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Public Manager entdecken Linz bei Sturm und Regen

Studierende lernen die Stadt Linz aus Sicht von Stadtplanung und Innovation kennen


Am 13. November versammelten sich die Studierenden des 3.Semesters des Masterstudienganges GSP beim Bergschlößl am Linzer Froschberg. Das versteckt gelegene Gebäude war der Ausgangspunkt eines ganztägigen Lehrausganges im Rahmen der Lehrveranstaltung „Regionalentwicklung und interkommunale Kooperation“.

Der Empfang der Studierenden unter der Führung von FH-Prof. MMag. Dr. Franziska Cecon erfolgte durch die Herren Werner Münzker (Abteilung Stadtgrün, Magistrat Linz), DI Andreas Gäbler (Abteilung Stadtplanung, Magistrat Linz) und Mag. Harald Jarzombek (Standortentwicklung, BizUp). In Form eines Rundgangs, welcher vom Bergschlößl über den Wissensturm, anschließend zum Volksgarten führte und schließlich beim Musiktheater endete, konnten die Studierende Einblicke gewinnen, welche Herausforderungen sich ergeben, wenn die komplexen Materien Stadtplanung, Standortentwicklung und Stadtbegrünung aufeinandertreffen.

Der Lehrausgang führte nahtlos über in das Musiktheater. Hier wurden die Teilnehmer vom Intendanten Hermann Schneider, der Betriebsdirektorin Helene von Orlowsky, und von den führenden Köpfen derKünstlerischen Leitung „Junges Theater“ Nele Neitzke und Jennifer Bischoff empfangen. Bei so manchem Zuhörer war die Überraschung ins Gesicht geschrieben, als die grundsätzlichen Herausforderungen organisatorischer und finanzieller Art dieser Institution von den Damen und Herren erläutert wurden. Glücklicherweise blieb auch Zeit für eine Besichtigung der Säle und der, von den Gästen fast immer unbemerkten, Wartungs- und Fertigungshallen der Bühnenbildner.

DI Richard Steger, ein Linzer Architekt, nahm die Studierenden nach einer wärmenden Mittagspause in Empfang. Die Führung Stegers, von Musiktheater zur Tabakfabrik, verdeutlichte die Komplexität, aber auch die technische Evolution der städtischen Bauentwicklung. Auf die Blockbebauung aufmerksam gemacht, zeigte sich, dass sowohl ein Bezug zum öffentlichen Leben, durch die straßenseitigen Zimmer, wie auch ein Bezug zum Ruhigen, Erholsamen, durch den grünen Innenhof, möglich ist. Offene Bauweisen, ermöglicht durch möglichst sanfte Übergänge von Wohnräumen auf Arbeitsstätten, ergänzt um Grünflächen wie Parks kann zu einer Reduktion der Kriminalität und Optimierung der Lebensqualität der Bevölkerung zu führen, so DI Steger. „Denn wenn ich einen öffentlichen Raum plane, sollte ich mich fragen ‚Wen möchte ich erreichen? Und welche Aktionen möchte ich machen?‘“

Ein Wermutstropfen: Viele Häuer werden aufgestockt, um der Nachfrage nach leistbarem Wohnen zu befriedigen. Jedoch stehen kleinstrukturierten Gewerbeflächen mangels Interessenten immer öfter frei. Aber „Wandel ist nicht neu und es ist auch gut, dass sich etwas verändert!“

Dazu zählen insbesondere adäquate Räumlichkeiten und Infrastruktur, die Möglichkeit zum Networking und schließlich Spezialgeräte der technischen Fertigung wie etwa 3D Drucker.

Jedoch ist es wichtig neben einem fantastischen Raum auch die richtigen Mieter und das richtige Image zu haben, um eine erfolgreiche Immobilienwirtschaft zu ermöglichen. Auch zukünftige Visionen der Tabakfabrik wurden erörtert. So werden etwa die Durchörterungen einzelner Gebäudeabschnitte um Passagen weiterentwickelt, oder etwa die Planungen zum Neubau 3. Dieser soll ein rund 100m hoher Turm mit Nebengebäuden werden, mit einer geplanten Gesamtfläche von 40.000 qm. Damit endete diese Lehrausgang, welche bei den Studierenden sicherlich einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.

Abschließende Erkenntnis des Tages: Public Manager bleiben auch bei schlechtestem Wetter wissbegierig!