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Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst am Studiengang Public Management

 


 

„Der öffentliche Dienst ist die Wirklichkeit des Staates!“

So brachte Konrad Paul Lissmann die Bedeutung der öffentlichen Verwaltung im Allgemeinen und seiner MitarbeiterInnen im Besonderen auf den Punkt. Sich für diese einzusetzen, die Arbeitsbedingungen im Wandel der Zeit zu gestalten und als gewichtiger Verhandlungspartner gegenüber dem Arbeitgeber aufzutreten, sind maßgebliche Aufgaben der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD).

Den Vorsitzenden der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Dr. Norbert Schnedl, der auch Vizepräsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und FCG-Bundesvorsitzender ist, hörten die Studierenden aus dem 5. Semester Public Management in einem interessanten Vortrag am FH-Campus. Er referierte auf der Einladung von FH-Prof. Dr. Franziska Cecon im Rahmen der Lehrveranstaltung „Verwaltung und Politik“ unter anderem über seine Tätigkeit, die Arbeit der Sozialpartnerschaft und die Rolle der Verwaltung im Beziehungsgeflecht zu Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Medien.

 

Nach einem berufsbegleitenden Studium (Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Soziologie) wechselte der ehemalige Gendarmeriebeamte und Personalvertreter 1996 in das Bundeskanzleramt. Seit 2001 ist er nun in der GÖD tätig, seit 2016 deren Vorsitzender.

Neben dem historischen Hintergrund zum Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Sozialpartnerschaft in Österreich und ihren Besonderheiten ließ Schnedl die angehenden Public Manager und Managerinnen in seinen Arbeitsalltag blicken. Für den erfahrenen Gewerkschafter ist das aktive Beziehungsmanagement, Austausch und Kommunikation mit FunktionärInnen, PolitikerInnen und anderen VertreterInnen des öffentlichen Interesses ein unverzichtbar wichtiger Aspekt. „Netzwerken ist generell, unabhängig von Position und Beruf, sehr wichtig“, betont Schnedl.

„Beziehungsmanagement – Netzwerke sind entscheidend für Führungskräfte, egal ob nach innen oder außen, ohne Beziehungen funktioniert der Kosmos nicht und im Kleineren auch der öffentliche Dienst nicht.“ so der GÖD-Vorsitzende weiter.

Als Vertreter von rund 250.000 Mitgliedern ist sich der gebürtige Niederösterreicher der Bedeutsamkeit seiner Gewerkschaft bewusst (ÖGB gesamt rund 1,2 Millionen Mitglieder) - die Verhandlungsposition ist eine durchaus sehr starke und kann die Politik unter Druck setzen.

 

Zur Arbeitsweise innerhalb des österreichischen Gewerkschaftsbunds erläuterte Schnedl, dass der Diskurs intern innerhalb der Gewerkschaften stattfindet und man dann zu einer Einigung findet und diese nach außen hin als geschlossene Gewerkschaft auftritt um Positionen klar und deutlich darzustellen. Diskurs sieht der promovierte Kommunikationswissenschaftler durchwegs als positiv, da so die Interessen aller vertreten werden und ein gemeinsamer Konsens zum Erfolg führt. Kritisch hingegen sieht er dabei die derzeitige Rolle der Medien. Oftmals wird Diskurs als negativ oder als Streit dargestellt und hemmt so die Arbeit der Interessensvertretungen wie auch die direkte Demokratie.

Nach den Ausführungen zu seiner Tätigkeit und der Gewerkschaftslandschaft Österreichs nahm sich der GÖD-Vorsitzende die Zeit den Studierenden einige Tipps mit auf den Weg zu geben. Unter anderem empfiehlt er „Jeder sollte sich die Frage stellen ‚Was kann ich? Was kann ich nicht?‘ und nicht andere imitieren, sondern den eigenen Weg gehen.“ Auch er habe dies für sich so gelebt, als er in die Fußstapfen seiner namhaften, langjährigen Vorgänger trat.

 

Bettina Ramler, Barbara Vlazny (5. Semster Bachelor Public Management)

 

 

 

dav