Campus LinzMedizintechnik & Angewandte Sozialwissenschaften

Medizintechnik Karrierebeispiele

Absolventin Nora Mack

Nora Mack – seit Herbst 2014 neue Managerin des Gesundheitstechnologie-Clusters

Studium Bachelorstudiengang Medizintechnik
2010 – 2013
Seit 2013 Studium Masterstudiengang Medical Engineering (berufsbegleitend)

Nora Mack startete ihr Bachelorstudium im Alter von 33 Jahren nach etwa zehn Jahren Berufserfahrung in der Wirtschaft. Zuletzt war sie dabei im Gesundheitsbereich tätig, was den entscheidenden Schritt hin zum Medizintechnik-Studium brachte. Im Rückblick war das Studium sehr fordernd, auch weil 10 Jahre zwischen Ausbildung und Studium gelegen haben. Unter dem Strich war es jedoch sehr gewinnbringend , da Nora Mack sich „viel Wissen angeeignet hat und die Unterstützung von Mit-Studierenden immer sehr gut war". Im Rahmen der Praktika lernte sie verschiedene Unternehmen kennen. Zu nennen sind Greiner Bio-One Diagnostik, AGES Medizinmarktaufsicht und schließlich im Pflichtprakikum im 6. Semester ihr heutiger Arbeitgeber, der Gesundheitstechnologie-Cluster (GC). Das erfolgreich abgeschlossene Studium der Medizintechnik war schließlich auch Voraussetzung für eine Anstellung im GC. Im Juli 2013 wurde sie dort Projektmanagerin, seit Oktober 2014 leitet sie den GC als Clustermanagerin.

Welche Message gibt Nora Mack den aktiven Studierenden mit auf den Weg? „Dran bleiben – auch, wenn es eine fordernde Zeit ist, neugierig bleiben, Dinge hinterfragen. Auch außerhalb der Pflichtpraktika in Unternehmen gehen, um Praktika zu absolvieren. Ins Ausland gehen ist auch eine Bereicherung.“ „Grundsätzlich“ resümiert Nora Mack, „ist die Medizintechnik definitiv eine Wachstumsbranche, daher ist dieses Studium aus meiner Sicht eine sehr gute Wahl“.

DI (FH) Dr. Richard Penninger - Ein Berufsweg: FH - Medizintechnik - Doktorat im Ausland - technische Forschung in Österreich

 

Die wissenschaftliche Karriere von Richard Penninger erfuhr durch ein Studienprojekt seinen Startschuss. Bei diesem Projekt wurden die Messsensoren einer "Wii"- Spielkonsole umfunktioniert, um ein Rehabilitationsgerät interaktiv zu machen. Richard Penninger nützte anschließend die wissenschaftlichen Kontakte von Prof. (FH) Dr. Thomas Haslwanter, um sein 6-monatiges Berufspraktikum an der renommierten Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore (USA) durchführen zu können.  Dieses Praktikum führte unter anderem zu zwei wissenschaftlichen Publikationen und zu diversen Konferenzbesuchen. Daneben lieferte dieses Praktikum einen Beitrag zur angewandten Internationalisierung: Richard Penninger lernte eine Medizinstudentin aus Mexiko kennen, mit der er jetzt glücklich verheiratet ist.

Die anschließende berufliche Karriere von Richard Penninger verlief wie im Bilderbuch: Doktorat an der Universität im belgischen Gent im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes zu Cochlea-Implantaten – das sind neuro-sensorische Implantate, welche tauben Personen ihr Gehör zurückgeben können. Anschließend ein Post-Doc Aufenthalt in Hannover, um seine Kenntnisse auf diesem Gebiet zu vertiefen. Jetzt kann Dr. Penninger diese Erfahrungen an die österreichische Industrie weitergeben, da er seit 2015 in der Forschungsabteilung von MedEl, der in Innsbruck ansässigen größten und erfolgreichsten österreichischen Medizintechnik-Firma, tätig ist.

 

Absolvent Hubert Grün

Führungsposten in der Forschung in OÖ- Forschungeinrichtung

Medizintechniker DI (FH) Hubert Grün übernahm mit Anfang März die Leitung der Abteilung „Strategische Forschung“ bei RECENDT.

