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Welser FH-Studenten drücken Trodat ihren Stempel auf

In Zusammenarbeit mit der Trodat Produktions GmbH haben Studenten des Welser Studiengangs Material- und Verarbeitungstechnik ein Konzept erarbeitet, das es ermöglicht, die weltweit verkauften Kunststoffstempel immer exakt mit dem gleichen Farbton einzufärben. Voraussetzung dafür waren zahlreiche Untersuchungen der Einfärbung mittels Farbmasterbatch im Spritzgießprozess.

Stempel sind heute zum überwiegenden Teil aus Kunststoffen aufgebaut. Ein wesentlicher Vorteil von zunächst naturfarben vorliegenden Kunststoffen ist neben den vielfältigen Möglichkeiten der Formgebung die nahezu beliebige Einfärbbarkeit. Hierzu werden Farbmasterbatches eingesetzt. Farbmasterbatches sind Kunststoffgranulate, die einen wesentlich höheren Farbstoffanteil als das herzustellende Teil enthalten.

Das Spritzgießen ist ein sehr weit verbreitetes Kunststoffverarbeitungsverfahren, bei dem der Kunststoffrohstoff zunächst plastifiziert und anschließend in eine beliebige Form eingespritzt wird. Dadurch können Kunststoffteile in hohen Stückzahlen hergestellt werden. Das Farbmasterbatch wird bei diesem Vorgang dem Kunststoffrohmaterial zudosiert und eingemischt. Wichtig ist dabei, dass immer der gleiche Farbton am Stempel erreicht werden kann.

Ziel des Studentenprojektes war es nun, die prozesssichere Einfärbung der Kunststoffteile zu untersuchen. Hierzu wurden unter der Betreuung von FH-Prof. DI Dr. Gernot Zitzenbacher (Bereichsleiter Kunststofftechnik am FH-Campus Wels) sowohl der Einfluss der Prozessparameter an der Spritzgießmaschine, als auch unterschiedlicher Masterbatch-Qualitäten auf den Einfärbevorgang untersucht. Für die optische Beurteilung der Einfärbung wurden moderne Farbmessmethoden und das Empfinden des menschlichen Auges herangezogen. Als Resultat wurde ein Konzept zur Gewährleistung der reproduzierbar gleichbleibenden Einfärbung erarbeitet.

Das Welser Unternehmen Trodat ist der Erfinder des weltweit erfolgreichsten Stempels - des Trodat Printy - bis heute über 150 Millionen Mal verkauft. Trodat verfügt über eine Exportquote von 98 Prozent und beliefert Kunden in 160 Ländern der Welt.

Die aufstrebende Kunststoffindustrie hat einen großen Bedarf an Technikern. „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Maturanten das Studium der Material- und Verarbeitungstechnik wählen“, appelliert Ing. Helmut Lindner, Leiter des Technologiezentrums IM bei der Fa. Trodat, an die Jugend.

Nähere Informationen zum FH-Studiengang „Material- und Verarbeitungstechnik“ unter Tel. 07242/72811-3060, sekr.mvt@fh-wels.at oder www.fh-ooe.at/mvt

Ing. Helmut Lindner, Leiter des Technologiezentrums IM (li) mit den MVT-StudentInnen. In der Mitte DI Dr. Gernot Zitzenbacher.