Campus WelsTechnik & Angewandte Naturwissenschaften

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Mit Biosprit aus Stroh gegen hohe Treibstoffkosten

Die EU-Biokraftstoffrichtlinie sieht bis 2020 einen Biosprit-Anteil von 10 Prozent vor. Bisher wurde Bioalkohol (auch Bioethanol genannt) meist aus Getreide, Mais oder Zuckerrüben hergestellt. Viele Kritiker prangerten diese Treibstoffproduktion aus Lebensmitteln aus ethischen Gründen an. Am FH OÖ Campus Wels wird nun seit einiger Zeit an einer Alternative intensiv und erfolgreich geforscht: Landwirtschaftliche Abfallprodukte, wie etwa Stroh oder Holz sollen als Grundstoff dienen.

Der FH OÖ Campus Wels hat mehrere Forschungsaufträge erhalten, um aus Stroh das begehrte Bioethanol herzustellen: Aus den Forschungsprogrammen „Fabrik der Zukunft“, „Haus der Zukunft“ sowie „FH Plus“ und „Coin“ wurden den Welser Forschern und ihren Forschungspartnern mehr als 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Ab Januar 2009 wird unter der Leitung des Welser FH-Professors Dr. Alexander Jäger und Dr. Heike Kahr ein Team von 5 Wissenschaftlern am Welser FH-Campus dafür sorgen, dass im Rahmen des Projektes Strohbioraffinerie aus Stroh nicht Gold, aber zumindest „flüssiges Gold“ gesponnen wird.

Wissenschaftliche Partner der Welser sind das Energieinstitut an der JKU Linz, die TU Wien, die Universität Graz, das Technologiezentrum Ennstal sowie als Industriepartner die Lenzing AG und aus Deutschland die Südchemie.

Bioethanol-Forschung bereits in den 80er Jahren

Bereits in den 80er Jahren wurde in der Abteilung Zellstoffanlagenbau der Voest Alpine Industrieanlagenbau ein Gewinnungsprozess aus Stroh entwickelt, jedoch nie fertiggestellt. Prof. (FH) Dr. Alexander Jäger hat mit seiner Abteilung am FH OÖ Campus Wels vor 1,5 Jahren diesen Prozess wieder aufgegriffen und entwickelt diesen nun weiter. „Bei dem Verfahren geht es im Prinzip darum, Zellulose aus Holz oder Stroh mit Hilfe von Enzymen in Zuckerbausteine aufzuspalten, die dann wie bei der normalen Bioethanol-Produktion zu Alkohol vergoren werden können.“, erklärt Prof. Jäger.

Bevor dieser Prozess aber industriellen Einsatz findet, besteht aber noch großer Forschungsbedarf, denn derzeit steht der Erzeugungsaufwand noch in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur Alkoholausbeute.