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Steyrer Logistik-Forscher*innen helfen Asfinag Baustellen zu verringern

Neues internationales Forschungsprojekt soll Asfinag Baustellen verringern

#Nachgefragt bei den Projektleitern Wolfgang Schildorfer und Matthias Neubauer


Sie sind das Ärgernis vieler Autofahrer, weil sie den Fahrfluss verringern und Zeit kosten: Baustellen! Die Asfinag bastelt nun daran, die Sanierungsmaßnahmen besser in den Griff zu bekommen. Das Logistikum der Fachhochschule Oberösterreich in Steyr leistet im Rahmen eines internationalen Projekts seinen Beitrag. Mittels unterschiedlichster Sensoren werden Straßenoberflächen auf Autobahnen und Schnellstraßen untersucht, um frühzeitig möglicherweise auftretende Straßenschäden (kleine Risse, beginnende Spurrinnen oder Schlaglöcher) und andere Unebenheiten zu erfassen (Zustand und Lokalisierung) – also noch bevor sie zu einem Sicherheitsrisiko werden. Zum Foto: „Das Fahrzeug fährt über die Autobahn und erfasst dort Zentimeter um Zentimeter die Fahrbahn und Umgebung“, erzählen Wolfgang Schildorfer und Matthias Neubauer vom Logistikum an der FH Oberösterreich in Steyr. Risse, Spurrinnen und Schlaglöcher auf den Autobahnen und Schnellstraßen werden so genau erfasst, danach eine detailgetreue Straßenabnutzungskarte erstellt, in der die Beeinträchtigungen und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken zentimetergenau enthalten sind.“

ESRIUM heißt das spannende Projekt, das nun angelaufen ist und bei dem neben dem Logistikum der FH OÖ am Campus Steyr auch die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research sowie Finnen und Italiener mitanpacken.

Hier geht’s zum aktuellen Artikel von Barbara Kneidinger, Kronenzeitung OÖ: https://www.krone.at/2295405

#Nachgefragt bei den FH OÖ Logistik-Forscher*innen Dr. Wolfgang Schildorfer und Dr. Matthias Neubauer

Was bedeutet ESRIUM? Mittels unterschiedlichster Sensoren werden Straßenoberflächen auf Autobahnen und Schnellstraßen untersucht, um frühzeitig möglicherweise auftretende Straßenschäden (kleine Risse, beginnende Spurrinnen oder Schlaglöcher) und andere Unebenheiten zu erfassen (Zustand und Lokalisierung) – also noch bevor sie zu einem Sicherheitsrisiko werden. Basierend auf den gesammelten Daten wird eine detailgetreue Straßenzustandskarte erstellt, in der diese beginnenden Straßenbeeinträchtigungen in zentimetergenauer Auflösung enthalten sind. Mittels standardisierter Nachrichten werden zielgerichtete Informationen (Spurvariationsempfehlungen, Positionskorrekturdaten, etc.) an vernetzte Fahrzeuge geschickt. Möglich ist dies, da die ASFINAG europaweit der erste Straßenbetreiber, ist, der ein solches System für den ständigen und direkten Austausch von sicherheitsrelevanten Informationen zwischen Fahrzeugen und der Straße bereits im kommenden Jahr ausrollen wird.

Auf diese Weise soll eine gleichmäßigere Straßenabnutzung erreicht werden. Diese Technologie kann Straßenbetreiber wie die ASFINAG bei der laufenden Kontrolle der Strecken und deren Erhaltung unterstützen. Ziel ist eine bessere Planbarkeit und Reduktion der Sanierungsmaßnahmen. Gleichzeitig erhöht sich dadurch auch die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen.

 

Daten zum Projekt (Fact-Box)

Projektname: Laufzeit: 36 Monate, Start Dezember 2020

Projektvolumen: 3 Millionen Euro

Projektpartner:

 

Koordinator:

  • JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH

Projektpartner

  • ASFINAG Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft
  • Virtual Vehicle Research GmbH
  • Finnish Geospatial Research Institute of the National Land Survey of Finland
  • FH OÖ FORSCHUNGS & ENTWICKLUNGS GMBH
  • Evolit Consulting GmbH
  • NNG Software Developing and Commercial LLC
  • ENIDE SOLUTIONS, S.L
  • Politecnico di Milano

Was ist die besondere Herausforderung an diesem Thema?

Eine besondere Herausforderung bei dem Projektthema ist die kosteneffiziente und exakte Vermessung des Autobahnnetzes und die Ableitung von Vorhersagen für die Straßenerhaltung (Stichwort „predictive maintenance“) bzw. von Informationen für Verkehrsteilnehmer*innen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Was nützt uns dieses Wissen dann im Alltag bzw. der Gesellschaft?

Der Nutzen für die Gesellschaft ist zum einen die Kosteneinsparung bei der Straßenerhaltung durch das frühzeitige Erkennen von Schäden an der Fahrbahnoberfläche. Auf diese Weise können überschaubare, erste Schäden repariert werden solange sie noch von geringer Größe sind was sich natürlich positiv auf die Kostenbilanz auswirkt.

Zum anderen ist vor allem die Erhöhung der Verkehrssicherheit von gesellschaftlichem Nutzen. Früh erkannte beginnende Schäden können in Warnungen für die Verkehrsteilnehmer*innen übersetzt und mit Hilfe von Kommunikationstechnik (WLAN) direkt an die Fahrzeuge geschickt werden. Zusätzlich können an die Lenker*innen (bzw. in Zukunft an automatisierte Fahrzeuge) Hinweise gegeben werden, wie diese ersten überschaubaren Schäden der Straße ausgewichen werden kann.

Wer profitiert von dem Projekt/den Erkenntnissen aus dem Projekt

Vor allem Straßenbetreiber wie die ASFINAG profitieren durch die Senkung der Betriebskosten aufgrund einer frühzeitigen Erkennung von möglichen Problemstellen und deren Lösung für eine gleichmäßigere Abnutzung der Fahrbahnoberfläche. Zusätzlich profitieren alle Verkehrsteilnehmer*innen durch erhöhte Verkehrssicherheit.

Kooperationspartner – Warum Kooperation mit FH OÖ, wie wird Wissen umgesetzt?

Das Team des Logistikums der FH OÖ rund um Dr. Wolfgang Schildorfer und Dr. Matthias Neubauer beschäftigt sich vor allem mit den Themen automatisiertes Fahren, Digitalisierung, Logistik-Informationssysteme im Bereich Transport- und Logistikmanagement. Das Logistikum arbeitet schon lange mit der ASFINAG, der Virtual Vehicle Research GmbH oder dem JOANNEUM RESEARCH in Technologieprojekten zusammen (z. B. Connecting Austria, Spurvariation, DIGEST, COPE).

Vor allem die Integration von Vertreter*innen der Logistik in der frühen Phase derartiger Innovationsprojekte als auch in der Demonstration und Evaluierung von Prototypen sind besonders wichtig. Das Team des Logistikums der FH OÖ erhebt Anforderungen, evaluiert die Projektergebnisse und übersetzt diese für die unterschiedlichen Zielgruppen (Wirtschaft, Politik, Studierende). Ergebnisse der Forschungstätigkeiten aus dem Projekt ESRIUM werden vor allem in den Masterstudiengängen Digitales Transport und Logistikmanagement sowie Supply Chain Management in einzelne Lehrveranstaltungen integriert.