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Welser Team bei Roboterwettbewerb in Tokio

Kürzlich fand die „World Robot Summit“, ein großer internationaler Roboterwettbewerb, in Tokio in Japan statt. 130 Teams aus 23 Ländern traten in den vier Kategorien Industry, Service, Disaster und Junior an. Darunter auch das RoboRescueTeam der FH OÖ Fakultät Wels. Die drei FH OÖ-Wissenschaftler Raimund Edlinger, Michael und Gerald Zauner wurden vom japanischen Veranstalter in die Hauptstadt eingeladen, traten mit ihrem Rettungsroboter in der Disaster Challenge an und belegten den 10. Platz.


„Bei diesen Wettbewerben geht es darum, die Robotertechnologie voran zu treiben. Mit Spielerei hat das Ganze schon lange nichts mehr zu tun. Japan investiert enorme Summen in diese Entwicklungen, um entsprechendes Know-How aufzubauen“, berichtet FH-Prof. Gerald Zauner, der erstmals das Welser Team unterstützte. Die Kosten für die Teilnahme des Welser Teams wurden vom japanischen Veranstalter übernommen.

Rettungstechnologien weiterentwickeln

„Wir kämpften in der so genannten ‚Disaster Challenge‘, bei der insgesamt 19 Teams 6 unterschiedliche Parcours absolvieren mussten. Diese sind an Katastrophen-Szenarien angelehnt, wie man sie etwa nach Erdbeben vorfindet. Die Roboter müssen dabei erfolgreich über unwegsames Gelände (z.B. Treppen oder durch Hindernisse blockierte Tunnels etc.) manövriert werden. Diese Wettkämpfe dienen dazu, diese Rettungstechnologien weiterzuentwickeln, um bei echten Katastrophen entsprechend gerüstet zu sein“, erklärt der Roboter-Pilot Raimund Edlinger.

Das kleine Welser Team schlug sich mit dem Erreichen des 10. Platzes gut. „Insbesondere wenn man bedenkt, dass manche Teams mit 10 Personen und mehr antreten und auch Firmen an den Start gehen, die auf den Bau solcher Desaster-Szenario- Roboter spezialisiert sind“, fügt Gerald Zauner hinzu.

Technisches Improvisationsvermögen nötig

Neben den technischen Herausforderungen in der Robotertechnik werden insbesondere die Piloten, die den Roboter ohne direkte Sichtverbindung und nur über eingebaute Kameras fernsteuern, enorm gefordert. Dafür standen den Teams zwei Tage Vorbereitung vor Ort zur Verfügung, wo neben der Inbetriebnahme des Roboters - bei der fast immer auch technisches Improvisationsvermögen verlangt wird - auch der Pilot intensiv gefordert wird. „Er muss sich innerhalb kürzester Zeit an die sehr individuellen Anforderungen der einzelnen Aufgaben einstellen. Beispielsweise benötigt das Überwinden von Treppenstrukturen präzise Kontrolle der vier mechanischen Flipper – einer Art ausfahrbaren Kettenantriebs, der verhindert, dass der Roboter über die steile Treppe abstürzt. Gleichzeitig muss er aber auch den weiteren Fahrweg im Auge behalten, da der sehr beengte Fahrbereich nur sehr eingeschränkte Manöver zulässt. Das Ganze natürlich unter permanentem Zeitdruck“, zollt Michael Zauner dem Piloten Respekt.  

Online Videos unter: https://bit.ly/2SdLGDA

v.li.n.re.: FH-Prof. Dr. Gerald Zauner, Dr. Ingomar Lohschmidt (WKO - Aussenwirtschaft, österr. Wirtschaftsdelegierter in Tokio), Michael Zauner MSc und DI (FH) Raimund Edlinger MSc. Foto: FH OÖ