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#internationalstudieren - Als FH-Steyr-Student in Island

Tobias Habring studiert im 3. Semester Produktion und Management und absolviert zurzeit ein Auslandssemester in Island an der Bifröst University.

Internationalität in der Ausbildung hat einen hohen Stellenwert am FH OÖ Campus Steyr und wird auch von der Wirtschaft immer stärker nachgefragt. Studierende, die für ein Semester oder ein Jahr ins Ausland gehen, profitieren nicht nur dadurch, andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen, sondern gewinnen auch Selbstvertrauen in der alltäglichen Lebensorganisation.

Im Interview erzählt Tobias wie das Studieren auf der „fremden“ Uni so ist, welche Eindrücke er von Island mit nach Hause nehmen wird und welchen Mehrwert es für seine Persönlichkeit hat.


In welchem Land, an welcher Uni machst du dein Auslandssemester?

Ich befinde mich derzeit in Island auf der Partneruni Bifröst University in Bifröst. Bifröst ist ein sehr kleiner Ort im Westen Islands, wel​cher im Prinzip nur aus dem Universitätscampus und einem Hotel besteht. Der Ort liegt ca.100 km nördlich von der Hauptstadt Reykjavík und ca. 30 km von der nächstgrößeren Stadt Borgarnes entfernt.

Seit wann bist du in Island?

Ich bin seit 14. August in Island und studiere seit 24. August an der Uni. Vor Studienbeginn habe ich mit meinen zwei deutschen Kollegen noch eine einwöchige Rundreise durch Island gemacht. Bei der Einreise musste ich direkt am Flughafen sowie nach 5 Tagen einen Abstrich für einen Covid19 PCR-Test machen. Es hat alles reibungslos funktioniert, die Ergebnisse waren Gott sei Dank negativ.

Welche Kurse besuchst du?

Da es sich um eine sehr kleine Uni handelt sind die Kursangebote in englischer Sprache begrenzt. Ich bin mit meinen Kursen jedoch sehr zufrieden. Das Studium erfolgt allerdings etwas anders als in Steyr, da es weniger Präsenzunterricht und Vorlesungen gibt. Ein Großteil wird von den Studierenden selbst in Fachbüchern recherchiert und anschließend alleine oder in Gruppen-Assignments abgearbeitet. Ich besuche die Kurse Business Administration Leadership, Business Ethics, Globalization and Financial Institutions, Innovation and Enterpreunership und Icelandic Language and Culture. Insgesamt sind dies 30 ECTS-Punkte.

Wie gefällt es dir dort am Campus?

Der Campus bzw. der ganze Ort der Bifröst University ist relativ klein und besteht aus dem Universitätsgebäude, einem Hotel, den Reihenhaussiedlungen (auch Studentenunterkünft), ein paar Einfamilienhäusern für das Personal und einem Kindergarten. Ich lebe mit anderen Auslandsstudierenden in einem Reihenhaus mit Einzelzimmern, einem eigenen Bad/WC und gemeinsamer Küche.
Das Gelände ist von Lavagestein, Moos und unzähligen Wildheidelbeeren umgeben. Außerdem gibt es Wanderwege zu einigen schönen Plätzen wie z.B. den unmittelbar in der Nähe gelegenem Krater Grabrók, dem Wasserfall Glanni, dem See Hredhavatn und "Paradise".

Die Studierendenunion und das Event-Komitee, deren Mitglied ich jetzt mittlerweile auch bin, organisieren jede Woche rund drei Events wie Kinoabende, Spieleabende, Wanderungen, Pubquiz, Partys usw.

Im Vergleich zu Steyr ist es hier, wie bereits erwähnt familiärer, ruhiger und jeder kennt und hilft jedem. Wie für skandinavische Länder üblich, spricht man alle mit Vornamen an und es ist nicht ungewöhnlich kurz mit Mitarbeitern der Uni, Professoren oder der Direktorin zu plaudern.

Die sehr abgelegene Lage macht alltägliche Dinge wie zum Beispiel "einkaufen gehen" etwas komplizierter, da das nächste Geschäft 30 km entfernt ist. Es gibt jedoch ein Mal pro Woche einen Bus für die Exchange Students und ich habe mich bereits ganz gut daran gewöhnt den gesamten Wocheneinkauf an einem Tag zu erledigen.

Was machst du in deiner Freizeit?

In unserer Freizeit haben wir vor allem in den ersten, noch wärmeren Wochen versucht, möglichst viel draußen zu sein, die Gegend zu erkunden, Basketball zu spielen, Heidelbeeren zu pflücken oder wandern zu gehen. Auch gemeinsame Spieleabende und Filmschauen stehen häufig am Plan. In meiner WG verbringen wir einen großen Teil der Zeit auch mit dem gemeinsamen Kochen und Backen.

Was waren deine Beweggründe für ein Auslandssemester?

Ich habe mich für ein Auslandssemester entschieden, weil hier ich viele Erfahrungen mit anderen Kulturen sammeln und meine Englischkenntnisse verbessern kann. Gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, viel zu Reisen und mir viel anzusehen. Skandinavische Länder stehen bereits länger auf meiner Urlaubswunschliste. Ich habe diese Entscheidung bisher noch nicht bereut und bin froh, dass mein Auslandssemester auch trotz Corona stattfinden kann, auch wenn wir natürlich ein paar Abstriche machen müssen, etwas weniger Möglichkeiten haben und nur 15 anstelle von ca. 40 Exchange Students sind.

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