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Über 40 ExpertInnen referierten an der FH Oberösterreich in Linz

Kongress zur Integrierten Versorgung trieb Vernetzung von Gesundheits- und Sozialdienstleistern voran


Interdisziplinäre und patientenorientierte Versorgung, die alle Gesundheits- und Sozialdienstleister umfasst – das ist Ziel  der Integrierten Versorgung. Ihr Beitrag zu einer ebenso qualitätsvollen wie kosteneffizienten Betreuung von PatientInnen wurde bei einem Kongress am 2. und 3. Mai am Campus Linz der FH OÖ diskutiert. Netzwerkarbeit sei – so die These von Key-Note-Speaker Dr. Gerald Bachinger, Patientenanwalt in Niederösterreich -  für ein Mehr an PatientInnensicherheit unverzichtbar.

Mit dieser Meinung stand er im Kreis der ReferentInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden nicht alleine da. Allerdings brauche es ein neues Verständnis von Netzwerkarbeit, weiß der mit dem Nestroypreis ausgezeichnete Opern- und Theaterregisseur Markus Kupferblum: „Wir leben in einer Welt von Seilschaften anstatt Netzwerken, wir verwechseln Lobbying mit Beratung, wir verwechseln Starrheit mit Tradition, wir verwechseln Kommunikation mit Wissensvermittlung.“

Hoher Aufwand für Koordination und Information

Versorgungslücken, Doppelleistungen und hoher Koordinations- und Informationsaufwand bei allen Beteiligten sind die problematischen Folgen von nicht integrierter Versorgung, dies zeige sich nach Meinung des Sozialwissenschaftlers Dr.  Peter Nowak von der Gesundheit Österreich GmbH seit den 1990er Jahren. Das münde in Fehl-, Unter- und Überver¬sorgung, wodurch viele vermeidbare Kosten entstünden. Der demografische und epidemiologische Wandel, gepaart mit der weiteren Ausdifferenzierung der Versorgungsangebote und der Beschränkung öffentlicher Mittel, erhöhen laut Nowak den Problemdruck weiter.
An Konzepten habe es in den vergangenen zwanzig Jahren nicht gemangelt, an probaten Mitteln zu deren Umsetzung sehr wohl.

Umsetzung gefordert

In Anwesenheit der Bundesminister Rudolf Hundstorfer und Alois Stöger sollten den TeilnehmerInnen nun endlich Wege aufgezeigt werden, wie durch die praktische Anwendung der Integrierten Versorgung das Gesundheits- und Sozialsystem entlastet werden kann.
Organisatorin Mag. Silvia Neumann-Ponesch PhDr. MAS konnte zu dem zweitägigen Kongress insgesamt annähernd 180 TeilnehmerInnen aus den Bereichen Politik, Ärzteschaft, Apotheker, NGO´s, Pflege, Patientenvertretung und Gesundheitsökonomie begrüßen.