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Langzeitstudie der FH OÖ: Buchhalter nach wie vor sehr gefragt, mehr IT Wissen von Vorteil

Die konkreten Aufgaben von Buchhaltern ändern sich. So die aktuelle Studie des Studiengangs Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement an der Fachhochschule OÖ. „Buchhalter sind nach wie vor sehr gefragt, aber sie brauchen mehr und teilweise neue Kompetenzen“, ist die Kernaussage des Forschungsteams rund um Susanne Leitner-Hanetseder, Professorin an der FH OÖ.


Die Studie untersuchte wie sich das Rollenbild des Buchhalters konkret ändert und welche Anforderungen Arbeitgeber in aktuellen Stellenausschreibungen haben auf Basis der analysierten Stellenanzeigen. „Am häufigsten wird nach Bewerbern mit kaufmännischer Ausbildung, Matura sowie einer abgeschlossenen Buchhalterprüfung als Zusatzqualifikation gesucht“, erläutert Leitner-Hanetseder.

Gesuchtes Ausbildungsniveau 

2019

2020

kaufmännische Ausbildung

83%

88%

Studium

11%

3%

k.A.

6%

10%

 

100%

100%

 

MS Office, SAP und BMD
„Es geht aber auch nicht mehr ohne IT-Kompetenz, auf die in 92 Prozent der Ausschreibungen explizit hingewiesen wird.“ Diese spiegelt sich insbesondere im geübten Umgang mit gängigen Office-Anwendungen sowie dem im Unternehmen eingesetzten ERP-System wieder. Am häufigsten genannt werden hier seit mehreren Jahren die Produkte von BMD und SAP. In der aktuellen Studie zeigte sich zudem ein Trend in Richtung zusätzlich gewünschter Programmier- und Datenbankkenntnisse.“
 

IT-Kenntnisse

2013

2014

2015

2017

2018

2019

2020

MS Office

26%

32%

57%

58%

62%

56%

66%

davon MS Excel

3%

5%

5%

7%

24%

33%

35%

 SAP

 13%

 13%

 16%

 21%

 28%

 29%

 23%

 BMD

 8%

 9%

 16%

 12%

 22%

 20%

 23%

 andere ERP-Systeme

 

 

 

 

 

 

 20%

 Programmierkenntnisse

 

 

 

 

 

 

 2%

 Datenbanken

 

 

 

 

 

 

 1%

sonstige Kenntnisse, insbesondere
zur Mail- bzw. Kalenderverwaltung
(Outlook, Lotus Notes etc.)
oder auch DATEV

 

 

11%

3%

15%

17%

8%

 

Weg von der Routine
„Der Alltag von Buchhaltern war über viele Jahre geprägt von wiederkehrenden Routinetätigkeiten und Stapeln von Belegen, die es zu verarbeiten galt. Mit der
Weiterentwicklung von ERP-Systemen und dem Einsatz von sogenannten Software Robotern (kurz: „Bots“) können derartige Tätigkeiten mittlerweile stark automatisiert werden. Ausgangsrechnungen werden über eine Schnittstelle aus dem Fakturierungssystem übernommen, Eingangsrechnungen über QR-Codes oder OCR-Erkennung eingelesen und Bankauszüge über die eingegebene Zahlungsreferenz automatisch dem jeweiligen Kunden- oder Lieferantenkonto zugeordnet.

Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung fallen zunehmend weg
Auffallend im Mehrjahresvergleich ist, dass die früher übliche Aufteilung der laufenden Buchhaltung, z.B. in Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, zunehmend wegfällt. Im Sinne eines Job Enrichments erhalten Mitarbeiter heute ein umfangreicheres, herausfordernderes und damit auch befriedigenderes Aufgabenspektrum, das zunehmend auch die Mitarbeit beim Monats- und Jahresabschluss sowie die Erstellung von internen Auswertungen etc. umfasst. Dies deutet auf bereits durchgeführte Automatisierungen im Bereich der laufenden Buchhaltung sowie des Zahlungsverkehrs hin. „Buchhalter sind am Arbeitsmarkt gefragter denn je. In der Digitalisierung sehe ich die Chance, Belastungen von Mitarbeitern insbesondere zu Spitzenzeiten abzubauen und neue, interessante Tätigkeiten zu übernehmen“, schließt Leitner-Hanetseder ab.

Fachliche Aufgaben

2010

2015

2016

2017

2018

2019

2020

Verbuchung laufender GF

 56%

 42%

 

 47%

 79%

 94%

 82%

Mitarbeiter Jahres-/Monatsabschluss

 26%

 22%

 

 28%

 43%

 71%

 64%

Ansprechpartner

 10%

 12%

 

 23%

 33%

 56%

 59%

Zahlungsverkehr

 32%

 24%

 

 25%

 27%

 52%

 47%

Kreditoren-Buchhaltung

 31%

 20%

 

 37%

 56%

 47%

 44%

Debitoren-Buchhaltung

 30%

 20%

 

 27%

 41%

 44%

 40%

monatliche Abgabenmeldung

 12%

 16%

 

 20%

 38%

 35%

 40%

Kontenabstimmungsarbeiten

 10%

 10%

 

 24%

 34%

 33%

 34%

Mahnwesen

 27%

 19%

 

 20%

 47%

 37%

 31%

Auswertung erstellen

19%

13%

 

20%

30%

35%

30%

Erstellung Rohbilanz

16%

7%

 

10%

13%

14%

21%

Anlagenbuchhaltung

6%

4%

 

8%

7%

20%

19%

Administrationsarbeiten

8%

24%

 

36%

24%

25%

15%

Projektarbeit

 

 

 

 

16%

18%

13%

Lohnverrechnung

10%

8%

 

7%

4%

14%

12%

Kassaführung

5%

8%

 

8%

2%

14%

10%

Fakturierung

4%

12%

 

9%

13%

14%

9%

Stammdatenpflege

 

 

 

 

 

 

8%

Zusammenarbeit Controlling

 

 

 

 

 

 

4%

Prozessoptimierung/Automatisierung

 

 

 

 

 

 

4%

Kostenrechnung

5%

6%

 

3%

8%

6%

4%

Sonstiges

8%

27%

 

48%

45%

31%

2%

Keine Angaben

21%

31%

 

6%

1%

1%

0%

n=

228

294

 

290

282

287

210