Mit 1. März 2012 wurde bei der RECENDT GmbH eine Neustrukturierung umgesetzt um der grundsätzlichen Ausrichtung des Unternehmens Rechnung zu tragen.
Klare und schlanke interne Strukturen, optimiert für Forschungspartner und Kunden sowie für die MitarbeiterInnen – das ist das Ziel dieser Strukturänderung, die aus einem seit Monaten betriebenen Projekt zur Optimierung der internen Organisation hervorgegangen ist.

Die RECENDT befasst sich einerseits mit Grundlagenforschung, eingebettet in die internationale wissenschaftliche Community. Andererseits werden in mehr als 30 industriellen Forschungsprojekten mit österreichischen und ausländischen Industriepartnern maßgeschneiderte Problemlösungen für die Unternehmen erarbeitet.
Im Fokus der RECENDT steht also das betreiben wissenschaftlich/strategischer
Grundlagenforschung mit dem klaren Ziel der Ermöglichung einer industriellen Anwendung.

Den Anforderungen dieser als „Anwendungsorientierte Grundlagenforschung“
bezeichneten dualen Ausrichtung wurde jetzt durch eine grundlegende interne
Umstrukturierung und die Schaffung zweier Abteilungen Rechnung getragen:
• die Abteilung "Strategische Forschung" leitet seit 1. März Hr. DI(FH) Hubert Grün,
• die Abteilung "Industrielle Forschung" leitet seit 1. März Hr. DI Christian Hofer.

Besonders erfreulich für den Geschäftsführer, Dr. Peter Burgholzer, war, dass die Besetzung beider neuen Positionen durch langjährige Mitarbeiter des Unternehmens gelungen ist. "Somit können wir frischen Wind wehen lassen - ohne auf die Vorteile langjähriger Erfahrung verzichten zu müssen", ist Geschäftsführer Dr. Peter Burgholzer überzeugt. Intern kann jeder Abteilungsleiter für jedes Projekt auf ein Expertenteam von etwa 30 Forscherinnen und Forschern aus 5 Technologiebereichen zugreifen. Und die Partner und Kunden profitieren von eindeutigen und kompetenten Ansprechpartnern in einer schlanken Struktur.

Absolvent Gabriel Schlager

Medizintechnik-Ingenieur macht Karriere in der Region OÖ

Die Medizintechnik gilt weltweit als stabiler Zukunftsmarkt, der durch die demografische Entwicklung und neue Herausforderungen an moderne Gesundheitssysteme getrieben wird. Auch in der Branche aktive (ober)österreichische Klein- und Mittelbetriebe benötigen für ihren Wachstumskurs verstärkt einschlägig ausgebildete Ingenieure – wie etwa Gabriel Schlager aus Taufkirchen/Pram.

„Als Applikationsspezialist liegt meine Hauptaufgabe darin, Ärzte und medizinisches Fachpersonal auf unsere medizintechnischen Geräte einzuweisen und diese bei den ersten Anwendungen zu begleiten und zu unterstützen“ erzählt DI (FH) Gabriel Schlager über seinen Aufgabenbereich bei der Firma Menges Medizintechnik in Gallspach. Außerdem ist Schlager für erste Praxistests neuentwickelter Geräte zuständig und kann auf diese Weise seinen Beitrag zur Entwicklung neuer Medizinprodukte leisten. Sein Chef Manfred Menges ist von der Qualität des FH-Studiums überzeugt, drei Absolventen hat er derzeit eingestellt.
Medizintechnik-Studierenden bietet er bereits im Berufspraktikum erste Perspektiven: „Sie können in einem mittelgroßen oberösterreichischen Unternehmen in den Bereichen Vertrieb und Service von medizintechnischen Produkten  praktische Erfahrungen sammeln. Als innovatives Unternehmen bieten wir Praktikanten mit Engagement, fachlichem Verständnis, Kompetenz und soziale Fertigkeiten eine Chance für einen erfolgreichen Berufseinstieg."

Absolventin Martina Rangl

Preisgekrönte Medizintechnik-Absolventin erforscht in Linz Transportunternehmen Zelle

Mit einem Wissenschaftspreis für Frauen wurde jüngst die Arbeit von DI (FH) Martina Rangl ausgezeichnet. Die Absolventin des Studiengangs Medizintechnik forscht derzeit auf einer Doktorandenstelle an der JKU Linz an der lebenswichtigen Schleuse durch die Kernmembran.

