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MVT-Student entwickelt mit Borealis einen neuen Kunststoff für Kühlschränke

Derzeit werden für Innenverkleidungen von Kühlschränken meist Kunststoffe verwendet, die gegenüber bestimmten Reinigungsmittel relativ unbeständig sind und es dadurch immer wieder zu Rissen und sogar Brüchen in der Innentür kommt. In Zusammenarbeit mit der Borealis Polyolefine GmbH hat nun der Welser Material- und Verarbeitungstechnik-Student Georg Grestenberger einen neuen Kunststoff auf Polyolefinbasis weiterentwickelt, der sich ähnlich gut verarbeiten lässt, aber wesentlich bessere Beständigkeit gegenüber den Reinigungsmitteln besitzt.

"Thermoformen" ist ein sehr verbreitetes Kunststoffverarbeitungsverfahren, bei dem Folien oder Platten erwärmt und anschließend zu dreidimensionalen Formteilen umgeformt werden. Vor allem großflächige,  dünnwandige Teile, wie Kühlschrankinnenverkleidungen, können in diesem Verfahren kostengünstig hergestellt werden.

Mit mehr als 4500 MitarbeiterInnen in 11 Ländern und über 5 Milliarden Euro Umsatz ist die Borealis Polyolefine GmbH ein international führender Kunststoffhersteller. Da Borealis bestrebt ist, seinen Kunden nicht nur ein neues Material, sondern auch das dazugehörige Verarbeitungs-Know-How anbieten zu können, ist vor Markteinführung eines neuen Kunststoffes eine umfassende Untersuchung des Verarbeitungsverhaltens erforderlich.

Im 6-monatigen Berufspraktikum und in der anschließenden Diplomarbeit am Borealis Innovation Center Linz hat nun Grestenberger dieses neue sogenannte „Compound“ einem umfassenden Testprogramm unterzogen. Unter der Betreuung von DI Dr. Gernot Zitzenbacher (Bereichsleiter Kunststofftechnik, FH-Campus Wels) und von DI Werner Posch (Project Manager, Borealis) wurde insbesonders das Aufheizverhalten untersucht, welches für die Qualität der Formteile und die Wirtschaftlichkeit der Fertigung entscheidend ist.

„Ziel war es, die Aufheizphase so weit zu optimieren, dass die Kunststoffplatten mit möglichst wenig Energieaufwand in kürzester Zeit auf die benötigte Umformtemperatur erwärmt werden können. Je kürzer diese Aufwärmzeit, desto höher ist die mögliche Produktionsstückzahl und dadurch auch die Wirtschaftlichkeit der Produktionsanlagen“, erklärt Grestenberger.

Um bestimmen zu können, wie schnell sich die unterschiedlichen Kunststoffplatten aufheizen, wurden am FH-Campus Wels mittels „Aktiver Thermografie“, eigentlich einem Forschungsprojekt für die Flugzeugindustrie, zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Dabei wurden die Platten mit Heizstrahlern erwärmt und auf der gegenüberliegenden Seite mit der Thermokamera vermessen. In direktem Kontakt mit einem führenden Kühlgerätehersteller konnten auf diese Weise wichtige Verarbeitungsempfehlungen für die Serienfertigung erarbeitet werden.

Die aufstrebende Kunststoffindustrie hat einen großen Bedarf an Technikern. „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Maturanten das Studium der Material- und Verarbeitungstechnik wählen“, appelliert DI Werner Posch an die Jugend.

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Es sind noch Studienplätze im FH-Studiengang „Material- und Verarbeitungstechnik“ frei! Nähere Infos unter Tel. 07242/72811-3060, sekr.mvt@fh-wels.at oder www.fh-ooe.at/mvt
Die Bewerbungsfrist wurde auf 13.09. verlängert.
 

Der Welser FH-Student Georg Grestenberger entwickelte in Zusammenarbeit mit der Borealis Polyolefine GmbH einen neuen Kunststoff für Kühlschränke.