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10. Konferenz industrielle Computertomographie (iCT2020) am FH Oberösterreich Campus Wels

276 Expert*innen aus aller Welt pilgern nun schon zum zehnten Mal nach Wels: Bei der Konferenz für industrielle Computertomografie durchleuchten sie ihre Forschungsergebnisse quasi gegenseitig.


Die FH Oberösterreich in Wels betreibt seit 16 Jahren Röntgen-CT (Computertomografie) für industrielle Anwendungen. „Damals gab es noch keine passende internationale Tagung, also luden wir das Fachpublikum kurzerhand selbst ein.“ so Gastgeber FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner. Aus der anfangs kleinen deutschsprachigen Tagung wurde eine internationale Konferenz, die heute fest verankert im Terminkalender von Expert*innen und Branchengrößen ist.

276 internationale Teilnehmer aus 30 Ländern
Johann Kastner, Initiator der Konferenz, freut sich über das sehr große Interesse an der Konferenz. Bei der heurigen iCT2020 nahmen 276 Besucher aus 30 Ländern aller 5 Kontinente teil. Die Teilnehmer*innen kamen aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Belgien, Italien, Tschechien, Frankreich, Japan, Südkorea, China, Israel, USA, Kanada, Brasilien, Südafrika, Australien und vielen anderen Ländern. Die Tagung wurde durch eine Fachausstellung mit 30 Ständen begleitet.

Gemäß dem Grundkonzept der iCT, dass die Tagung an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft ausgerichtet ist, kamen etwa 50 % der Teilnehmer*innen von Universitäten und Forschungseinrichtungen und etwa 50 % aus der Industrie und von CT-Herstellerfirmen.

Europa weltweit führend – Auch Oberösterreich sehr aktiv
Europa – und hier vor allem Deutschland - ist im zerstörungsfreien Prüfbereich und in der Computertomografie nach wie vor weltweit führend. Allerdings investieren Länder wie Japan, Südkorea, China und zum Teil auch Amerika hohe Summen in CT für den Automobil- und Flugzeugsektor. Dies zeigt sich vor allem auch durch den Zustrom aus Asien und Amerika zur iCT-Tagung.

OÖ Unternehmen greifen auf Expertise der FH OÖ zurück
In den letzten Jahren haben auch viele oberösterreichische Firmen in Computertomografen investiert. Sowohl Firmen aus dem Kunststoffbereich wie Starlim&Sterner, Borealis und Haidlmair als auch Firmen aus anderen Bereichen wie Nemak, TCG Unitech und Fronius haben CTs angeschafft. Für die FH Oberösterreich ist es sehr erfreulich, dass bei fast allen diesen Firmen ehemalige Mitarbeiter*innen der CT-Gruppe die neuen CT-Geräte betreuen. Dies zeigt, dass man mit diesem Thema genau richtig gelegen ist und dass die FH Oberösterreich ihren Bildungsauftrag voll erfüllt hat.

„Es freut uns, dass die oberösterreichische Industrie die im CT-Bereich ausgebildeten Fachleute des FH OÖ Campus Wels sehr gerne einstellt. Das zeigt, dass wir mit der Computertomografie 2004 auf das richtige und vor allem auf ein zukunftsträchtiges Thema gesetzt haben.“ so Gastgeber Johann Kastner.

Keynote-Vorträge aus Österreich, Deutschland und Japan

DI Christian Gusenbauer von der Fa. NEMAK aus Linz berichtete, welche Vorteile CT für die Prototypenentwicklung und für die Serienproduktion von Zylinderköpfen bietet. NEMAK ist eine führende Automobilzulieferfirma und produziert etwa 1 Million Zylinderköpfe aus Aluminium pro Jahr am Standort Linz. Mit CT ist es gelungen, sowohl die Entwicklungszeit als auch die Ausschussquote von Zylinderköpfen deutlich zu reduzieren.

Prof. Toshiyuki Takatsuji vom National Metrology Institute of Japan aus Tsukuba berichtete über den Stand der Technik, was die Anwendungen und das Normenwesen bezüglich CT für Geometriemesstechnik betrifft. CT ist neben der Koordinatenmesstechnik das wichtigste Messverfahren für die 3D-Geometriemesstechnik geworden.

Prof. Markus Sause von der Universität Augsburg berichtete über Anwendungsmöglichkeiten von CT für die Charakterisierung von faserverstärkten Kunststoffen. Faserverstärkte Kunststoffe sind für den Leichtbau im Fahrzeug- und Flugzeugbau unersetzliche Materialien geworden. Die FH Oberösterreich hat sehr intensive Kooperationen mit Prof. Sause. Aktuell laufen zwei gemeinsame Forschungsprojekte.

Nächste Konferenz 2021 in Fürth/Deutschland

Nachdem die Konferenz weiterhin wächst, wird sie seit 2016 jährlich abgehalten. Nachdem die Expert*innen 2017 Leuven in Belgien zur iCT-Hauptstadt machten, gastierte die Fachwelt 2019 in Padua, Italien. Die iCT 2021 wird in Fürth in Deutschland von der Fraunhofergesellschaft gemeinsam mit der FH OÖ veranstaltet. Man darf gespannt sein, denn weitere Neuentwicklungen sind in diesem innovativen Forschungsfeld zu erwarten.

Die FH OÖ Wels verfügt über vier moderne industrielle Computertomographen, die bei der internationalen iCT-Konferenz der Fachwelt präsentiert wurden. Bildquelle: imbilde.at – B. Plank

Die internationale Tagung wurde durch eine Fachausstellung mit 30 Ständen begleitet. Bildquelle: imbilde.at – B. Plank

Gastgeber FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner konnte bei der heurigen iCT2020 276 Besucher aus 30 Ländern aller 5 Kontinente begrüßen. Bildquelle: imbilde.at – B. Plank