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NACHGEFRAGT bei unseren Profs: Lehrveranstaltungen im Online-Modus

„Ich bin begeistert, wie schnell und professionell die FH OÖ die Infrastruktur ausgerollt hat.“

Seit Mitte März finden am FH OÖ Campus Steyr alle Lehrveranstaltungen online statt. Binnen weniger Tage wurde damals die gesamte Kommunikation der FH OÖ auf digitale Kanäle umgestellt. Eine tolle Leistung, wie die Studierenden in Steyr bestätigen (s. Nachgefragt bei Studierenden).

Wir haben nun bei unseren Lehrenden nachgefragt – Professor*innen wie nebenberuflichen Lektor*innen – wie ihre Erfahrungen sind und welche Learnings sie daraus bis dato mitnehmen.


Wir haben bei 4 Professor*innen und nebenberuflich Lehrenden des FH OÖ Campus Steyr NACHGEFRAGT, wie die Lehre im Online-Modus so läuft.

Mehr als 4 Wochen Lehre ausschließlich im Online-Modus. Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Logistik-Prof Gerold Wagner: „Das oberste Ziel ist es, den Studierenden auch unter den gegenwärtigen Umständen alle Abschlüsse rechtzeitig zu ermöglichen. Die Umstellung auf 100% Distance war intensiv – ich persönlich habe einige 60-Stunden-Wochen hinter mir, und dutzende weitere Lehrende haben intensivst an der Umstellung gearbeitet. Schließlich geht’s nicht nur um neue Unterlagen, sondern um vollständige neue Lehrkonzepte. Armin Schnürer, nebenberuflich Lehrender im Bereich Digital Business dazu: „Grundsätzlich fehlt der direkte Kontakt zu den Studierenden natürlich schon. Vor allem bei Diskussionen oder Präsentationen ist eine Präsenz-Lehrveranstaltung von Vorteil. Die Infrastruktur ist aber sehr gut. Auch bei Meetings mit mehr als 30 Personen lief technisch alles ohne Probleme. Die Studierenden haben die Termine auch genauso ernst genommen, wie wenn es Präsenztermine gewesen wären. Unterm Strich würde ich sagen, dass die Qualität (zumindest bei meinen Lehrveranstaltungen) nicht unter dem virtuellen Setting leidet. Auch Ulrich Seiler fehlt die Präsenz vor Ort und ergänzt: „Es läuft, aber im Gegenübermodus ist die Lehre einfacher, da online das Feedback fehlt.“ Und auch Professorin Karin Ertl ist positiv überrascht:“ Meine Erfahrungen sind sehr gut, ich war eher ein Gegner vom Online-Modus aber ich bin erstaunt über die positiven und motivierenden Erlebnisse!“

Was hat sich in diesen 4 Monaten verändert? Was sind die Learnings für euch und die Studierenden?

Armin Schnürer: „Man muss den Ablauf der Lehrveranstaltung schon anpassen. Interaktive Übungen, Diskussionen, etc. erfordern eine gewisse Struktur. Das unmittelbare Feedback, dass man von den Studierenden in persönlichen Gesprächen mitbekommt, fehlt natürlich etwas.“ Gerold Wagner: „Wir sind grundsätzlich in der Lage, hochqualitativ elektronische Lehre abzuwickeln. Natürlich wollen wir unseren Studierenden im Normalfall aber mehr bieten: Einen qualitativ hochwertigen Austausch in Präsenz und soziale Kontakte untereinander, von denen die Studierenden ebenso profitieren.“ Und:“
Ich habe gelernt, dass ich mich noch besser und genauer vorbereiten muss, die online Lehrveranstaltung bedeutet wesentlich mehr Arbeit. Arbeitsaufgaben für zuhause muss ich viel gezielter vergeben damit ich auch mit der Korrektur fertig werde. Ich finde wir sind uns tatsächlich näher gekommen obwohl wir uns nie sehen! Studenten scheinen auch sehr dankbar für unseren Einsatz zu sein. Es ist wirklich sehr viel Arbeit, der Tag ist wesentlich länger, intensiver und anstrengender! Wir haben alle gelernt besser zuzuhören, rücksichtsvoller zu sein“, erzählt Englischprofessorin Karin Ertl. 

Was hat am besten funktioniert, wo war das Feedback der Studierenden besonders gut?

„Aktuell ist die Dankbarkeit dafür, dass es weitergeht, sehr groß“, fasst Ulrich Seiler das gesammelte Feedback seiner Studierenden zusammen. „Wir haben auch in Online-Zeiten eine schnelle, kompetente und hochwertige Betreuung, das wird von unseren Studierenden sehr geschätzt“, erzählt Gerold Wagner. „Gut funktioniert die Gruppenarbeit mit TEAMS, es herrscht eine gegenseitige Offenheit, ich bin dankbar für Kritik und Ideen, die Studierenden geben respektvoll Feedback, somit wird der Unterricht immer besser. Ich darf auch aus Fehlern lehren, das finde ich motivierend“, ergänzt Karin Ertl.

Und wie erleben die nebenberuflich Lehrenden die Umstellung?

„Im Studiengang Supply Chain Management haben ausnahmslos alle intensiv mitgezogen und rasch die Lehre umgestellt. Das hätte auch anders sein können – danke für’s Mitmachen auch in schwierigen Zeiten!“, gibt Gerold Wagner das Kompliment der Studierenden an seine nebenberuflich Lehrenden weiter. Armin Schnürer, selbst nebenberuflich Lehrender und Unternehmensgründer zur Situation: „Ich bin begeistert, wie schnell und professionell die FH OÖ online Infrastruktur ausgerollt und auch Unterlagen zur Verfügung gestellt hat. Das war sicherlich vorbildlich.“ (Anmerkung: Die FH OÖ IT hat binnen einer Woche die Infrastruktur für 10.000 User zur Verfügung gestellt.).

Weitere Interviews aus der Serie NACHGEFRAGT:
Dekan Heimo Losbichler im Interview: 26.03.2020
Studierende im Interview: 02.04.2020