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FH OÖ, RLB OÖ und JKU untersuchen digitale Potenziale für den Einzelhandel / EU-Forschungsprojekt Marie Curie ETN Horizon 2020

ForscherInnen und Unternehmen aus Irland, Österreich, Deutschland, Niederlande und Schweden untersuchen gemeinsam beim Projekt PERFORM, ob und wie der stationäre Handel in Europa im Zeitalter von digitalen Markplätzen und Webshops mit innovativen Technologien und Services die Kunden wieder verstärkt in die Geschäfte locken kann. Dazu sollen unter anderem innovative Geschäftsmodelle, Technologien, Prozesse, Logistik und Datenflüsse, aber auch zum Beispiel innovative Payment-Produkte entwickelt werden. Das mit 3,86 Millionen Euro geförderte EU-Projekt PERFORM - Pioneering the Digital Future for Omnichannel Retail Managers - wird von der Management-Fakultät der FH OÖ in Steyr koordiniert sowie von der Johannes Kepler Universität und der Raiffeisenlandesbank OÖ begleitet.


Fest steht: Der Online-Handel gewinnt immer mehr an Bedeutung, während der damit verbundene Abgesang auf den stationären Handel bleibt. Ziel des internationalen Projekts PERFORM ist es, den Handel durch eine Kombination aus Training und Forschung mit bestens ausgebildeten Fachkräften und innovativen Lösungen zu stärken. Mit einem Projektvolumen von 3,86 Millionen Euro werden unter der Gesamtkoordination der Dublin City University von 14 Hochschulen und Unternehmen europaweit Forschungsprojekte zum Thema durchgeführt. „Insgesamt wurden 1.714 Anträge eingereicht, wobei das Projekt PERFORM im Fachbereich Economy als einziges von 20 eingereichten Projekten genehmigt wurde“, freut sich Koordinator FH-Prof. Dr. Andreas Auinger von der FH OÖ auf den Projektstart im Jänner.

 

Forschungsthemen: Die digitalen Herausforderungen

Unterstützt wird das internationale ForscherInnen-Team bei diesem EU-Projekt von 15 DoktorandInnen, je zwei davon arbeiten bei den österreichischen Partnern FH OÖ, Johannes-Kepler-Universität (JKU) und der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ).

Folgende Themen werden von den DoktorandInnen konkret bearbeitet:

 

  • Transformation von Geschäftsmodellen im Digital Retail
  • Compliance und Rechtliche Risiken
  • Customer Journey analysieren, verbessern und Optimierungen (Customer Experience) auch im Store (in-store Analytics and customer experience)
  • Kanalübergreifende Conversion Optimierungskonzepte und -techniken
  • Der Einsatz von Technologien am Point of Sale (im Landengeschäft) wie z.B. IoT, Mobile Devices, Mixed Reality etc.
  • Smarte Logistikkonzepte und Last-Mile-Logistik
  • Big Data und Predictive Analytics im Omnichannel-Retailing
  • Integriertes, digitales Omnichannel-Marketing
  • Innovative Zahlungsmethoden für Omnichannel, Digital Retail

Omnichannel Retailing und Channel-Hopping

„Viele Kunden informieren sich zuerst online, lassen sich dann das Produkt im Store vorführen, kaufen es aber schlussendlich im Online-Shop, weil es etwa günstiger oder bequemer ist“, erklärt Andreas Auinger, Studiengangsleiter an der FH OÖ. Es zeigt sich aber, dass viele Kunden nicht reine Online-Händler bevorzugen, sondern nach ihren eigenen Bedürfnissen zwischen physischen als auch digitalen Kanälen wechseln wollen, um die jeweiligen Vorteile nutzen zu können. So findet der Informationsprozess zunehmend online statt, während das Erleben der Produktqualität und der Haptik meist nur stationär vollständig möglich ist. Zunehmend erfolgt auch eine parallele Nutzung der Kanäle, da Kunden Smartphones und andere Geräte in Geschäften während des Einkaufsprozesses einsetzen.

FH OÖ, RLB OÖ und JKU: Projektpartner in Österreich

Die FH OÖ Fakultät für Management wird das Projekt koordinieren und beschäftigt sich mit neuen Wegen, wie Nutzererlebnisse entlang der Customer Journey (Erlebnis des Kunden entlang eines Kaufprozesses) zwischen Online- und stationärem Einzelhandel verbessert werden können. Andreas Auinger gibt zu bedenken, dass sich „das Konsumverhalten verändert hat und in Folge der stationäre Einzelhandel nur erfolgreich sein wird, wenn die kanalübergreifenden Anforderungen der Kunden bestmöglich bedient werden.“

Die JKU untersucht, welchen Einfluss rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere der Datenschutz, auf die neuen Technologien wie Big Data, Advanced Analytics oder Internet of Things haben, und beleuchtet dabei auch die regulatorischen Herausforderungen. „Momentan erleben wir eine Verschmelzung der physischen mit der virtuellen Welt. Viele kanalübergreifende Services basieren auf der Aufzeichnung und Analyse von Kundendaten. So rückt das Thema Datenschutz im Zusammenhang mit der digitalen Wende immer mehr ins Zentrum“ so Univ.-Prof. Johann Höller, Professor an der JKU und Leiter des Instituts für Digital Business.

Innovationen beim Zahlungsverkehr vorantreiben

Für die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich ist PERFORM eines von zahlreichen Projekten, mit denen Innovationen beim Zahlungsverkehr vorangetrieben und auch neue Payment-Produkte entwickelt werden sollen. Durch den Netzwerkeffekt dieses internationalen Projekts erwartet sich Dr. Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, wertvolle Ergebnisse. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel vertieft werden. „Für klassische Einzelhändler besteht ein großes Potenzial, mit Zusatzservices auf die Kundenbedürfnisse besser eingehen zu können“, ist Generaldirektor Schaller überzeugt. „Es ist wichtig, die neuen Technologien ins Ladengeschäft, also zum Point of Sale, zu bringen. So werden wir in Zukunft nicht nur mit der Bankomatkarte oder dem Smartphone bezahlen. Möglicherweise werden bald Wearables wie Smartwatches am Handgelenk unser beliebtestes Zahlungsmittel sein“, ergänzt Mag. Stefan Sandberger, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Eckdaten zum Projekt PERFORM

  • PERFORM: Pioneering the Digital Future for Omnichannel Retail Managers
  • Laufzeit: 01.01. 2018 – 31.12.2021
  • Marie Skłodowska Curie Projektschiene
  • Call: Horizon 2020
  • Gesamtvolumen: 3,86 Millionen Euro
  • Fördergeber: Europäische Union
  • Projektkoordination:

    • Gesamtprojekt: Dublin City University (DCU)
    • Projektkoordination für Österreich: FH OÖ - Fakultät für Management, Digital Business

      • Dr. Andreas Auinger und Mag. Werner Wetzlinger

    • Projektpartner in Österreich: FH OÖ, JKU, RLB OÖ

  • Konsortium: Irland, Österreich, Deutschland, Niederlande, Schweden

v.l.n.r.: Paul Kaiser (RLB OÖ), Rene Riedl (FH OÖ), Werner Wetzlinger (FH OÖ), Andreas Auinger (FH OÖ), Stefan Sandberger (RLB OÖ), Johann Höller (JKU), Martin Stabauer (JKU), Daniel Prieler (RLB OÖ)