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Computerabsturz führt zu Stress: Erstmaliger biologischer Nachweis mittels Messung eines Stresshormons

Andreas Auinger und Harald Kindermann arbeiteten im oberösterreichischen Forscherteam am Nachweis von Technostress


Aus der persönlichen Erfahrung kennt wohl jeder das Stressgefühl, das einen überkommt, wenn der Computer inmitten der Ausführung einer wichtigen Aufgabe abstürzt. Auch in der Wissenschaft wird seit einigen Jahren diese Thematik unter dem Begriff „Technostress“ erforscht. Es handelt sich dabei um ein interdisziplinäres Forschungsgebiet an der Schnittstelle zwischen Psychologie, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Neurobiologie und Medizin.

Chronischer Stress hat vielfältige negative Auswirkungen auf den Menschen, sowohl auf psychischer als auch auf körperlicher Ebene. Stressbedingte Erkrankungen, wie Bluthochdruck und dessen Konsequenzen Herzinfarkt und Schlaganfall, Magengeschwür, sowie Burnout und depressive Erkrankungen, sind in der westlichen Welt auf dem Vormarsch. Durch die steigende Nutzung von Computer und Internet am Arbeitsplatz sowie im privaten Bereich erlangt die Thematik „Technostress“ zunehmend an Relevanz – es handelt sich mittlerweile um ein Problem, das die gesamte Gesellschaft betrifft, und zwar weltweit.

Kürzlich hat sich eine oberösterreichische Forschergruppe mit „Technostress“ wissenschaftlich auseinandergesetzt. Als organisationsübergreifendes Kooperationsprojekt konzipiert, führten die drei Professoren Dr. René Riedl vom Institut für Wirtschaftsinformatik – Information Engineering der Johannes Kepler Universität Linz sowie Dr. Andreas Auinger und Dr. Harald Kindermann von der FH Oberösterreich, Campus Steyr, gemeinsam mit Dr. Andrija Javor von der neurologischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses Linz ein innovatives Experiment durch. Auf Basis der Messung des Stresshormons Kortisol im Speichel von Probanden konnte der Zusammenhang zwischen Computerabsturz und Stressreaktion biologisch nachgewiesen werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in der Fachzeitschrift Business & Information Systems Engineering (BISE) erscheinen; eine deutschsprachige Version wird in der Fachzeitschrift Wirtschaftsinformatik publiziert.

Diese Ergebnisse zeigen, dass durch eine Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Institutionen in Oberösterreich innovative und für die Gesellschaft nützliche Erkenntnisse erarbeitet werden können und daher sollten solche Kooperationen in Zukunft weiter forciert werden.

Dr. Andreas Auinger und Dr. Harald Kindermann arbeiteten seitens der FH OÖ im Forschungsteam mit.