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Andreas Probst: Erster MEWI-Absolvent mit Dissertation

Vom Lehrling zum Dr. der Technik

Einen interessanten Werdegang kann der Mechatronik/Wirtschaft-Absolvent Andreas Probst vorweisen: Von einer Lehre über die Werkmeisterschule und Abend-HTL zum HTL-Professor und Abschluss von 2 FH-Studiengängen in Wels, bis hin zum Doktoratsstudium an der TU Wien. Damit ist Andreas Probst nun der erste MEWI-Absolvent, der eine Dissertation erfolgreich abgeschlossen hat. Wir gratulieren herzlich!

Der aus Neumarkt im Hausruckkreis stammende Andreas Probst hat seine Karriere mit einer Lehre als technischer Zeichner begonnen und war in verschiedenen Unternehmen im Bereich Sondermaschinenbau und Ziviltechnik beschäftigt. Nebenbei absolvierte er die Werkmeisterschule für Maschinenbau und die Abend-HTL für Wirtschaftsingenieurwesen. Anschließend folgte ab 1999 eine Tätigkeit als Projektleiter im Bereich Dieselentwicklung. ​2006 erfolgte der Umstieg als Lehrer an die HTL Linz LITEC und zeitgleich dazu der Start des MeWi-Studiums in Wels. ​2010 ergab sich für ihn die Möglichkeit, an der FH Wels berufsbegleitend in das Masterstudium Anlagenbau einzusteigen.​ Seit 2012 leitet er neben seiner Lehrtätigkeit eine Bundesarbeitsgruppe des Bildungsministeriums im Bereich CAx und ist an der FH Wels als nebenberuflicher Lektor tätig. 2015 startete er schließlich das Doktorratsstudium an der TU Wien, dass er 2019 erfolgreich abschließen konnte.​

Warum haben Sie ein Studium in Wels absolviert?​

Auf der Suche nach einem berufsbegleitenden Studium war zum Zeitpunkt 2006 das Angebot übersichtlich, MeWi bot und bietet meines Erachtens eine exzellente Ausbildung ​in den Bereichen Technik und Wirtschaft. Nach dem ersten Gespräch mit dem damaligen Studiengangsleiter DDr. Girkinger war für mich klar, dass MeWi das richtige für mich ist.​

Was hat Ihnen das MEWI-Studium gebracht? Was hat Ihnen die Kombi Job + Studium gebracht?​

Auf der technischen Seite brachte das Studium Vertiefungen in Bereichen wie Elektrotechnik und Antriebstechnik welche für mich als Maschinenbauer besonders interessant sind.​ Auch die Mathematik und die Maschinenbau-Fächer waren herausfordernd und extrem spannend.​ Auf der wirtschaftlichen Seite brachte das Studium eine sehr breite Ausbildung und praxistaugliche Anwendbarkeit in Projekten.​

​Die Kombination von Studium, Beruf und Familie stellte eine Herausforderung hinsichtlich Selbstorganisation und Eigenmotivation dar, wobei ein wichtiger Aspekt​ die Gruppenbildung war und ist. Die gegenseitige Unterstützung der Studienkollegen war meines Erachtens der Keyfaktor für den erfolgreichen Studienabschluss.​

Highlight während der Studienzeit?​

Die Kollegialität der Studierenden, die einen auch in schwierigen Situationen trägt und motiviert.​ Die Studiengangsleitung und die Studiengangs-Assistentinnen welche einen großartigen Job machten und machen.​

Was hat Sie bewogen, eine Dissertation zu machen?​

Irgendwie war der Gedanke immer im Raum, sozusagen vom Lehrling zum Dr. der Technik, wenngleich es lange Zeit unmöglich schien.​ Im Zuge meiner Lehrtätigkeit hatte ich die Möglichkeit an verschiedenen Forschungsprojekten gemeinsam mit der TU Wien zu arbeiten, ​Projektleiter dabei war damals Dr. Detlef Gerhard, der Dekan der Fakultät Maschinenbau. Durch den intensiven Kontakt und viele Gespräche ​ergab sich dann die Möglichkeit zur Dissertation.​ ​

In welchem Themenbereich haben Sie Ihre Dissertation verfasst?

Es geht dabei um Produkt-Lifecycle-Systeme (PLM) welche in der Industrie in verschiedenen Ausprägungen eingesetzt werden, in der Ingenieurausbildung jedoch nicht oder nur sporadisch.​ Bei den Themen Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) stellt ein PLM System quasi den technischen Backbone, die Verfügbarkeit von allen zum Produkt zugehörigen Daten dar, ​und ist deshalb von größter Wichtigkeit für Firmen und meines Erachtens auch in der Ingenieurausbildung.​ Ich habe im Zuge meiner Dissertation untersucht ob der PLM-Einsatz in der Lehre speziell in den HTLs sinnvoll ist und zusätzlich untersucht, ​ob die dabei stattfindende Kollaboration der Studierenden Vorteile bringt und auch messbar ist.

​Meine 3 Worte zu Wels / zur FH OÖ Wels?​

Leistung / Kollegialität / Chancen​

Prof. Ing. DI (FH) Dr. Andreas Probst, M.Sc. Ing.Paed.IGIP