Campus LinzMedizintechnik & Angewandte Sozialwissenschaften

Berufspraktikum

Ein Fachhochschul-Studium zeichnet sich durch die praktische Anwendung der Lehrinhalte im künftigen Berufsumfeld aus. Wichtiger Teil ist das Berufspraktikum, das in Bachelor- und Diplom-Studiengängen verpflichtend vorgesehen ist. Während des Praktikums wird der/die Studierende durch je eine/n Vertreter/in des Lehrkörpers und der Firma bzw. der Organisation, in der das Praktikum absolviert wird, betreut. Das Praktikum kann auch im Ausland absolviert werden.

Der Studierende Thomas Kleindessner absolvierte sein Berufspraktikum in Kenia.

"Während meiner Praktikumszeit in Afrika wurde ich mit einer Welt konfrontiert, die ich bislang nur aus dem Fernsehen kannte.

Emali, unser Einsatzort, ist eine Kleinstadt in Kenia. Sie liegt direkt an der Mombasa Road (die wichtigste Verkehrsverbindung in Ostafrika), die uns auch als HIV-Highway bekannt war. Warum das so ist, wurde uns nach kurzem Aufenthalt schonungslos vor Augen geführt! Unglaubliche 80 % der Bevölkerung dieser Stadt sind HIV-positiv.

An einem Freitag Nachmittag fragte uns unser Praktikumsanleiter, ob wir die Slumhütten der Menschen mit HIV-positiv sehen wollten. Wir willigten ein und fanden unter anderem eine alte Frau, die am Boden lag. Ich fragte, was dieser Frau fehle - sie sei HIV-positiv und ihre Familie habe kein Geld, um sie in das nächstgelegene Krankenhaus zu bringen. Wie ich später erfuhr, ist die Behandlung bei HIV/AIDS kostenlos und sie hätte nur den Transport bezahlen müssen.

Die Fahrtkosten betragen 3 € und da sie ein ganzes Paket an lebensrettenden Medikamenten erhalten hätte, wären diese 3 € nur alle drei Monate nötig gewesen, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. An diesem Nachmittag wurde mir bewusst, dass diese Armut oft struktruell bedingt und nicht unauslöschlich ist!

Aus dieser Erfahrung entwickelte sich das Hilfsprojekt Daraja, dass nun seit Oktober 2007 Kleinkredite an HIV-postive Menschen in Emali vergibt.

Diese Kleinkredite wurden bislang immer zu 100 % zurückgezahlt. Im weiteren Verlauf konnte nun auch eine kleine Klinik adoptiert werden, damit Menschen, die unter dieser Immunschwächekrankheit leiden, in Fällen von Sekundärerkrankungen wie Malaria, Grippe, Verkühlungen, Schwächeanfällen, Husten, Entzündungen, usw., rasche und kostenlose Hilfe zukommen kann. Nähere Informationen finden sie unter www.daraja.at"

Thomas Kleindessner
FH-Studiengang Sozialarbeit