ruf mit seinem Berufspraktikum und seiner Diplomarbeit.

„Derzeit werden derartige Biokunststoffe bereits in der Medizin als Nahtmaterial oder Knochenersatz, in der Pharmaindustrie und im Verpackungsbereich eingesetzt. Um Polymilchsäure auch als Konstruktionsmaterial einsetzen zu können, müssen die Materialeigenschaften dieses Biokunststoffes noch verbessert werden. Konkret habe ich in meiner Diplomarbeit versucht, das Rohpolymer stabiler und wärmeformbeständiger zu machen“, erklärt Ruf.

Ob dieses Material am Markt überhaupt Absatzchancen hat und sich die aufwändigen Forschungsarbeiten lohnen werden? Mit diesen Fragen hat sich der Innovations- und Produktmanagement-Student Thomas Fuchs in seinem Berufspraktikum und seiner Diplomarbeit beschäftigt. „Dieses neue Produkt wird nicht automatisch erfolgreich sein, wenn Marktpotential und konkrete Kundenwünsche nicht ausreichend im Vorfeld recherchiert wurden. Es müssen dazu alle Aspekte der Produktinnovation, also von der Produktentwicklung, Design, Funktion, Dimensionierung bis zum verwendeten Werkstoff, Werkzeug, Prozess und der Maschine abgestimmt werden“, so der IPM-Student Fuchs, der wie Ruf heuer zum DI (FH) spondieren wird.

Um auch unkonventionelle Produktideen finden zu können, wurden nicht nur die Experten des TCKTs befragt sondern auch Studierende des FH-Campus Wels mit einbezogen. In eigenen Workshops wurden so erste Produktkonzepte mit biogenem Kunststoff als Material entwickelt. Als erste Einsatzgebiete haben sich nun die Spielzeug- und Büroartikelindustrie angeboten.

Neuentwicklungen von Produkten setzen intensive Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten voraus. Die Kernkompetenz des Transfercenters für Kunststofftechnik (TCKT Wels) liegt in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung, die unter anderem Rohsto ffentwicklung, Materialentwicklung, Simulationen, Prüfungen und Nullserienproduktionen im Compoundieren, Spritzgießen und Extrudieren beinhaltet. Biobasierte Kunststoffe sind dabei die neuesten Forschungsfelder des TCKTs, an denen nun auch die zwei FH-Studenten erfolgreich mitwirkten.

Top Jobaussichten
Die aufstrebende Kunststoffindustrie hat einen großen Bedarf an Technikern. „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Maturanten ein technisches Studium wählen würden“, appelliert Dr. Wolfgang Stadlbauer, Leiter des TCKT Wels an die Jugend.

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Bei den Studiengängen „Material- und Verarbeitungstechnik“ und „Innovations- und Produktmanagement“ sind noch Studienplätze frei. Infos unter Tel. 07242/72811-3060 oder 3040, sekr.mvt@fh-wels.at, sekr.ipm@fh-wels.at, www.fh-ooe.at/campus-wels

„In der Kunststoffindustrie besteht ein großer Bedarf an technischen FH-Absolventen“, appelliert Dr. Wolfgang Stadlbauer, Leiter des TCKT Wels. Im Bild mit den Welser FH-Studenten Thomas Fuchs (li) und Richard Ruf (re).