Lesen Sie den Beitrag im STANDARD über die junge Forscherin

Absolvent Patrick Hübner

Student des Linzer Medizintechnik-Studiums begeistert mit Forschungen Wissenschaftler in Sydney

Zu einem großen Erfolg geriet für Patrick Hübner das Berufspraktikum als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Neuroscience Research Australia (NeuRa) in Sydney, dem größten nicht-universitären neurowissenschaftlichen Zentrum Australiens. Die Leistung des gebürtigen Kärntners, der seit 2006 den Studiengang Medizintechnik der FH Oberösterreich in Linz belegt, wurde von seinem Professor Americo Migliaccio als „exceptionally good“ bewertet. Prof. Migliaccio prophezeit Hübner eine große Forscherkarriere und will ihn nach seinem Studienabschluss in Linz für ein Doktorat nach Sydney zurück holen. 
Im Zuge seines Berufspraktikums entwickelte Hübner ein Messsystem für die Untersuchung des Gleichgewichtssystems. Diese Arbeiten dienen künftigen Therapien für kranke Menschen. 
Um dieses System zu testen, muss man den Kopf des Versuchs-Subjektes präzise rotieren und gleichzeitig die resultierenden Augenbewegungen messen. Das Gleichgewichtssystem („vestibuläres System“) ermöglicht nämlich scharfes Sehen, indem es Kopfbewegungen durch entgegengesetzte Augenbewegungen kompensiert. Während seines Berufspraktikums entwarf Hübner eine Messanordnung, mit welcher bei Versuchstieren kontrollierte Kopfbewegungen durchgeführt werden können und die Augenbewegungen mittels video-basierter Systeme exakt erfasst werden.

Hilfe für tausende PatientInnen in Aussicht

Aufgrund des bei allen Säugetieren vergleichbaren Gleichgewichtssystems können an Mäusen Behandlungsmethoden für häufige, momentan noch schwer therapierbare Krankheiten wie das „Meniere`s Syndrom“ entwickelt werden. Dieses Syndrom tritt bei 0,2 Prozent der Bevölkerung auf, in Österreich sind das rund 16.000 PatientInnen. Die erfolgreichen Behandlungsansätze werden dann auf den Menschen übertragen. 
„Das wichtigste Kriterium für ein funktionierendes Messsystem ist die zeitkritische und 
exakte Messung der Motor-Position und Motor-Geschwindigkeit sowie der Augenbewegungen, da diese dann in der Analyse zueinander in Bezug gesetzt werden“ erläutert Hübner.

Doktoratsstudium „down under“

2010 finalisierte der Kärntner in Linz seine Diplomarbeit, in welche die in Australien gewonnenen Messdaten einfließen. Den  Weg nach Australien hat ihm sein Professor am Linzer Studiengang Medizintechnik, Dozent Dr. Thomas Haslwanter geebnet. Er kooperiert in einem internationalen wissenschaftlichen Netzwerk unter anderem auch mit der US-Eliteuniversität Johns Hopkins in Baltimore. Nicht nur fachlich, sondern auch biographisch eifert Patrick Hübner nun dem seinerseits Australien-erfahrenen Prof. (FH) Haslwanter nach: Er startete auf Einladung der University of New South Wales ein Doktoratsstudium.

Absolvent Christoph Watzinger

Medizintechnik-Absolvent will körperliche Aktivität stimulieren

Körperliche Aktivität ist einer der Schlüssel zu einem gesunden leben, speziell zu einem gesunden Altern. Die zunehmende Inaktivität der Menschen mündet in verschiedene Erkrankungen, vor allem des Herz-Kreislaufsystems. Die Folgen sind nicht nur für die Patienten belastend, sondern durch höhere Gesundheitsaufwendungen auch für die Volkswirtschaft. DI (FH) Christoph Georg Watzinger hat im Rahmen seiner Diplomarbeit zusammen mit der Firma Guger Technologies OEG und dem AKh Linz ein Aktivitätsmessgerät mitentwickelt, welche körperliche Aktivität mit Hilfe von Beschleunigungssensoren messen kann. Die Anwendung des Systems umfasst Fragestellungen hinsichtlich Prävention, Diagnose und Therapie, etwa für Adipositas-, Diabetis- und Osteoporose-Patienten.

