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Energienetze durch Optimierung der Verbraucherlast entlasten

Großes EU-Horizon 2020-Projekt am FH OÖ Campus Wels gestartet


Im Oktober 2020 ist das EU Horizon 2020-Forschungsprojekt „SENDER“ (Sustainable Consumer engagement and demand response)  am FH OÖ Campus Wels gestartet worden. Dieses mit 6 Mio. Euro Forschungskapital und 15 internationalen Forschungspartnern ausgestattete Innovationsprojekt stellt die Verbraucher in den Mittelpunkt des Energiesystems und will damit gezielt die Verbraucherlast im Tagesverlauf steuern. Das Projekt soll zur Verbesserung der Flexibilität, der Frequenzstabilität und des Lastmanagements im Verteilungsnetz beitragen. Ein Welser FH-Forscherteam beschäftigt sich mit den Themen Strommarktregulierung, Energiepolitik, Umsetzung von Pilotprojekten in Österreich, Spanien und Finnland, Produktionsprognosen für Photovoltaik-Anlagen, Verbrauchsprognosen für Haushaltskunden und Innovationsprozessen.

Das Projekt wird 48 Monate dauern und basiert auf einem Konsortium, dem 15 Organisationen aus sieben europäischen Ländern angehören. Smart Innovation Norway ist der Projektkoordinator.

Steigender Bedarf an Flexibilität des Stromsystems
Ausgangspunkt des Projekts ist der steigende Bedarf an Flexibilität im Stromsystem durch den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien. Im Rahmen des Projekts werden neue Produkte und Services für den Haushaltsbereich entwickelt, welche Anreize für ein systemdienliches Verhalten von Stromendkunden liefern sollen.

„Diese Applikationen werden zudem zusätzliche Services in den Bereichen Home-Automation, Home-Convenience und Home-Security bereitstellen, so dass ein breiter Nutzen und nachhaltiger Effekt im Verbraucherverhalten erzielt werden kann“, berichtet Projektleiter FH-Prof. DI Dr. Wilhelm Süßenbacher.

Verbraucher können an Entwicklung mitarbeiten
SENDER fokussiert sich auf die Rolle der Verbraucher im Energiemarkt und ermöglicht diesen eine aktive Einbindung in der Entwicklung der Services durch einen gemeinsamen Co-Creation Prozess mit den anderen Marktakteuren. Neben Stromendkunden sind auch Netzbetreiber wesentliche Profiteure des Projekts, da diese einen zunehmenden Bedarf an Flexibilität zur Ausregelung des Stromsystems haben. Neben den bereits erwähnten Aspekten wird auch das wirtschaftliche Potential von Flexibilität durch die Teilnahme am Stromgroßhandels- und Regelenergiemarkt im Zuge des Projekts bewertet.

(c) Pixabay