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Robo-Racing-Team des FH-Campus Wels bei der Eurobot

Vom 16.5. bis 20.5. fand in La Ferté-Bernard in der Nähe von Le Mans das Finale der Eurobot statt. Das ist der größte Wettbewerb für selbstgebaute, autonome und mobile Roboter in Europa. Für die Teilnahme an der Eurobot können sich maximal 3 Teams pro Nation qualifizieren. An der französischen Meisterschaft nahmen 120 Teams und am europäischen Bewerb 60 Teams aus über 20 Ländern teil.

Für die Vorbereitung stand jeweils zwei Teams eine Koje mit etwa 10 m² zur Verfügung. Sofort begannen 600 junge Menschen mit Feuereifer an ihrem Roboter zu bohren, zu feilen oder zu löten. Manche Teams hatten ihren Roboter bereits fertig gestellt und arbeiteten an der Verbesserung des Programms. Vor lauter Begeisterung nahmen sich manche nicht einmal für den kurzen Weg zum Versorgungszelt Zeit um zu essen, sondern bestellten sich einfach eine Pizza. Je näher die Vorrunde kam, desto mehr stieg die Spannung. Man beobachtete die anderen Teams, holte sich noch die letzten Ideen, diskutierte mit anderen Teilnehmern und arbeitete schließlich bis spät in der Nacht am eigenen Roboter. Die eifrigsten gingen danach nicht in ihre Schlafräume sondern rollten ihren Schlafsack aus und schliefen in der Koje neben ihrem Roboter.

Nach den ersten Vorrunden kristallisierten sich bereits die Favoriten heraus. Die Kojen dieser Teams wurden naturgemäß am stärksten umlagert. Bis auf eine. Die Koje des führenden Teams blieb meist leer. Dieses Team hatte auch in den letzten Jahren meistens den Bewerb gewonnen, nahm aber nicht am quirligen Leben im Fahrerlager teil sondern zog sich ins Hotel zurück. Manche sprachen von ihnen mit Hochachtung - manche drückten deutlich ihr Missfallen über dieses Verhalten aus. So bald sich aber Mitglieder dieses Teams mit ihrem Roboter zeigten, waren sie sofort von zahlreichen Neugierigen mit Film- und Fotokameras umlagert.

Der Welser Roboter schaffte die Zulassungsprüfung ohne Schwierigkeiten. Bei den fünf Bewerben der Vorrunde zeigte er aber nie seine volle Leistungsfähigkeit und erreicht schließlich den 23 Platz von 60 Teams.

Am Anfang fassungslos und mit deutlich zur Schau gestellter Enttäuschung, später dann schon gefasster und ruhiger nahmen die Teilnehmer des FH-Campus Wels das zur Kenntnis. Das bisher erfolgsverwöhnte Team aus Wels musste erkennen, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, eine österreichische Meisterschaft zu bestreiten, oder sich in einem internationalen Bewerb mit den führenden europäischen Teams zu messen. Technisch erklärbar ist es nicht, aber man hatte das Gefühl, dass auch der Welser Roboter sich von den führenden Teams beeindrucken ließ und in entscheidenden Situationen vom Lampenfieber erfasst wurde.

Über die Ursache der teilweise enttäuschenden Leistung existierten die verschiedensten Theorien, aber in einem Punkt war sich das Welser Team einig: Wenn wir Sponsoren finden, kommen wir im nächsten Jahr sicher wieder.

In der Zwischenzeit begannen die ersten Finalläufe. In der Wettkampfhalle tobten die begeisterten Zuschauer mit den Fans und Mitgliedern der Teams um die Wette. Phantasievoll gekleidete Maskottchen der Teams brachten mit ihren übermütigen Späßen teilweise die Moderation völlig zum erliegen. In diesen Fällen wartete der Moderator lächelnd bis sich die Lautstärke wieder halbwegs reduziert hatte. Auch das macht diesen Bewerb aus: Neben dem Roboterbewerb mit seinen strengen Regeln findet auch ein Fest statt, das die Franzosen mit den übrigen Nationen übermütig feiern und zelebrieren.

Dieses Erlebnis wird keiner der beteiligten je vergessen.

Das bewährte Team des FH-Campus WELS:

  • DI Walter Rokitansky
  • Ing. Michael Zauner
  • Bernhard Brandsteidl
  • Raimund Edlinger