Motivation zur Bewegung

Das Gerät gibt nicht nur Ärzten und Therapeuten wertvolle Aufschlüsse. Durch ein Display gibt das Gerät auch den Benutzern selbst laufend Informationen über die aktuell erreichte Aktivität in Bezug auf den täglichen Sollwert. Die Patienten werden so angespornt, ihr erforderliches Pensum an Bewegung zu absolvieren.

Absolvent Gerold Schossleitner

Medizintechnik-Absolvent sagt Rückenschmerzen den Kampf an

Laut Statistik – etwa der Gesundheitsbefragung 2006/07 der Statistik Austria - sind Rückenschmerzen das meistverbreitete Problem sowohl unter der arbeitenden Bevölkerung als auch bei Senioren. (33,1% der 15-60 Jährigen und 50,8% der über 60Jährigen). Die betroffenen Menschen hegen natürlich den Wunsch nach Linderung ihrer Schmerzen. Einer entsprechenden Therapie, die auf die Bedürfnisse des Patienten maßgeschneidert ist, geht aber eine exakte Diagnose voraus. Die Medizintechnik kann den Ärzten dabei entscheidend helfen.

Wirbelabstandsmessung

DI (FH) Gerold Schossleitner hat in seiner 2009 verfassten Diplomarbeit einen von ihm  entwickelten Prototyp zur Wirbelabstandmessung dokumentiert. Als erster Schritt wurde das medizinische Anforderungsprofil definiert. Aus diesem leiteten sich die technischen Anforderungen an das Gerät ab, die als Grundlage für den zu entwickelnden Protoyp dienen. Da nur Relativmessungen sinnvolle Ergebnisse liefern, muss der Proband während der Messung verschiedene Positionen einnehmen um die Ab- standsänderung des Prozessus Spinosus und damit die Beweglichkeit des Wirbelsegments feststellen zu können. Gemessen wird mit federnd gelagerten Stiften, welche durch einfedern die Induktivität in einem Schwingkreis ändern.

Der große Vorteil des von Schossleitner entwickelten Geräts: es misst die Wirbelsäule dreidimensional. Das war bisher nur mit sehr aufwändigen Apparaten oder mittels Röntgen und der damit einhergehenden Strahlenbelastung möglich.

Absolventin Angela Seyss-Inquart

Medizintechnik-Absolventin evaluiert Therapiefortschritte in der Sturzvorsorge von Patienten mit Osteoporose

Osteoporose ist eine sehr weit verbreitete Krankheit. Sie bringt ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche mit sich. Dazu kommt, dass Stürze eine der häufigsten Unfallursachen darstellen und oft schwere Verletzungen mit sich bringen. Deshalb ist es für ältere Personen wichtig, ein Training, das kraft, Koordination und das Gleichgewicht fördert, durchzuführen. Aufgrund des erhöhten Sturzrisikos gilt dies vor allem für Patienten mit Osteoporose.

DI (FH) Angela Seyss-Inquart hat im Rahmen  ihrer Diplomarbeit eine Methode entwickelt, die das Gleichgewicht von Osteoporose-Patienten vor und nach einem speziellen 16-wöchigen Training misst. Das Trainingsdesign selbst wurde vom Kurzentrum Bad Kreuzen entworfen.

Ergebnisse

Es hat sich gezeigt, dass die von Seyss-Inquart mit Unterstützung von Prof. (FH) Dr. Andreas Schrempf entwickelte Methode geeignet ist, die Veränderungen bzw. Fortschritte bei den Patienten zu messen und den ÄrztInnen und TherapeutInnen damit wesentliche Informationen in die Hand zu geben. Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass sich die Lebensqualität von neun der elf Teilnehmer vom Beginn bis zum Ende der Studie verbessert hat. Nach dem einwöchigen Aufenthalt im Kneipp Traditionshaus Bad Kreuzen zeigt sich bei sieben der elf Teilnehmer eine Verbesserung des Gleichgewichts. Nach dem weiterführenden 15-wöchigen Training konnten sich sechs der Teilnehmer weiter verbessern. Bei den Rückmeldungen zum Training waren sich die Teilnehmer einig, indem diese von einem allgemein besseren Körpergefühl und einer Zunahme der eigenen Kraft berichteten. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es besonders für Osteoporosepatienten wichtig ist, Koordinations-, Gleichgewichts- und Kraftübungen in das alltägliche Leben einzubinden, um das Gleichgewicht zu verbessern, die Muskulatur zu kräftigen und letztendlich Stürze zu vermeiden.